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Flüchtlinge in Stuttgart Reitstadion wird Unterkunft für Nordafrikaner

Von Jürgen Bock 

Zu Beginn haben viele Nationen im Reitstadion zusammengelebt – jetzt sollen nur noch Nordafrikaner dort unterkommen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Zu Beginn haben viele Nationen im Reitstadion zusammengelebt – jetzt sollen nur noch Nordafrikaner dort unterkommen.Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

In der Zeltstadt im Stuttgarter Reitstadion sollen vorerst nur noch Flüchtlinge aus Nordafrika unterkommen. 75 von ihnen sind bereits da – die meisten von ihnen Problemfälle, die in Wertheim und Ellwangen Ärger gemacht haben.

Stuttgart - Das Stuttgarter Regierungspräsidium plant, in Zukunft sämtliche Nordafrikaner, die in der Erstaufnahmestelle in Ellwangen ankommen, binnen kurzer Zeit ins Stuttgarter Reitstadion zu verlegen. Sie sollen von anderen Flüchtlingen möglichst getrennt unterkommen, weil sie zum einen in jüngster Zeit häufig Ärger gemacht haben, zum anderen nicht in die Stadt- und Landkreise weiterverlegt werden sollen. „Es sind aber keine großen Zahlen zu erwarten“, sagte eine Sprecherin unserer Zeitung.

Derzeit leben 75 Algerier in der Zeltstadt am Cannstatter Wasen. Es handelt sich dabei großteils um Flüchtlinge, die in Ellwangen und Wertheim auffällig geworden sind. Das Sicherheitspersonal ist auf 40 Mitarbeiter aufgestockt worden. Ein Sprecher des Innenministeriums betont, es sei nicht geplant, das Reitstadion dauerhaft zum Quartier für schwierige Fälle zu machen.

Bei der Stadt Stuttgart zeigt man sich verwundert über die Pläne. Man stelle dem Land gerne Flächen für Erstaufnahmeeinrichtungen zur Verfügung, sagt ein Sprecher. „Wir würden es aber begrüßen, rechtzeitig davon zu wissen, wenn das Land auffällig gewordene Flüchtlinge verstärkt in einer der Aufnahmestellen in Stuttgart unterbringt.“

Während es bei der Unterbringung von Flüchtlingen zu Problemen kommt, schätzen Ökonomen die Einflüsse der Neuankömmlinge auf den Arbeitsmarkt nicht als besorgniserregend ein. Zwar sei damit zu rechnen, dass viele Flüchtlinge in Schwarzarbeit abdriften, wie eine Prognose des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung und der Universität Linz zeigt. Von einer Verdrängung im Niedriglohnsektor sei aber nicht auszugehen. Zudem würden 85 Prozent dessen, was Flüchtlinge in Schwarzarbeit erwirtschafteten, zurück in den Wirtschaftskreislauf fließen.

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