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G8 gegen G9 Die Turbo-Schüler holen auf

Maria Wetzel , vom 22.09.2011 19:25 Uhr
Das achtjährige Gymnasium hat bei Eltern, Schülern und Lehrern für viel Aufregung gesorgt, jetzt justiert das Land nach. Foto: dpa
Das achtjährige Gymnasium hat bei Eltern, Schülern und Lehrern für viel Aufregung gesorgt, jetzt justiert das Land nach. Foto: dpa

Stuttgart - Können die einen Schüler in acht Jahren lernen, wofür andere neun Jahre brauchen? Ja, sie können, gab das Kultusministerium in Stuttgart am Donnerstag bekannt. Die Leistungsunterschiede zwischen den Schülern, die nach acht Jahren Gymnasium Abitur machen, und denen, die noch neun Jahre Zeit hatten, sei weiter geschrumpft. Im Durchschnitt liegen die G-8-Schüler, die seit einem Jahr zusammen mit den G-9ern die Kursstufe besuchen und im nächsten Jahr mit ihnen Abitur machen, um 0,28 Notenpunkte hinter ihren Klassenkameraden. Das entspricht dem Zehntel einer herkömmlichen Schulnote. Nach dem ersten Halbjahr betrug der Abstand noch 0,44 Notenpunkte.

"Die Eltern der G-8-Schüler können sich darauf verlassen, dass ihre Kinder beim Abitur nicht benachteiligt sind", sagte Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD). Für die Untersuchung hatte das Landesinstitut für Schulentwicklung die Zeugnisse von 7800 Schülern verglichen. Am größten sind die Unterschiede mit 0,55 Notenpunkten im Fach Englisch. In Französisch betrug die Differenz 0,16, in Mathematik 0,27, in Deutsch 3,2 Notenpunkte.

Dass sich der Abstand verringert habe, sei auf gute Unterstützung der einzelnen Schüler zurückzuführen, so die Kultusministerin. Schulen mit auffälligen Leistungsunterschieden erhielten weiter Beratung.

Um die Belastung im G8 abzubauen, sollen die Bildungspläne überarbeitet werden und die Gymnasien weitere Lehrerstunden erhalten. Vom Schuljahr 2012/13 an will Warminski-Leitheußer an Modellschulen auch wieder neunjährige Züge zulassen. Die CDU hält das für überflüssig. Die neue Studie belege, dass das achtjährige Gymnasium inzwischen gut umgesetzt werde, sagte Landtagsfraktionsvize Volker Schebesta.

Kommentare (4)
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SEP
25
23:08 Uhr, geschrieben von kajoge
Wer Turbo will, kann Turbo machen...
...aber eigentlich geht es in Kindheit und Jugend doch um ein wenig mehr als nur um lernen, lernen, lernen... Ich möchte meine eigene entspannte Schulzeit nicht missen mit Zeit für mich und meine vielen außerschulischen Interessen und bedauere meinen Sohn, der unter wahnsinniger Zeitknappheit leidet. Hier geht es nicht darum, ob wir unsere Kinder durch die Schulzeit hetzen können - ja, das geht natürlich, aber um welchen Preis?! -, sondern darum, dass sie auch noch Zeit für ihre ganz persönliche Entwicklung, für Hobbys, Freunde etc. haben sollten. Auch das Üben des Stoffs, das Forschen, eigenständige Arbeiten und längere Beschäftigen mit einem Thema fällt heutzutage völlig flach. Was haben wir von ausgebrannten Kindern/Jugendlichen, die am Ende ihrer Schulzeit nur noch eines wollen: 1 Jahr für sich ganz alleine, möglichst im Ausland, um Luft zu holen und Kraft zu schöpfen und sich vom Schulstress zu erholen. Damit ist das angeblich eingesparte Jahr gleich wieder "verloren". Nebenbei gesagt hat z.B. auch Italien 13 Schuljahre, und ich kann mich an niemanden aus meiner Generation erinnern, der hier oder im Ausland Schwierigkeiten bekommen hätte, weil er bei Berufsbeginn "schon so alt" gewesen ist. Im Gegenteil: die meisten Länder beneiden uns um unsere (bisher) gute Ausbildung. Aber vielleicht bald nicht mehr.
SEP
25
15:59 Uhr, geschrieben von Der Ulmer
...wenn G8 gut laufen wird...
Ja wenn; aber selbst dann wird mit G8 der Beruf Schüler zum Vollzeitjob. Wo bleibt nach einem voll verplanten Schultag noch Zeit für außerschulische Aktivitäten? Nicht zuletzt fürchte ich auch, daß dann während der ganzen acht Jahre Gymnasium die Schüler und Schülerinnen kaum mehr von den Eltern guten Gewissens für haushaltliche Pflichten herangezogen werden können, um sie nicht noch mehr zu belasten. Ein weiterer Schritt, der unsere Gesellschaft spaltet; die gutbetuchten Eltern hatten es noch nie nötig, daß ihre Kinder im Haushalt mit anpackten. In Haushalten, in denen beide Elternteile arbeiten (müssen) wird wohl verstärkt zu Ungunsten des Gynasiums entschieden werden: Lieber die Kinder auf die Realschule, da haben sie dann noch genügend Luft, um zu Hause mit anpacken zu können.
SEP
23
00:34 Uhr, geschrieben von einem, der zu lange zur Schule gehen musste
Wenn G8 gut laufen wird, will keiner mehr ein Jahr länger auf die Schule ...
12 Jahre reichen völlig. In der heutigen Berufswelt und in der heutigen Medienwelt, da lernt man sowieso mehr als früher lebenslang. Ja, es wird einem durch G9 ein Jahr gestohlen, das man sinnvoller anders nutzen könnte. Es ist nicht überraschend, dass inzwischen G8 fast so gute Ergebnisse zeigt wie G9. Wenn ich nochmal Schüler wäre, würde ich G8 bevorzugen, eindeutig. So ist es inernational nebenbei bemerkt längst üblich, wer leistet sich schon so viel Schulzeit wie wir Deutschen??? Und die traditionell 12-jährigen Schulen in den neuen Bundesländern belächeln uns sowieso seit langem.
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