Ludwigsburg Mutmaßlicher IS-Terrorist festgenommen

Von Franz Feyder 

Spezialkräfte der Polizei haben in Ludwigsburg einen mutmaßlichen IS-Terroristen festgenommen (Symbolbild) Foto: dpa
Spezialkräfte der Polizei haben in Ludwigsburg einen mutmaßlichen IS-Terroristen festgenommen (Symbolbild)Foto: dpa

Baden-Württembergs Polizei ist ein wichtiger Schlag gegen ein spanisches Rekrutierungsnetzwerk der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) gelungen – in einem Asylheim in Ludwigsburg.

Ludwigsburg - In einer Asylunterkunft im Kreis Ludwigsburg ist ein mutmaßlicher Unterstützer des „Islamischen Staats“ (IS) festgenommen worden. Der 21-jährige Marokkaner stehe unter Terrorverdacht, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch mit. Nach Angaben der Ermittler war er unter falscher Identität als Asylbewerber im Kreis Ludwigsburg untergetaucht. Spanische Ermittlungsrichter suchten den Nordafrikaner mit europäischem Haftbefehl.

Die Ankläger verdächtigen den Mann, gemeinsam mit einer spanischen Konvertitin in Westeuropa Muslime für den bewaffneten Kampf des „Islamischen Staats“ angeworben zu haben. Das Paar hätte, sagte ein Sprecher des spanischen Justizministeriums den Stuttgarter Nachrichten, gemeinsam mit weiteren Verdächtigen die Kriegswilligen zunächst auf die spanische Insel Lanzarote gelotst. Von dort aus seien die Dschihadisten nach Syrien sowie in den Irak weitergereist. Zudem habe der jetzt in Ludwigsburg Verhaftete in sozialen Netzwerken mit Terroranschlägen gegen Spanien oder spanische Einrichtungen gedroht.

Die Festnahme beruhe auf einer engen Kooperation mit den Behörden in Spanien und tagelangen Observationen in Deutschland, sagte ein LKA-Sprecher.

Nach den Erkenntnissen der baden-württembergischen LKAler war der Marokkaner mit falscher Identität Mitte Juli nach Deutschland eingereist und hatte hier um Asyl gebeten. Über einen Auslieferungshaftbefehl müsse das Oberlandesgericht entscheiden, hieß es. Die letzte Entscheidung über eine Auslieferung an Spanien treffe dann wieder die Generalstaatsanwaltschaft – was mehrere Wochen dauern könne.

 

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