Katholische Kirche Deutsche Bischöfe erlauben die "Pille danach"

dpa, 21.02.2013 15:02 Uhr

Trier - Katholische Krankenhäuser in Deutschland dürfen vergewaltigten Frauen die „Pille danach“ verordnen, wenn sie die Befruchtung verhindert und nicht abtreibt. Darauf haben sich die deutschen Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Trier geeinigt. Medikamente, die den Tod des Embryos bewirken, dürften weiterhin nicht angewendet werden, teilte die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Donnerstag mit.

Mit ihrer Entscheidung folgen die Bischöfe der neuen Linie des Kölner Kardinals Joachim Meisner, der die „Pille danach“ jüngst in seinem Erzbistum erlaubt hatte. Meisner war vorgeprescht, nachdem die Behandlung einer vergewaltigten Frau von zwei katholischen Krankenhäusern in Köln abgelehnt worden war.

Der Kurswechsel in der katholischen Kirche bei der „Pille danach“ sei möglich geworden, weil neue Präparate mit anderen Wirkweisen auf den Markt gekommen seien, teilte die DBK weiter mit. Auf ihrer viertägigen Vollversammlung, die am Donnerstag zu Ende ging, haben die Bischöfe zudem die Weichen für mehr Frauen in kirchlichen Führungsjobs gestellt.

 

 
 
Kommentare (8)
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FEB
25
Auch wer, 07:47 Uhr

@jsmill

Wenn sie kein Katholik sind, braucht sie die Meinung von katholischen Bischöfen natürlich nicht zu interessieren. Sie haben aber zu akzeptieren, daß es viele Menschen gibt, die aufgrund ihres Glaubens sehr wohl an den Meinungen der Bischöfe interessiert sind oder sich sogar daran gebunden sehen.

FEB
22
jsmill, 21:07 Uhr

Religionen sind ethisch irrelevant

„Bischöfe haben nichts zu erlauben oder zu verbieten“, wie ein Vorredner schrieb. Auf welcher Grundlage außer der der Selbstanmaßung sollte sie es auch tun? Auf Basis einer spätantiken Kompilation bronzezeitlicher bis antiker Mythen und Legenden namens Bibel, die für die Mehrheit der Menschen so wenig überzeugend ist wie der Koran, die Veden, die Edda oder der Talmud? Auf Basis gemutmaßter Gebote und Verbote eines gemutmaßten Gottes? Des Gottes oder der Götter welcher Religion dann bitte? Von der Existenz eines menschlichen Gesetzgebers kann ich mich auch als Skeptiker überzeugen, durch einen Besuch des Deutschen Bundestages beispielsweise. Wie „um Himmels willen“ überzeuge ich mich als Agnostiker von der Existenz des Gottes x der Religion y? Warum sollte ausgerechnet Shiva mein ethischer Kompass sein und nicht Allah oder Odin? Die Menschen sollten langsam begriffen haben, dass sich eine Ethik nicht religiös oder metaphysisch fundieren lässt, weil sie dann nämlich mit beiden Beinen fest im Wolkenkuckungsheim willkürlicher dogmatischer Setzungen steht und damit im Reich der Beliebigkeit, das auch beliebige Grausamkeit und Barbarei als „gottgewollt“ gerechtfertigen kann. Nahezu jede Religion liefert hierfür hinlänglich blutige Beispiele. Eine Ethik muss und kann ausschließlich innerweltlich begründet werden. Wie das sehr überzeugend geht, zeigt z.B. der Philosoph John Rawls in seinem Buch „A Theory of Justice“ Der Umkehrschluss lautet damit, dass Priester – welcher Religion auch immer – in Ethikkommissionen nichts verloren haben, denn jeder sinnvolle Beitrag den sie dort leisten könnten, könnten sie nicht wegen ihrer religiösen Überzeugung leisten, sondern nur trotz dieser.

FEB
22
Auch wer, 12:32 Uhr

@Harry Peschke

'Bin ich froh, dass es Martin Luther gegeben hat.' Und der hat das Töten von Kindern erlaubt?

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