Neues Punktesystem Vielfahrer im Nachteil

Frank Schwaibold, 27.01.2013 09:00 Uhr

Goslar - Noch in diesem Jahr will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) das neue Punktesystem für Verkehrssünder durchbringen – doch ob die Länder im Bundesrat zustimmen, ist fraglich. Experten sehen Nachbesserungsbedarf. Über diese Vorschläge wird derzeit bei Verkehrsgerichtstag in Goslar gestritten:

Weniger Punkte

Von einem bis sieben Punkte pro Tat ist derzeit alles möglich – künftig sollen aber nur noch ein, zwei oder drei Punkte verteilt werden. Wer den Führerschein abgeben muss, etwa nach einer für andere Menschen gefährlichen Raserei, bekommt drei aufgebrummt – bislang sind es fünf bis sieben. Mit Punkten bestraft werden nur noch die Sicherheit gefährdende Verstöße – wer etwa ohne Plakette in eine Umweltzone fährt, soll bald nur Geld zahlen müssen. Kritik : Wenn je nach Schwere des Delikts nur noch maximal drei Punkte vergeben werden, sei eine feinere Unterscheidung nicht mehr möglich, bemängelt der Deutsche Anwaltsverein (DAV). Auch der Auto Club Europa (ACE) hält die bisherige Sieben-Punkte-Skala für gerechter. Der DAV kritisiert zudem, dass nach schweren Straftaten künftig weniger Punkte fällig werden. Auch Anton Hofreiter (Grüne), Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag, missfällt der Eindruck einer angeblichen Lockerung.

 
 
Kommentare (2)
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JAN
28
Hoffi, 10:07 Uhr

Verständnis

Ich verstehe durchaus die härtere Regelung und sie ist auch durchaus fragwürdig, aber warum kommt man mit der geistreichen Argumentation, dass Vielfahrer stärker betroffen seien. Sind sie eben NICHT!!! Ja, sie sind öfters auf der Straße unterwegs, aber wer zu schnell fährt fährt zu schnell. Völlig egal, ob man oft unterwegs ist, oder nur einmal im Jahr. Verkehrsdelikt ist Verkehrsdelikt. Ich fahre täglich meine 80 km zur Arbeit und mein letzter Verkehrsverstoß ist Jahre her! Wer sich nicht an die VErlehrsregeln hält, muss dafür gerade stehen. Warum klappt sowas in den Nachbarländern, aber hierzulande fühlt man sich gleich massiv eingeschränkt. Man sollte die Verkehrsverstöße am Bruttoeinkommen eines jeden Mitbürgers messen, damit gerade härtere Verkehrsverstöße auch wirklich weh tun. Hierzulande werden Autofahrer viel zu sehr in Watte gepackt.

JAN
27
Mikael Eisentower, 19:17 Uhr

Am Ende geht es doch ums Geld

Um was geht es in dieser Gesellschaft ? Nächstenliebe ? Das dem anderen nichts passiert ? Warum stehen die Blitzer dann nicht an jeder Schule ?

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