Filderbahnhof Minister erteilt Ausnahmegenehmigung

Von Konstantin Schwarz  

Noch fahren nur S-Bahnen unter dem Flughafen. Zum neuen Filderbahnhof sollen künftig auch ICEs   Foto: Piechowski
Noch fahren nur S-Bahnen unter dem Flughafen. Zum neuen Filderbahnhof sollen künftig auch ICEs Foto: Piechowski

Verkehrsminister Peter Ramsauer hat für den Filderbahnhof eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Stuttgart - Die Deutsche Bahn darf ihre Baupläne im Rahmen von Stuttgart 21 am Landesflughafen umsetzen. Damit entstehen am Airport zwei Bahnhöfe mit Fernverkehranschluss.

Am Stuttgarter Flughafen wird für Stuttgart 21 ein neuer unterirdischer Halt für die Züge von und nach München gebaut. Die Verbindung von und nach Zürich (Gäubahn) soll über den bereits bestehenden S-Bahn-Halt unter den Terminals abgewickelt werden.

Die Gegner erwarten, dass Stuttgart 21 scheitert

Bereits vor drei Jahren hatte die Bahn in Berlin dafür auf eine so genannte Ministererlaubnis gepocht. Mit ihr können Einwände des Eisenbahn-Bundesamtes (Eba), das für Bahntechnik und -sicherheit maßgebend ist, aufgehoben werden. Das Amt hatte die Nutzung des S-Bahn-Tunnels noch im März wegen Sicherheitsbedenken verweigert. Den Röhren unter dem Airport und Echterdingen fehlen zur notwendigen Breite von 9,40 Metern rund 40 Zentimeter.

Ohne Ministererlaubnis hätte die Bahn bei dem auf 4,1 Milliarden Euro berechneten Großprojekt Stuttgart 21 eine rund 80 Millionen Euro teure Neuplanung beginnen müssen. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Hängepartie am Montag beendet, aber Auflagen verfügt. Er ist dabei Kompromisse eingegangen. So müssen die Rettungswege entlang der Tunnelwände zwar auf einen Meter verbreitert werden. Die Wagenkästen der Fernzüge ragen nach Informationen unserer Zeitung allerdings etwa zehn Zentimeter in diese Fluchtwege hinein.

Auf den Fildern und in der City, wo der neue unterirdische Hauptbahnhof entsteht, ist der Zeitplan für Stuttgart21 aus dem Lot. Bahn-Chef Rüdiger Grube und Planungschef Hany Azer wollen im Juli neue Daten nennen. Die Gegner erwarten, dass Stuttgart 21 scheitert. Sie mutmaßen, dass sich die Strecke nach Ulm massiv verteuert und Stuttgart 21 dafür aufgegeben wird.

 

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