Integration Öney warnt vor Überforderung in der Flüchtlingskrise

Von Rainer Wehaus 

„Wir kommen mit dem Tempo nicht hinterher“, sagte Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) unserer Zeitung. Integration sei ein lebenslanger Lernprozess, der auch bei schon länger hier lebenden Ausländern noch nicht abgeschlossen sei.

Stuttgart - Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) hat in der Flüchtlingskrise vor einer Überforderung von Politik und Gesellschaft gewarnt, sollte der Zustrom anhalten. „Wir kommen mit dem Tempo nicht hinterher“, sagte sie. Integration sei ein lebenslanger Lernprozess. „Wir haben ja hier Gastarbeiter und deren Nachfolgegenerationen sowie EU-Ausländer, die auch noch Integrationsbedarf haben.“

Zugleich offenbarte die SPD-Politikerin, dass sie bei der von Grün-Rot geplanten Einführung einer Geldkarte für Flüchtlinge zunächst Bedenken hatte: „Diese Karte könnte falsch interpretiert werden“, habe sie intern gewarnt: „Flüchtlinge könnten nach Hause melden: Schaut mal, in Deutschland kriegt man auch noch eine Kreditkarte.“

Inzwischen seien die Bedenken aber ausgeräumt, die Geldkarte soll nicht die Anmutung einer Kreditkarte haben. Das steht in den Kriterien für die Ausschreibung des Auftrags, die Anfang Februar vom Landeskabinett beschlossen wurde.

Das Land will den derzeit 20 000 Flüchtlingen in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen das monatliche Taschengeld in Höhe von 143 Euro pro Person künftig nicht mehr in bar auszahlen, sondern in Form einer Geldkarte. So soll der Anreiz, wegen Bargelds nach Deutschland zu fliehen, entfallen. Die Geldkarte wird aber erst von einer neuen Regierung nach der Landtagswahl eingeführt – oder auch nicht.

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