S-Bahnsurfer 40 Jugendliche starben 2008 beim S-Bahn-Surfen

Wolf-Dieter Obst, 17.05.2010 13:02 Uhr

 

S-Bahn-Surfer oder Trainrider pflegen sich eher auf dem Trittbrett am Waggonende oder am Rückfenster festzuklammern. "Auf dem Dach ist sehr ungewöhnlich", sagt Zaiser. Freilich gibt es Filme von Trainridern, die in Berlin bei voller Fahrt auf dem Zugdach flanieren.

Das ist freilich auch aus anderen Gründen lebensgefährlich - wegen der Starkstromleitung. 2004 starb zuletzt am Bahnhof in Vaihingen ein 29-jähriger Arbeiter, als er bei einer Inspektion verbotswidrig auf einen Kesselwagen kletterte - und in einem Lichtbogen tödliche Verletzungen erlitt.

"Wir müssen immer wieder vor diesen lebensgefährlichen Handlungen warnen", sagt Zaiser, "40 Kinder und Jugendliche haben allein 2008 ihr Leben dabei verloren." In der Region gab es zuletzt im Januar dieses Jahres Alarm, als sich ein alkoholisierter 16-Jähriger an der Haltestelle Ötlingen in Kirchheim/Teck an eine S-Bahn der Linie S1 hängte und 50 Meter mitgeschleift wurde. Er erlitt schwere Kopfverletzungen. Mehr Glück hatten zwei unbekannte Jugendliche, die sich im Oktober 2009 in Ebersbach, Kreis Göppingen, auf einen Regionalzug aufsprangen. Der Lokführer stoppte per Nothalt, das Duo flüchtete unerkannt.

Hinweise zum jüngsten Fall erbittet die Bundespolizei über 0711/22550200 oder kostenfrei über 0800 / 6 888 000.

 
 
Lokale Favoriten - stuttgarter-nachrichten.de
Kommentare (3)
  • Kommentare anzeigen
  • Kommentar schreiben
Anzeigen
SEP
26
TSW, 17:07 Uhr

S bahn Surfen.

Das Surfen der S-Bahnen, der Regionalbahnen und sogar der Regionalexpresse ist zum Trend geworden. Jeder einzelne der diesem Trend folgt kennt die Gefahren. Ich will es nicht gutheißen, aber die Leute dies nie gemacht haben, wissen nicht wie es ist. Ich hab es gemacht udn dieser Kick ist unbeschreiblich. Ich steh da auch zu, scheiß auf andere Meinungen. Videos gibt es genug in Youtube, und die Strafen der Polizei sind zu lächerlich um meine Freunde (und mich damals) vom 'Trainsurfen' abzuhalten. Stattdessen kamen Anfragen für Interviews. Also da sollte sich mal jemand ne Strafe ausdenken, die Wirkung zeigt. 35€ Verwarngeld und danach kannse weiter machen is lächerlich! Cheers!

SEP
11
charly, 14:06 Uhr

tja...

Ich vermute genau DIE Freundin hatte er nicht, sonst hätte er das nicht gemacht. Hätte auch durchaus einer sein können, der in der Schule Probleme hatte: 'Cyberbullying' nennt man das neuerdings. D. h. es werden künstlich Szenen erzeugt, die ihn völlig ausrasten lassen, und dann nicht selten mit dem Handy gefilmt und ins Internet gestellt. Da haben sich schon manche in den USA umgebracht. Der Satz 'Mitschüler können grausam sein' klingt da fast wie Hohn. Das ist bereits ein 'In den Tod treiben'. gruss -charly (der das auch viele Jahre mitmachen durfte, gottlob aber noch ohne die sogenannten Neuen Medien)

MAI
19
Anonymer Benutzer, 22:44 Uhr

Ist das Leben so ereignislos geworden???

Gehen wir mal davon aus, das es kein Unfall war und der Jugendliche vorsätzlich auf das Dack geklettert ist. Ist es schon traurig,dass sich Jugendliche ihren Kick und Adrenalindosis auf diese Weise besorgen müssen,obwohl es da einen Haufen Dinge gibt,die einen erregen und befriedigen könnten.Nun wird er wohl nicht erfahren wie es ist seine Freundin zu beglücken und was für einen Endorphinschub das hätte sein können.

  1. (Logout)
  2. Die Redaktion veröffentlicht ausgewählte Kommentare auch in der gedruckten Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Voraussetzung ist, dass der Beitrag mit Namen, Postanschrift und E-Mail (Adressen werden nicht veröffentlicht) vorliegt.
Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich.

Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.

Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.