Katzenjammer Kater mit Drahtschlinge gequält

Von Wolf-Dieter Obst  

Polizei sucht Besitzer eines Katers, der mit einer Drahtschlinge schwer misshandelt wurde.

Stuttgart - Der Kater bietet ein Bild des Jammers: Eine Drahtschlinge um den Hals, bereits in die Haut eingewachsen. Nur ein Auge, der Körper stark abgemagert. Ein Wunder, dass die Katze, die offenbar seit Monaten durch Stuttgart streunt, das alles überlebte. Eine Katze soll ja sieben beziehungsweise neun Leben haben - das vergangene sollte der Kater so schnell wie möglich abhaken.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, war der Tiernotdienst eingeschaltet worden, nachdem ein Anwohner der Burgherrenstraße in Feuerbach das Tier in seinem Garten im Gras entdeckt hatte. Der grau-weiß getigerte Kater wurde ins Tierheim nach Botnang gebracht, dort von Mitarbeiterin Antje Geiss begutachtet. Das linke Auge fehlte, war offenbar fachmännisch operativ entfernt worden. "Das Tier war außerdem kastriert", sagt Antje Geiss, "es muss also einmal einen Besitzer gehabt haben."

Kater nur noch Wegwerfware

Offenbar war der Kater zuletzt nur noch Wegwerfware. Unbekannte Tierquäler wollte ihn ins Jenseits befördern - mit einer Drahtschlinge um den Hals. Antje Geiss entdeckte die Spuren zufällig, als sie den Hals näher begutachtete, weil der kein Fell mehr hatte. Eine Drahtschlinge war bereits in die Haut eingewachsen.

Ein Befund, der an den Fall des Bimmel-Fuchses erinnert. Unbekannte hatte einem Fuchs eine Kette mit einer Glocke um den Hals gebunden und im Stadtteil Gaisburg ausgesetzt. Der Fuchs konnte dadurch nicht mehr jagen - und entwischte mehrfach den Tierfreunden, die ihn von der Glocke befreien wollten. Anfang April wurde er in Gaisburg aufgespürt. Angesichts der schwerwiegenden Wunden durch die eingewachsene Kette erlöste ein Polizist mit einem Schuss aus der Dienstwaffe den Fuchs von seinen Leiden.

Der Kater hat dagegen etwas mehr Glück. Durch die Schlinge litt er erkennbar unter Atemnot, konnte nicht jagen, sich kaum ernähren. "Als er hier abgegeben wurde, drohte ihm ein Nierenversagen", sagt Antje Geiss, "mit Infusionen konnten wir ihn wieder aufpäppeln." Inzwischen ist der Kater wieder soweit, dass er frisst.

Die Ermittlungsgruppe Tierschutz der Polizei hat den Fall übernommen. Jährlich gehen bei der Dienststelle mehr als 750 Anzeigen ein. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Fälle der Tierquälerei mehr als verdoppelt. Dabei machen vernachlässigte und kranke Tiere den fünf Spezialisten immer mehr Arbeit. Bei vorsätzlicher Tierquälerei nimmt die Zahl der Fälle über die Jahre ab. Hinweise im Kater-Fall werden erbeten über Telefon 0711/8990-3900.

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