Osterzeit Warum der Hase die Eier bringt

Von Anna Lammers 

Der Osterhase bringt und versteckt bei uns die bunten Eier – aber das ist nicht überall so. Foto: dpa
Der Osterhase bringt und versteckt bei uns die bunten Eier – aber das ist nicht überall so.Foto: dpa

Wir bemalen liebevoll Ostereier, lassen sie vom Osterhasen verstecken und backen ein Osterlamm. Aber woher stammen all diese Bräuche und wie wird in anderen Ländern eigentlich das Osterfest gefeiert?

Stuttgart - Wir pusten stundenlang Eier aus, bemalen sie liebevoll und der Osterhase versteckt sie dann im Garten – für viele in diesen Tagen selbstverständlich. Von Osterhase bis Osterfeuer, wir erklären, wo diese Bräuche ihre Ursprünge haben.

Das Osterei. Schon im alten Ägypten galt das Ei als Ursprung des Lebens, der Fruchtbarkeit und der Auferstehung. In Deutschland sind bunte Eier etwa seit dem 13. Jahrhundert Brauch. Das Einfärben der Eier hat aber nicht direkt eine christliche Bedeutung. In der 40-tägigen Fastenzeit waren Eier verboten, daher sammelten sich viele an. Um sie haltbar zu machen kochte man die Eier. Wer es sich leisten konnte, wickelte sie in Blattgold ein, sonst wurden sie zusammen mit Blättern oder Blüten gekocht und gefärbt – auch, um sie von den ungekochten Eiern besser unterscheiden zu können.

Warum genau wir die Ostereier dann verstecken ist nicht eindeutlig geklärt. Eine mögliche Erklärung findet sich im heidnischen Brauch des „Ostora-Festes“, an dem Eier verschenkt wurden. Die Kirche verbot dieses Ritual. Um sich nicht erwischen zu lassen, versteckten die Menschen sich gegenseitig die Eier auf ihren Feldern. Bis heute gehört das Eiersuchen bei den meisten Familien immer noch zu einem festen Ritual am Ostersonntag.

Der Hase bringt die Eier erst seit dem 19. Jahrhundert

Der Osterhase. Der Hase ist sowohl ein Symbol für Christus, der Fruchtbarkeit und Zeugungskraft, sowie der Wiedergeburt. Er wurde meist auf dem Osterbrot, das mit einem Ei gefüllt war, aufgebacken. Der Glaube daran, dass der Hase die Ostereier bring, ist noch gar nicht so alt. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich der Osterhase als Brauch durch. Davor brachten, je nach Region, andere Tiere, wie Fuchs, Kuckuck oder Storch die bunten Eier.

Das Osterlamm. Den Ursprung hat das Osterlamm im Judentum. Beim Pessachfest wurde traditionell ein Lamm zu Ehren Gottes geschlachtet und verspeist. Das Christentum machte das Lamm zum Opferlamm – ein Symbol für Jesus, der für die Menschen am Kreuz gestorben ist. Mit seinem weißen Fell ist das Lamm zudem ein Symbol für Reinheit und Frieden. Heute findet man das Osterlamm meist als reichlich verziertes Backwerk wieder.

Die Osterkerze. Dieser Brauch vereinigt griechische, jüdische, römische und christliche Traditionen. In ihnen allen ist das Licht ein Zeichen des Lebens und der Wärme. Im christlichen Glaube entstand die Osterkerze im vierten Jahrhundert nach Christus. Viele Ostergottesdienste werden nur mit Kerzen beleuchtet. Das Weitergeben des Lichts der Osterkerze an alle Kirchenbesucher ist ein uralter Brauch.

Osterwasser gegen Krankheit und Unglück

Das Osterwasser. In manchen Gegenden wird in der Nacht auf Ostersonntag Wasser aus einem Brunnen oder einem Bach abgeschöpft. Dem Brauch nach müssen junge Mädchen das Wasser gegen den Strom schöpfen. Das Osterwasser gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und soll Krankheit und Unglück von den Menschen abhalten. Daher wird in einigen Regionen der Dorfbrunnen zu Ostern geschmückt.

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