Familie des ermordeten Armani Vater schlägt Fotografen krankenhausreif

Von Nils Mayer 

Hier war’s wieder friedlich – beim Trauermarsch am 26. Juli  für den ermordeten Achtjährigen Foto: dpa
Hier war’s wieder friedlich – beim Trauermarsch am 26. Juli für den ermordeten AchtjährigenFoto: dpa

Nahe Familienangehörige des ermordeten Achtjährigen haben einen Pressefotografen brutal zusammengeschlagen. Das Opfer erlitt massive Gesichtsverletzungen und musste mehrere Tage stationär in einem Krankenhaus behandelt werden.

Freiburg - Familienangehörige des ermordeten Achtjährigen haben einen Pressefotografen zusammengeschlagen, weil er das Grab des Jungen fotografiert hat. Das Opfer erlitt massive Gesichtsverletzungen und musste stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg, Michael Mächtel, den Stuttgarter Nachrichten.

Weil dem Bildjournalisten zudem die Speicherkarten mit den Fotos vom Grab abgenommen wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen zwei Angehörige wegen Körperverletzung und räuberischen Diebstahls. Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten ist einer der beiden mutmaßlichen Täter der Vater des toten Armani.

Der Vorfall hatte sich am Tag der Beerdigung vor einer Woche ereignet. Er wurde erst jetzt durch Nachfragen unserer Zeitung bekannt.

Die Leiche des Jungen wurde vergangenen Freitagvormittag auf einem Friedhof im Stadtteil Haslach beigesetzt – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Erst mehrere Stunden danach schoss der Bildjournalist Fotos vom Grab des getöteten Jungen. Rein rechtlich habe der Fotograf sich nichts zu Schulden kommen lassen, sagt eine Polizeisprecherin. Offenbar war aber die noch immer anwesende Familie nicht damit einverstanden.

Ein Familienmitglied soll den Fotografen bedroht und die Herausgabe der Speicherkarte gefordert haben. Als sich der Bildjournalist weigerte, soll der Vater des ermordeten Kinds ausgerastet sein und derart brutal auf den Mann eingeprügelt haben, dass dieser einen Kiefer- und einen Augenhöhlenbruch erlitt.

Weder die Staatsanwaltschaft noch die Polizei hatten den Fall öffentlich gemacht. „Auf ausdrücklichen Wunsch des Opfers“, wie es heißt.

Die Suche nach dem Mörder des Jungen geht unterdessen weiter.

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