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Feinstaubalarm in Stuttgart Was der Alarm bedeutet

Von red/lsw 

Warntafeln weisen auf den Feinstaubalarm hin. Foto: Stadt Stuttgart: Max Kovalenko/Lichtgut
Warntafeln weisen auf den Feinstaubalarm hin.Foto: Stadt Stuttgart: Max Kovalenko/Lichtgut

Die Stadt Stuttgart hat wieder Feinstaubalarm ausgelöst. Die Bürger sind dazu aufgerufen, von Freitag an ihr Auto daheim zu lassen. Wie der Alarm funktioniert, wann er wieder endet und welche Konsequenzen er hat, lesen Sie hier.

Stuttgart - Die Stadt hat zum zweiten Mal in diesem Jahr Feinstaubalarm ausgelöst. Die wichtigsten Fragen dazu beantworten wir hier.

Wer löst den Feinstaubalarm aus?
Die Stadt Stuttgart. Sie beruft sich dabei auf Voraussagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) - denn die Wetterlage beeinflusst die Konzentration des Feinstaubs im Stuttgarter Talkessel erheblich.
Wann kommt es zum Feinstaubalarm?
Wenn das Austauschvermögen der Luft in Stuttgart stark eingeschränkt ist. Laut DWD beeinflussen unter anderem folgende Kriterien die Feinstaubbelastung negativ: fehlender Regenfall, ungünstige Windrichtung oder geringe Windgeschwindigkeit. Wenn bestimmte Kriterien voraussichtlich gleichzeitig an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auftreten, wird der Alarm ausgelöst.
Wie erfahren die Bürger vom Feinstaubalarm?
Auf der Internetseite www.stuttgart.de/feinstaubalarm gibt die Stadt Stuttgart den Feinstaubalarm rund eineinhalb Tage im Voraus bekannt. Die Warnung wird außerdem im Verkehrsfunk genannt und über Anzeigetafeln an den großen Straßen in die Stadt angezeigt. Darüber hinaus will die Stadt die Meldung über Twitter und Facebook verbreiten und die Medien informieren.
Was ist im Fall des Feinstaubalarms zu tun?
Die Stadt Stuttgart empfiehlt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, Fahrgemeinschaften zu bilden, Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zu gehen. Wer doch ein Auto braucht, könne auf ein Elektromobil oder ein E-Taxi umsteigen. Darüber hinaus solle man Freizeitverkehr reduzieren und Kaminöfen, die nicht unbedingt zum Heizen gebraucht werden, nicht anfeuern.
Wird bestraft, wer beim Feinstaubalarm trotzdem fährt?
Nein. Das sind zunächst alles nur Empfehlungen, kein Muss. Sollte der freiwillige Autoverzicht nicht dazu führen, die Feinstaubbelastung auf die erlaubten Grenzwerte zu reduzieren, könnte es ab 2018 verbindliche Vorgaben für Autofahrer geben. Die Stadt prüft zwei Alternativen. Zum einen könnte dann die Einfahrt nur noch für Fahrzeuge erlaubt sein, in denen mindestens zwei Personen sitzen oder die durch eine bisher noch nicht eingeführte blaue Plakette als besonders emissionsfrei gekennzeichnet sind. Zum anderen könnte der Verkehr per Zufallsprinzip reduziert werden, indem zum Beispiel nur noch Autos mit gerader oder mit ungerader Zahl im Kennzeichen in die Stadt fahren dürfen. Elektro-Fahrzeuge wären davon ausgenommen.
Was ist der Grund für den Feinstaubalarm?
Die Europäische Union schreibt Grenzwerte für den Feinstaub-Gehalt in der Luft fest. Demnach darf der Tagesmittelwert bei höchstens 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft liegen. Dieser Grenzwert darf laut EU an 35 Tagen überschritten werden. Stuttgart liegt seit Jahren weit darüber; Mitte November 2015 hatte es bereits 52 Tage mit Überschreitung gegeben. Wegen hoher Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte laufen gegen Deutschland EU-Vertragsverletzungsverfahren. Das Land muss die Grenzwerte künftig einhalten, um einer Strafe zu entgehen. Das ist der Anlass für den Alarm.
Was soll der Feinstaubalarm bringen?
Die Stadt erhofft sich dadurch ein Umdenken. „Dass Stuttgart ein Problem mit der Luft hat, wissen viele“, sagt Pressesprecherin Jana Braun. Die Stadt wolle bekanntmachen, dass jeder seinen Teil zu einer geringeren Belastung beitragen kann.
Wann endet der Feinstaubalarm wieder?
Wenn der Deutsche Wetterdienst für zwei aufeinanderfolgende Tage ein gutes Austauschvermögen der Luft voraussagt.
Warum ist die Luft ausgerechnet in Stuttgart so schlecht?
Nach Angaben der Stadt Stuttgart liegt das an der topografischen Lage der Stadt, der sogenannten Kessellage, die wenig Luftbewegung in der Innenstadt zulässt. Bei den häufigen Inversionswetterlagen in der Stadt wird die Luft demnach am Boden gehalten, Schadstoffe stauen sich in bodennahen Luftschichten.
Welche Schwächen hat der Plan?
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes gibt es keine exakte Korrelation zwischen Wetterlage und Feinstaubbelastung. Es könne also sein, dass die Grenzwerte überschritten werden, wegen unverdächtiger Wetterlage aber kein Feinstaubalarm ausgelöst wird.
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