Rund um den Stuttgarter Feuersee Ein Fest mitten im Westen für den Westen

Von Björn Springorum 

Beliebt bei den Westlern: das viertägige Fest um den Feuersee. Foto: Rebecca Anna Fritzsche
Beliebt bei den Westlern: das viertägige Fest um den Feuersee. Foto: Rebecca Anna Fritzsche

Das Feuerseefest im Stuttgarter Westen geht mit Live-Musik sowie einem Kinder- und Familienprogramm in die siebte Runde.

S-West - Die Sommerferien sind vorbei. Und mit ihnen, da müssen wir jetzt durch, so langsam aber sicher auch der Sommer. Ist natürlich kein Grund, mit der schönen Tradition der Freiluftfeste aufzuhören – zumal wir die Urlaubszeit und die Abwesenheit vieler vertrauter Gesichter auf den letzten Festivitäten durchaus gespürt haben. Das siebte Feuerseefest steigt deswegen traditionell am ersten Wochenende nach Schulbeginn. Jetzt sind alle wieder heimgekehrt, jetzt füllen sie den in den letzten Wochen durchaus etwas verwaisten Bezirk wieder mit Leben. Das ist überhaupt das Ziel der Rosenau und des Kulturzentrums Merlin, die das Fest gemeinsam ausrichten, betont Michael Drauz von der Rosenau. „Es ist unser Anliegen, alle im Stuttgarter Westen anzusprechen. Die Familien und Kinder genauso wie die jungen Erwachsenen und Studenten.“

Nicht so hip, dafür gemütlich

Ein klassisches Stadtfest ist es eben, das Feuerseefest. Und dennoch keine verstaubte Bierbank-Hocketse mit Blaskapelle und Roter Wurst. Vielmehr versucht sich das Fest von morgen bis Sonntag daran, eine zeitgemäße Variante des Straßenfests zu sein. Weniger hip vielleicht als Westallee oder Marienplatzfest, dafür eben gemütlich und wirklich vom Viertel für das Viertel organisiert. Und keine Sorge: Eine Rote Wurst gibt es natürlich auch! Dazu kommen eben Feines von der Speisekammerwest, Pulled Pork von Moessmokers, Bier und Zünftiges von Kraftpaule oder hochwertige Drinks von der Institution Die Bar aus der Augustenstraße um die Ecke.

Das ist für Drauz auch das Besondere: „Die Vereine und Initiativen, die sich hier präsentieren, sowie viele der Gastronomen sind hier ansässig,“ sagt er und schiebt hinterher: „Wir wollen das Feuerseefest bewusst klein halten. Es soll kein Event werden, sondern ein Fest im Westen für den Westen. Und: Es findet an einem besonderen Platz statt, einem der schönsten Orte der Stadt!“

Abschluss der Sommersaison

Den können die Kleinen bei einer Fahrt mit der Seilboje über den See mal aus einer ganz anderen Perspektive erleben. Der Rest des Westens schlendert über den Platz, informiert sich an Infoständen, trifft sich erstmals nach den Ferien wieder mit den Nachbarn oder Kollegen – und kommt am eröffnenden Donnerstag zudem in den Genuss eines bemerkenswerten Musikprogramms lokaler Herkunft. Für das ist das äußerst konzerterprobte Kulturzentrum Merlin zuständig, das neulich erst seinen sommerlichen Konzertmarathon Klinke zu Ende gebracht hat. „Der Donnerstagabend bildet den Startschuss für das Feuerseefest und gleichzeitig den Abschluss der Sommersaison“, sagt Kathrin Dick vom Merlin. „Nach einem heißen Konzertsommer knüpfen wir noch einmal daran an und genießen die letzten warmen Abende.“

Musikalisch begleitet wird das von der Stuttgarter Psychedelic-Pop-Sensation JFR Moon, die den Sound von Kaliforniens Küste an den Feuersee trägt, sowie von Putte & Edgar, deren britisch geprägter Elektro mit Live-Schlagzeug immer ordentlich in der Magengegend rumort. „Die Projekte haben alle schon im Merlin gespielt und treten daher gerne beim Feuerseefest auf“, fährt Dick fort. „Auf dem Feuerseefest geht’s ja darum, den Stadtteil zu präsentieren. Auch die Bands wissen das und fragen zum Teil explizit für das Feuerseefest an.“ Das hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen und das Feuerseefest zu einer spätsommerlichen Instanz gemacht.

Neben Musik, leiblichem Wohl und Kinderprogramm hebt Michael Drauz außerdem Folgendes hervor: „Erstmalig gibt es das große Feuerseefest-Familienrätsel, bei dem sich alle den Kopf über unseren schönen Feuersee zerbrechen dürfen und eine Ballon-Rundfahrt gewinnen können. Zudem gibt es Freitag und Samstag wieder die audiovisuelle Installation „Feuer-Seh“, bei der Max Hattler einen Teil des Sees zum Leben erwecken wird.“ Der Rest wird dann fachmännisch und nur zu gerne von den Westlern übernommen. Der Herbst kommt nämlich noch früh genug.

Redaktion Stuttgart-West

Ansprechpartnerin
Kathrin Wesely
s-west@stz.zgs.de

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