Parkraummanagement Stuttgart-Nord Bezirksbeirat nickt dritte Stufe ab

Von Rebecca Anna Fritzsche 

Nach Oktober 2015 wird der Parkraum 2016 und 2017 in weiteren Gebieten der Innenstadt bewirtschaftet. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Nach Oktober 2015 wird der Parkraum 2016 und 2017 in weiteren Gebieten der Innenstadt bewirtschaftet.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Von 1. November 2017 soll der öffentliche Parkraum in einem weiteren Gebiet von Stuttgart-Nord bewirtschaftet werden. Der Bezirksbeirat befürwortet dies generell, befürchtet aber die Verlagerung des Problems in noch nicht bewirtschaftete Straßenzüge.

S-Nord - Das Parkraummanagement nimmt Fahrt auf: seit vergangenen Oktober sind die Parkplätze im Bereich Relenberg-/Azenbergstraße (N1) bewirtschaftet. Von kommenden Juni an kommen für Nord drei Gebiete dazu, N2, N3, N4: zwei Gebiete rund ums Milaneo, also Heilbronner Straße, Türlenstraße, Friedhofstraße, sowie große Teile des Nordbahnhofviertels, eingefasst von der Rosensteinstraße. Die Stadtverwaltung plant aber schon weiter: In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats Nord hat darum der Stadtplaner Arne Seyboth die Planung für das Gebiet N6 vorgestellt, dem die Räte auch einmütig zustimmten.

Arbeitsgruppe hat Planänderung bewirkt

Zusammen mit Gebieten in Stuttgart-Ost und Bad Cannstatt soll der öffentliche Parkraum dort vom 1. November 2017 an bewirtschaftet werden. Die Zone N6 umfasst das Gebiet „Hohe Prag“ südlich der katholischen Kirche St. Georg entlang der Heilbronner Straße, sowie Robert-Mayer-Straße, Eckartshaldenweg, Mönchhaldenstraße, Frühlingshalde, Rebhalde, Fraunhoferstraße, Bunsenweg, Heimholtzweg und Kielmeyerstraße. „In den ursprünglichen Planungen aus dem Jahr 2014 war für dieses Gebiet gar kein Parkraummanagement vorgesehen“, berichtete Arne Seyboth. Nach Absprachen mit dem Arbeitskreis Stuttgart-Nord – einer kleinen Gruppe an Bezirksbeiräten, die sich vertieft um das Parkraummanagement im Bezirk kümmert – habe man dies aber geändert: So seien die Zonen N2 und N3 rund ums Milaneo bereits in die Umsetzungsstufe 2, also von Juni 2016 an, gerutscht, um eine Entlastung für die dortigen Anwohner zu schaffen. „Und entsprechend der Anregungen haben wir das Gebiet N6 überprüft: Auch hier ist eine Regelung begründet“, so Seyboth. „Daran sieht man, wie wichtig die Arbeitsgruppe ist“, kommentierte die Bezirksvorsteherin Sabine Mezger. „Das geballte Wissen vor Ort hat etwas bewirkt.“

Die Zählungen, die notwendig sind, um eine Parkbewirtschaftung zu begründen, haben vormittags stattgefunden, etwa um 11 Uhr, berichtete Seyboth weiter: Dabei habe sich herausgestellt, dass das Problem nicht die Anwohner sind, sondern die Pendler, die tagsüber ihr Auto hier abstellen und dann weiter zur Arbeit fahren. „281 Parkplätze gibt es in diesem Gebiet“, zählte Seyboth auf, „dazu 854 Anwohner und 367 angemeldete Personenkraftfahrzeuge.“ Daraus ergebe sich eine Auslastung von 104 Prozent – genug, um das Parkraummanagement zu begründen.

Parkdruck herrscht auch im Gebiet Friedrich-Ebert-Straße

Timo Haug (CDU) wollte wissen, ob angesichts dieser Zahlen nicht schon bereits „ohne Suchverkehr zuviel Parkdruck“ da sei. Seyboth ergänzte allerdings, dass viele der 367 Autobesitzer Garagen oder private Stellplätze hätten, und somit nicht auf öffentliche Parkflächen angewiesen seien. „Wir müssen nur den Überhang bedienen.“ Armin Serwani (FDP) war in Sorge über das Gebiet Auf der Kanzel/Friedrich-Ebert-Straße/Nibelungenweg: „Dahin wird sich ja sicher der Verkehr verlagern.“ Besonders rund um die Friedrich-Ebert-Straße sei der Parkdruck bereits jetzt sehr hoch, dies sagte sowohl Serwani wie auch Axel Alt (SPD). „Wir haben erneut gezählt“, erklärte allerdings Arne Seyboth, „und die Zahlen geben es wieder nicht her.“ Das konnten Serwani und Alt nicht nachvollziehen. „Wir werden aber weiterhin zählen“, versicherte Seyboth, und falls die Zählungen den Parkdruck dann belegen könnten, würde auch für dieses Gebiet das Parkraummanagement vorgeschlagen. Denn, so Seyboth: weitere Stufen nach 2017 seien bisher vom Gemeinderat nicht beschlossen. Das Stadtplanungsamt werde allerdings „so gut wie sicher“ weitere Gebiete und weitere Umsetzungsstufen empfehlen.

Redaktion Stuttgart-Nord

Ansprechpartnerin
Rebecca Anna Fritzsche
s-nord@stz.zgs.de

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