Kriminalität unter Flüchtlingen Mehr Straftaten von Asylbewerbern

Von Jürgen Bock, Wolf-Dieter Obst 

Immer mehr Flüchtlinge bekommen Probleme mit der Polizei Foto: dpa
Immer mehr Flüchtlinge bekommen Probleme mit der PolizeiFoto: dpa

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Baden-Württemberg. Damit steigt auch die Zahl der Straftaten, die von Asylsuchenden begangen werden. Die Polizei stellt fest, dass manche Delikte geradezu Ländersache sind.

Stuttgart - „Analog zu den weiterhin stark gestiegenen Flüchtlingszahlen hat auch die Zahl tatverdächtiger Asylbewerber stark zugenommen“, sagt Günter Loos, Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums. Zahlen für dieses Jahr veröffentlicht das Land zwar noch nicht, aber bereits 2013 hatte es einen Anstieg um 94 Prozent auf 3590 Tatverdächtige gegeben. Das ist ein kleiner Anteil an der Gesamtzahl aller Verdächtigen, doch der Trend ist eindeutig – laut Experten auch ausgelöst durch Platzmangel und Konflikte in Unterkünften.

Rätsel gibt der Polizei ein Phänomen auf, das die Ermittler in den vergangenen Monaten verstärkt beobachtet haben: Manche ­Delikte scheinen zunehmend mit dem Herkunftsland zusammenzuhängen. Allein in Stuttgart sind in diesem Jahr bereits 30 junge Männer aus Gambia wegen des Handels mit Marihuana in Untersuchungshaft gekommen. Ebenso viele Algerier sind wegen Diebstählen in Discos und Szeneclubs festgenommen worden. Georgier dagegen fallen immer wieder mit Diebestouren durch das ganze Land auf.

Ermittler klagen hinter vorgehaltener Hand, dass die Verfolgung solcher Delikte schwierig sei. Geldstrafen können Asylbewerber in der Regel nicht bezahlen, für eine Haftstrafe oder gar Abschiebung müssten schwere Straftaten vorliegen. Das Asylrecht stehe manchen Sanktionen entgegen.

Die Städte forderten unterdessen das Land auf, sie bei der Unterbringung von Flüchtlingen besser zu unterstützen. Vor allem die Kosten für die medizinische Betreuung müssten lückenlos gedeckt werden, sagte Städtetagspräsidentin Barbara Bosch. Asylbewerber müssten auch länger in den Erstaufnahmeeinrichtungen verbleiben.

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