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Runder Tisch Eisenmann setzt sich für Baustopp ein

Josef Schunder, vom 02.09.2010 11:40 Uhr
  Foto: Kern
Foto: Kern

Stuttgart - Um den Runden Tisch zum Thema Stuttgart 21 zustande zu bringen, ist aus dem Kreis der Befürworter in der Politik jetzt erstmals auch die vorläufige Einstellung der Abbrucharbeiten am Hauptbahnhof angeregt worden. Die CDU-Politikerin und Stuttgarter Bürgermeisterin Susanne Eisenmann sagte am Mittwoch auf Anfrage der Stuttgarter Nachrichten, die weitere tiefe Spaltung der Bevölkerung in der Frage des Bahnprojekts "würde der Stadt nicht gut tun". In dieser Situation seien auch Befürworter des Projekts wie sie selbst aufgerufen, die dringend notwendige Kommunikation wieder herzustellen. Falls die Gegner nur mit symbolischen Zeichen wie dem Stopp der Abrissarbeiten an den Tisch zu bekommen wären, würde sie persönlich für das Ruhen der Arbeiten bis zu dem Gespräch eintreten. Eisenmann: "Dann müsste die Gegenseite aber zwingend jede Form von Protest in dieser Zeit einstellen." So eine Beruhigung der Lage würde der ganzen Stadt nützen.

Abgesehen von Eisenmann beharrten Befürworter und Gegner des Bahnhofsprojekts am Mittwoch allerdings auf ihre Positionen. OB Wolfgang Schuster wurde gegen Abend von seiner Dienstreise nach Santiago de Chile zurückerwartet, wo er unter anderem an der Einweihung eines neuen Stuttgart-Platzes teilnahm. Eine offizielle Stellungnahme der Stadt gab es nicht. Der Erste Bürgermeister und CDU-Kreisvorsitzende Michael Föll weilt im Urlaub.

Das Aktionsbündnis der Stuttgart-21-Gegner bekräftigte am Mittwoch, dass vor dem Gang an den Runden Tisch erst einmal der Abriss des Bahnhofs-Nordflügels gestoppt werden müsse. Wenn die Projektträger und die Bahn AG den sofortigen Stopp ausrufen würden, wäre man zum Gespräch bereit - obwohl die Abbrucharbeiten am Mittelteil des Nordflügels am Mittwoch erneut demonstriert hätten, wie es um die Ernsthaftigkeit des Gesprächsangebots von Bahn-Chef Rüdiger Grube und Ministerpräsident Stefan Mappus bestellt sei.

Falls es doch noch einen Runden Tisch geben sollte, möchte das Aktionsbündnis mit fünf Personen vertreten sein. Die Grünen hatten ihnen ursprünglich drei Plätze zugedacht und wollten selbst vier Teilnehmer entsenden - darunter den Fraktionschef im Landtag, Winfried Kretschmann, der den Runden Tisch zusammen mit Mappus angeregt hatte. Jetzt aber begnügen sich die Grünen mit drei Teilnehmern. Wie das Aktionsbündnis fordern sie zunächst einen Stopp der Abbrucharbeiten, wenngleich sie dies als "Erwartung" bezeichnen.

Ob der Runde Tisch eingerichtet werde, entscheide sich möglicherweise erst am Freitag, sagte der Grünen-Fraktionschef im Gemeinderat, Werner Wölfle, im Gespräch mit unserer Zeitung. Er fühlte sich bestätigt durch die Nachricht, dass nach einer Umfrage des Instituts Forsa 51 Prozent der Baden-Württemberger und 67 Prozent der Stuttgarter gegen das Bahnprojekt sind. "Das ist ein Zwischenergebnis, das uns nicht überrascht", sagte Wölfle. Das Endergebnis werde noch drastischer ausfallen.

Kommentare (33)
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SEP
03
10:47 Uhr, geschrieben von Widerstand
@Didi
Bin auch deiner Meinung bis auf das Lahmlegen der ganzen Stadt. Wir wollen doch andere dazugewinnen, damit wir DIE BAUSTELLE blockieren können. Indem wir Leute in ihren Autos lahmlegen, gewinnen wir sie bestimmt nicht.
SEP
03
10:25 Uhr, geschrieben von anonym--
Thema
runder Tisch - wenn der letzte Stein und der letzte Baum gefällt ist, kommt der runde Tisch zusammen - um festzustellen, das kein Geld mehr da ist für weitere Bauarbeiten. Die Politiker gibt es da dann nicht mehr aber die Kosten samt der Bauruine S21müssendie Bürger ansehen und tragen Ich möchte den Befürwortern ans Herz legen, nicht immer die 68er mit den S21 Gegnern vergleichen und keine Hasstiraden wie wenn mir ein Gegner vors Auto läuft usw verbreiten - Miteinander reden ist immer noch das Erfolgreichste. Bin lange vor dem Krieg in die Welt getreten - was ist aus unserer Politik geworden???????
SEP
03
08:19 Uhr, geschrieben von Didi
runder tisch
Was soll der runde Tisch ? Wie heute morgen im SWR4 zu hoeren war will Herr Schuster doch nur ueber die weiteren Bauarbeiten dikutieren. Fuer was dann ein runder Tisch ? Deshalb weiter Demonstrationen mit Lahmlegung der ganzen Stadt in allen Richtungen und nicht erst um 18.30 Uhr sondern schon wenn die Herren Schuster und Mappus noch in ihren Amtsstuben sind! Und nicht den Slogan schreien:OBEN BLEIBEN sondern wir sind das Volk ! Ich hoffe dass ganz BW mal zusammen haelt und naechstes Jahr niemand zur Wahl geht.Oder nur bestimmte Parteien waehlt.
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