Graffiti in Stuttgart-Vaihingen Bunte Kunst aus der Dose

Von Leonie Schüler 

Es ist genug für alle da: Jeder Schüler der Klasse 8 B durfte eine Säule im Laubengang  selbst besprühen. Foto: Leonie Schüler
Es ist genug für alle da: Jeder Schüler der Klasse 8 B durfte eine Säule im Laubengang selbst besprühen. Foto: Leonie Schüler

Schüler des Fanny-Leicht-Gymnasiums haben Säulen des Innenhofs mit Graffiti-Kunst bemalt. Angeleitet wurden sie von ihrem Lehrer Christoph Ganter, einem international bekannten Graffiti-Künstler.

Vaihingen - Der Himmel hängt grau über dem Innenhof des Fanny-Leicht-Gymnasiums, doch im Säulengang wird es immer bunter: 28 Schüler der Klasse 8 B haben am Donnerstag die Stützpfeiler in Grün-, Türkis- und Blautönen besprüht. Angeleitet wurden sie dabei von ihrem Englischlehrer Christoph Ganter, einem international bekannten Graffiti-Künstler.

Gelernt wird ganz nebenbei

Nicht nur der Innenhof wird durch die Aktion schöner, sondern die Schüler des bilingualen Zugs lernen ganz nebenbei Vokabeln wie Pinsel, Leinwand, Winkel, Farbe oder Übergänge – „eben alles, was man braucht, wenn man auf Englisch über Kunst sprechen möchte“, sagt Christoph Ganter. Denn die komplette Unterrichtsstunde über spricht er nur auf Englisch mit den Jugendlichen. „Sie lernen viel, ohne es überhaupt wahrzunehmen“, ist sich der 36-Jährige sicher.

Sechs Schulstunden lang beschäftigen sich die Schüler mit Graffiti-Kunst in der Theorie und in der Praxis. Zeit dafür ist da, denn laut ihrem Lehrer ist die Klasse leistungsstark und gut im Zeitplan. Die Begeisterung der Jugendlichen für die Sprühkunst zu gewinnen, sei sehr einfach gewesen. „Graffiti ist in der Jugendwelt angekommen, ihr Interesse ist groß“, sagt Ganter, der unter dem Künstlernamen Jeroo in der Szene bekannt ist. Er hat schon Aufträge von der Stadt Stuttgart oder Netze BW bekommen. Ein Graffiti-Lehrbuch von ihm wurde in fünf Sprachen herausgegeben. Ganter gefällt an der Sprühkunst, dass sie für die Öffentlichkeit verfügbar ist. „Und die Dimension, so groß malen zu können, hat mich schon immer fasziniert.“

Eine willkommene Abwechslung

Neben der richtigen Technik lernen seine Schüler auch, dass die Graffiti-Kunst nur auf bestimmten Flächen erlaubt ist. „Wir haben besprochen, warum es verwerflich ist, private Flächen zu besprühen“, sagt Ganter und verweist auf die Unterführung an der Kurmärker Straße in Vaihingen, auf der Sprüher sich legal austoben können.

Die Schüler der 8 B sind eifrig am Sprühen. „Ich finde es eine gute Abwechslung“, sagt der zwölfjährige Moritz. „Wir haben diese Woche viele Tests gehabt.“ Auch die 13-jährige Maria hat Spaß: „Es ist mal was anderes, als im Klassenzimmer zu sitzen. Es ist cool, dass unser Lehrer das kann.“

Redaktion Vaihingen

Ansprechpartner
Rüdiger Ott und Alexandra Kratz
vaihingen@stz.zgs.de

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