Mercedes Benz

Restaurant-Test: Meze Meze in Stuttgart Tavernenkost und Tanzvergnügen

Von Thea Bracht 

Omiros Konstantinidis (links) und Christos Minoudis kennen sich seit Jahrzehnten Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Omiros Konstantinidis (links) und Christos Minoudis kennen sich seit JahrzehntenFoto: Lichtgut/Max Kovalenko

Manche Gäste staunen über den Reichtum der griechischen Küche. Gut 90 Gerichte stehen zur Auswahl. Wer Fisch und Meeresfrüchte mag, kommt im Sommer noch mehr auf seine Kosten, dann soll es eine Extrakarte mit Fischgerichten geben.

Stuttgart - Dass das Meze Meze am 11. November eröffnet worden ist, mag ein Zufall sein, aber ein wegweisender: Beim Griechen in Bad Cannstatt wird nämlich gern gefeiert, ob an Fasching oder bei anderer Gelegenheit. Livemusik und Tanz gehören zum Lebensglück wie gutes Essen, finden die Betreiber Omiros Konstantinidis und Christos Minoudis. Der gelernte Augenoptiker Konstantinidis aus Thessaloniki hat in Heilbronn Erfahrung in der Gastronomie gesammelt, Minoudis kennt das Gewerbe von seinem Vater. Passenderweise haben die beiden einen großen Bekanntenkreis in Stuttgart, so dass das Konzept Taverne plus Tanzvergnügen aufging. „Am Anfang kamen zu 90 Prozent Griechen, aber jetzt auch immer mehr Deutsche“, berichtet Konstantinidis.

Dass es hier gesellig zugeht, sieht man auch architektonisch auf den ersten Blick: Mitten im Hauptraum, dem Nichtraucherbereich, steht ein großer Tisch, an dem Freunde und Familien zusammen speisen können, drum herum sind kleinere Tische platziert. Um den Tavernencharakter zu unterstreichen, hat der Architekt die hübsche Idee gehabt, Fensterläden in Vintage-Optik an einer Wand anzubringen.

Geboten wird Tavernenkost, „nicht Gourmet“, wie Konstantinidis betont – und zwar vor allem in Form von Meze, kleineren Köstlichkeit. Es geht also auch dann munter zu, wenn keine Musiker auftreten, denn die Servicekräfte sind wegen der Vielzahl an Bestellungen ständig in Bewegung. Während die Griechen alles ordern, wonach ihnen gerade der Sinn steht, fragen die Deutschen zuerst nach der Portionsgröße, erzählt Konstantinidis lachend. Ihnen empfiehlt die Bedienung, erst mal zwei bis drei Gerichte aus den mehr als 90 angebotenen auszuwählen. Vegetarier werden mit Roter Bete nach Kreta-Art (4,80 Euro) glücklich – sogar solche, die den erdigen Geschmack weniger schätzen. Die roten Rüben sind zwar etwas grob geschnitten, aber von erstaunlich frischem Geschmack. Zu unseren Veggie-Favoriten zählen auch die Riesenbohnen aus Kastoria (4,80 Euro) und unbedingt der Feta in Blätterteig mit süßer Feige (6,50 Euro). Letzterer wird ohne Beiwerk aufgetischt, doch er hat es in sich. Auch viele Klassiker werden serviert, darunter gefüllte Weinblätter (5,50 Euro) und Souflaki (3 Euro), die es aber auch woanders in ordentlicher Qualität gibt. Das gilt ebenso für den gegrillten Oktopus (11,80 Euro). Raffinierter sind die überbackenen Baby-Kalamari (6,90 Euro), die Soße schmeckt so fein, dass man dauernd mit dem Brot hineintunken muss.

Wer Fisch und Meeresfrüchte mag, kommt im Sommer noch mehr auf seine Kosten, dann soll es eine Extrakarte mit Fischgerichten geben. Zudem planen Konstantinidis und sein Kompagnon, schon im April eine Außenterrasse mit 100 Sitzplätzen zu eröffnen, damit sich die Gäste ganz wie in Griechenland fühlen können.

Lesen Sie jetzt