Landesstiftung Mehr Geld für Auslandsstipendien

Von Maria Wetzel 

Die im Jahr 2000 gegründete Stiftung des Landes hat ihren Sitz in Stuttgart Foto: dpa
Die im Jahr 2000 gegründete Stiftung des Landes hat ihren Sitz in Stuttgart Foto: dpa

Mit 35 Millionen Euro fördert die Baden-Württemberg-Stiftung im kommenden Jahr Projekte für Forschung, Bildung, Kultur und Gesellschaft.

Stuttgart - Die Baden-Württemberg-Stiftung will mehr Geld für Studierende ausgeben. Im nächsten Jahr stellt sie 7,5 Millionen Euro für das so genannte Baden-Württemberg-Stipendium zur Verfügung, eine Million mehr als im laufenden Jahr, teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrates in Stuttgart mit. Damit soll zum einen ermöglicht werden, dass mehr Studenten aus dem Südwesten ins Ausland gehen. Zugleich sollen Studenten aus bisher kaum vertretenen Ländern Afrikas, der Karibik und des Pazifiks bessere Chancen auf ein Studium in Baden-Württemberg erhalten. Pro Jahr gibt es über 1400 Stipendiaten.

Insgesamt stellt die Landesstiftung im nächsten Jahr 41,7 Millionen Euro für Projekte in den Bereichen Forschung, Bildung, Gesellschaft und Kultur bereit, das sind 1,5 Millionen mehr als 2017. Davon wurden jetzt 35 Millionen Euro für bestehende und neue Programme vergeben. Über die weiteren Mittel entscheidet die Stiftung im Frühjahr.

Patente dank Stiftungsgeldern

Jeweils fünf Millionen fließen 2018 für wissenschaftliche Projekte in den Bereichen Photonik und Epigenetik. Bei der Photonik geht es um optische Verfahren, die unter andere für Lasertechnologien wichtig sind. Aus den bisherigen Photonik-Programmen seien zahlreiche Erfindungsmeldungen und mehr als zehn Patentanmeldungen hervorgegangen, so Kretschmann. Die Epigenetik untersucht Veränderungen von Zelleigenschaften, etwa um die Entstehung von Krankheiten wie Krebs zu entschlüsseln.

Mit 2,5 Millionen Euro fördert die Landesstiftung ein Aktionsprogramm, das die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken soll. 1,5 Millionen Euro werden für das neue Programm Gewalt- und Kriminalprävention bereitgestellt. Damit sollen unter anderem junge Häftlinge auf die Zeit nach ihrer Entlassung vorbereitet und bei der Wiedereingliederung begleitet werden. Unterstützung erhalten sollen auch geflüchtete Frauen und Mädchen, die Gewalt erlebt haben. 300 000 Euro investiert das Land in eine Expertenkommission, die untersuchen soll, wie der gesellschaftliche Zusammenhang gestärkt werden kann. 2,05 Millionen gehen an die Stiftung Kinderland. Der Kunstfonds der Stiftung, mit dem kleinere und mittlere innovative Kulturprojekte unterstützt werden, bekommt 1,85 Millionen. „Auch in Zukunft werden wir mit gezielten Initiativen die Wettbewerbsfähigkeit des Landes erhalten und verbessern“, erklärt Geschäftsführer Christoph Dahl.

Vermögen beträgt 2,3 Milliarden

Die im Jahr 2000 gegründete Stiftung verwaltet ein Vermögen von 2,3 Milliarden Euro und zählt damit zu den größten Stiftungen in Deutschland. Trotz niedriger Zinsen habe sie etwas höhere Erträge erwirtschaftet, sagte Geschäftsführer Walter Leibold. Dazu habe unter anderem der Kauf des von der Mercedes-Benz-Bank genutzten Gebäudes am Stuttgarter Pragsattel beigetragen. Immobilien machen 25 Prozent des Kapitals aus.

Die SPD-Landtagsfraktion begrüßt, dass das Stipendium Studierenden aus entwicklungsschwächeren Ländern künftig ermöglicht, ihr komplettes Studium in Baden-Württemberg zu absolvieren wollen. Ursprünglich sollten damit nur Austauschstudierende mit einer maximalen Aufenthaltsdauer von zwei Semestern gefördert werden, erklärte deren Hochschulexpertin Gabi Rolland. Auf Antrag ihrer Fraktion habe es Nachbesserungen gegeben.

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