Elevator Pitch BW Ein weiterer Schritt für Jungunternehmer auf dem Weg zum Erfolg

Von David Werner 

Die Gründer des Übermorgen-Magazin landeten auf dem dritten Platz. Foto: Werner
Die Gründer des Übermorgen-Magazin landeten auf dem dritten Platz. Foto: Werner

Man muss nicht nach Kalifornien reisen, um jungen Existenzgründern bei der Arbeit zu zusehen. Beim „Elevator Pitch BW“ präsentieren sich Jungunternehmer aus Baden-Württemberg der Öffentlichkeit.

Stuttgart - Wer kennt sie nicht, die morgendliche Aufzugfahrt ins Büro. In nahezu jeder Etage steigen weitere Fahrgäste zu und die Platzverhältnisse werden immer angespannter. Ähnlich wie bei einer Aufzugfahrt könnten sich auch die Teilnehmer des diesjährigen Regional-Cups Stuttgart des Elevator Pitch BW gefühlt haben, der am Freitagabend im Club „Kowalski“ in der Kriegsbergstraße ausgetragen wurde –

Der „Elevator Pitch BW“ ist ein seit 2013 vom Landeswirtschaftsministerium durchgeführter Wettbewerb für Jungunternehmer, die mit ihrer Geschäftsidee an die Öffentlichkeit gehen und wertvolle Kontakte zu Geschäftspartnern oder Geldgebern knüpfen wollen. Nach 17 Vorentscheiden – 15 davon in verschiedenen Regionen Baden-Württembergs, zwei in speziellen Branchen – treffen sich die Sieger am 17. Juni wieder in Stuttgart, um den Gesamtgewinner zu küren.

Doch zurück zum Fahrstuhl. Dieser stand auch am Freitagabend im Fokus und wurde durch eine schmale Bühne, auf der sich die angehenden Unternehmer präsentieren konnten, dargestellt. In nur drei Minuten – also für die Dauer einer etwas längeren Fahrstuhlfahrt – mussten die 10 Kandidaten ihre Idee einer Jury präsentieren und in weiteren drei Minuten der Jury Rede und Antwort stehen.

Jungunternehmer erzählen Geschichten

Marie Hagdorn, die in einer Werbeagentur arbeitet, legte los und erzählte eine Geschichte von einer Frau, die von der Liebe getrieben in eine neue Stadt zieht, dort aber niemanden kennt. Mit ihrem Netzwerk „Beste Freundin gesucht“ möchte sie nach eigenen Angaben das Schicksal dieser Frauen verändern und ihnen die Möglichkeit zur Vernetzung und Austausch bieten. Die Plattform, die 2015 online ging, hat bislang 65.000 aktive Nutzer im Monat und erhält immer wieder Zuschriften von Frauen, die sich dadurch kennengelernt haben.

Auch Josef Schwellinger tischte den Zuhörern und der Jury seine Geschichte auf. Er berichtete von seinen Reisen und seiner Erfindung, Dank der er immer ein gebügeltes Hemd dabei habe. Bei der von dem Schreinermeister entwickelten „Fredbox“, die für 90 Euro zu haben ist, handelt es sich um eine Transportschachtel, kaum größer als ein Briefumschlag im DIN-A4-Format aus Holz-, die den knitterfreien Transport von Hemden und Blusen ermöglicht.

Gewinner-Team kommt aus Stuttgart

Für ein Lächeln bei Jury und Publikum sorgte Sebastian Stahl mit seinem Auftritt im „Aufzug“. Der Vater einer Tochter erzählte, wie er in den ersten Monaten nach der Geburt bis zu zehn Mal ans Bett des Babys gehen musste, weil der Schnuller nicht mehr zu finden war. Daraufhin entwickelte der Jungunternehmer aus Echterdingen einen „Schnullerspender“, der bequem am Kinderbett angebracht werden kann und für die elterliche Entlastung sorgt. „In Deutschland, Europa und Amerika gibt es 7,8 Millionen Kinder, die einen Schnuller benutzen. Das sind 7,8 Millionen potenzielle Kunden für uns“, berichtete der Existenzgründer von seinen Expansionsplänen.

Doch auch diese Geschichte konnte die Jury nicht komplett überzeugen. Das Rennen machte schließlich Martin Langlinderer, der als Vertreter der offenen Werkstatt „Hobbyhimmel“ in Stuttgart-Feuerbach auf die Bühne trat. Mit einem Hammer in der Hand erzählte der Hobbyhandwerker von Bohrmaschinen, die eine durchschnittliche Lebensdauer von nur 13 Minuten hätten und zehn Millionen Tonnen Elektroschrott, die jedes Jahr in der EU entstehen.

Gegen Gebühr stehen in der 300 Quadratmeter großen Halle in dem Stadtbezirk jedem Hobbyhandwerker Werkzeug und Räumlichkeiten zur Verfügung, um eigene Ideen in die Tat umzusetzen. „Ich arbeite gefühlt 100 Stunden in der Woche. Aber es fühlt sich wirklich richtig an“, sagt der studierte Wirtschaftsingenieur, der seine Idee gerne in andere Städte exportieren möchte.

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