OB Wolfgang Schuster Aus dem unermüdlichen OB wird ein Ehrenbürger

Josef Schunder, 17.12.2012 18:22 Uhr

Stuttgart - Die Weichen sind gestellt: Wolfgang Schuster (CDU) soll anlässlich des Ausscheidens aus dem Oberbürgermeister-Amt zum Ehrenbürger von Stuttgart gekürt werden – wie es auch seinem Vorgänger Manfred Rommel zuteil geworden ist. Am 20. Dezember will Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) dafür die Zustimmung des Gemeinderats einholen. Dass er sie erhält, ist unzweifelhaft. Trotzdem sind in der Beschlussvorlage, die kraft Zuständigkeit von Wölfle vorgelegt wird, die Verdienste und Beweggründe des Noch-Oberbürgermeisters so umfänglich und liebevoll aufgelistet, wie es Schuster selbst kaum hätte besser machen können.

So wird darauf abgehoben, dass die Stadt ein modernes und attraktives Image habe und junge Leute bestmögliche Bildungsangebote bekämen. Dass die einstigen Schuldenberge dank strikter Ausgabendisziplin abgebaut werden konnten. Dass große Projekte realisiert wurden, als deren eigentlicher Motor der OB gelte. Dass überall in der Innenstadt neue Zentren zum Einkaufen, Wohnen und Leben entstehen. Schuster habe Stuttgart international vertreten und dazu beigetragen, dass die Stadt im globalen Wettbewerb hervorragend dastehe. „Er hat besondere Akzente in der Umwelt- und Energiepolitik gesetzt“, heißt es. Sein Einsatz sei außergewöhnlich und unermüdlich gewesen.

Da kann es nicht überraschen, dass Schuster die Amtszeit noch auskostet. Am 4. Januar, einen Tag vor seiner Verabschiedung im Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, plant er noch an einer Pressekonferenz über die Verbesserung der Telefonzen­trale der Stadt mitzuwirken, heißt es im Rathaus. Man habe ihn sogar mühsam davon überzeugen müssen, dass er am Tag vor seiner Verabschiedung in seinem Dienstzimmer freie Bahn für die Maler schaffen sollte. Denn wenn am 7. Januar der neue OB Fritz Kuhn (Grüne) einzieht, sollen die Wände im Büro frisch gestrichen sein.

Oberbürgermeister und ihre Spuren - diese Männer haben Stuttgart geprägt.

 
 
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Kommentare (57)
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DEZ
21
lustig, 22:52 Uhr

Ehrenwerte Gesellschaft

Schuster hat in dieser Stadt nur Trümmer und Vandalismus hinterlassen, die Politik, Polizei und seine Partei zum Gespött gemacht. Von der städtebaulichen Katastrophe der Glasscherbenkiste die den Schlossplatz versaut, über das Betonbunkermonster in das die Bücher ausgelagert wurden bis zum freien Schlachtfeld auf dem die Bahn die Infrastruktur schleift. Von so kleinen Schäden wie Schultoiletten und fehlenden Kindergärten mal ganz abgesehen. Er hat das Geld nicht für die vielen kleinen Dinge ausgegeben für die ein Oberbürgermeister zuständig wäre, er hat es in sinnlose größenwahnsinnige Projekte gesteckt, um den schwäbischen Minderwertigkeitskomplex zu kompensieren. Hätte man die Stelle die letzten 16 Jahre nicht besetzt, hätte Stuttgart sehr viel Geld gespart und stünde jetzt besser da. Jetzt wo der weg ist, wäre es an der Zeit alles was er angerichtet hat zu schleifen und zu entsorgen.

DEZ
21
K-1, 14:52 Uhr

Die Weichen sind gestellt

Jetzt wird nochmals kräftig in die Stadtkasse gegriffen und eine tolle Party geschmissen. Dann hat sich das Problem Schuster erledigt. Ganz Stuttgart atmet auf und durch. Hoffentlich ist die Luft nicht gar so schlecht.

DEZ
21
Uli G., 07:42 Uhr

Wutbürger geben ein jämmerliches Bild ab

Tut mir ja leid, aber die Wutbürger geben ein jämmerliches Bild ab. Die Spalter von Stuttgart, und das sind die Wutbürger eindeutig, hören nicht mal bei einem Abschied eines verdienten Bürgermeister auf, nachzutreten, zu beleidigen, zu beschimpfen. Widerlich. Und peinlich für die Bewegung. Wundert da sich noch wer, dass die Wutbürger bei der Volksabstimmung gnadenlos niedergestimmt worden sind? Die Niederlage haben die fairen S21-Gegner dieser lauten, unverschämten Gruppierung zu verdanken. Siehe jeden einzelnen Kommentar dieser Spezies hier. Schuster hat es ertragen, ohne ausfällig zu werden. Pfiffe, Beleidigungen, Plakate mit menschenunwürdigen Verzerrungen, Wurfgeschosse, Verunglimpfungen - und er behielt stoische Ruhe und blieb sachlich, sachlich, sachlich. Allein dafür gebührt ihm die Ehrenwürde. Hundertprozentig. Und ich wette, bei einer Umfrage stimmten auch nahezu 100 % der Bürger zu.

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