Prinz Harry in Afghanistan Der Einsatz von Captain Wales ist vorüber

dpa, 22.01.2013 10:55 Uhr

London - Nach der Rückkehr von Prinz Harry von seinem Militäreinsatz in Afghanistan hat der 28-Jährige angedeutet, dort auch Menschen getötet zu haben. In einem der Interviews, die nach der Rückkehr des Prinzen am Dienstag ausgestrahlt wurden, sprach er von seiner Überzeugung, dass man „ein Leben nehmen“ müsse, um „ein Leben zu retten“. Ein Journalist fragte: „Du bist der Mann am Abzug, und wenn es nötig ist, schießt du, und vermutlich wird dabei ein Feind sterben und ist gestorben?“ Harry sagte: „Ja, das haben viele andere auch gemacht. Die Truppe war draußen. Jeder hat eine bestimmte Menge an Munition abgeschossen. Wenn da Leute sind, die unseren Jungs etwas Böses wollen, dann ziehen wir sie aus dem Verkehr.“

Harrys Rückkehr aus dem fünfmonatigen Einsatz war bis zu seiner Ankunft in der Heimat aus Sicherheitsgründen geheim gehalten worden. Die Interviews mit verschiedenen Medien hatte er während seiner Zeit in Afghanistan gegeben, sie durften aber jetzt erst ausgestrahlt werden. Der Dritte der britischen Thronfolge gibt sich darin locker und berichtet in teils markigen Worten von seiner Begeisterung für das Militär und seinen Beruf als Ko-Pilot eines Apache-Kampfhubschraubers. Dieser gebe ihm ein Gefühl der Normalität, dass er sonst nirgends bekomme.

Der Prinz gilt als sehr guter Schütze

Der Prinz ist das erste Mitglied der Königsfamilie seit seinem Onkel Prinz Andrew, der aktiv an Kampfeinsätzen teilgenommen hat. Andrew war im Falklandkrieg gewesen. Harry gilt als herausragender Schütze - das führte er im Interview unter anderem auf seine Begeisterung für Computerspiele zurück.

Für seinen zweiten Einsatz in Afghanistan hatte Harry lange gekämpft, nachdem es große Befürchtungen um seine Sicherheit gegeben hatte. Seine erste Stationierung dort wurde 2008 nach zehn Wochen abgebrochen, weil die Medien davon berichtet hatten und befürchtet wurde, er könne zum Ziel von Anschlägen werden.

Harry ärgert sich über die Medien

Harry gab in den Gesprächen auch ungewöhnlich private Einblicke. So berichtete er von seiner Abneigung gegen die Medien. Er rege sich oft auf, wenn er die Zeitungen lese. „Es macht mich wütend, dass die Leute behaupten können, was sie wollen. Dabei geht es nicht nur um mich, sondern auch um andere.“ Sein Vater Prinz Charles rate ihm immer, die Berichte gar nicht zu lesen.

Mit Blick auf die Nacktfotos von ihm, die nach einem Urlaub in Las Vegas aufgetaucht waren, sagte er: „Ich habe mich selber und meine Familie im Stich gelassen.“ Die Vorfälle seien ein klassisches Beispiel dafür, dass er „zu viel Armee und nicht genug Prinz“ sei. Er habe sich von den Medien jedoch auch ungerecht behandelt gefühlt. Harry berichtete auch von seiner Vorfreude auf das erste Kind seines Bruders Prinz William und dessen Frau Kate. Er sei glücklich, Onkel zu werden.

 

 

 
 
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