Elektrogeräte Funktionierender Schrott
Sandra Markert, 07.02.2013 08:00 Uhr
Zu groß und mit schlechter Bildqualität: Tonneweise landen alte Röhrenfernseher auf dem Sperrmüll, weil sie durch ein Flachbildgerät ersetzt werden. Leisten kann sich das der Deutsche: 36 Stunden muss er heute noch für einen neuen Fernseher arbeiten, 1960 waren es 338 Stunden.Foto: Fotolia
Stuttgart - Der Föhn hat einen Wackelkontakt, die Waschmaschine pumpt nicht mehr ab – schon wieder, denkt so mancher Verbraucher und wird das Gefühl nicht los, dass Elektrogeräte heute viel schneller kaputt gehen als früher. Aber stimmt das tatsächlich? Und wenn ja, was sind die Gründe? Eine Spurensuche.
Die Hersteller
Höschen aus, ans Auto gebunden, fertig war das Abschleppseil: In alten Filmen hat die Nylonstrumpfhose noch solch große Auftritte, heute wachsen Laufmaschen schneller, als man eine neue Strumpfhose kaufen kann. Genau um diesen Absatz anzukurbeln hat der Konzern DuPont, Entwickler der Feinstrumpfhose, 1940 das Nylongewebe so abändern lassen, das die Haltbarkeit begrenzt war. Geplante technische Obsoleszenz lautet der Begriff, der in der letzten Zeit vor allem auch im Zusammenhang mit den Herstellern von Elektrogeräten auftaucht. Mit kürzeren Lebenszyklen, so der Vorwurf, wollen sie die Nachfrage ankurbeln. „Praktisch alle Hersteller weisen dies weit von sich, systematische wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema fehlen noch“, sagt Verbraucherforscherin Lucia Reisch, die derzeit unter anderem an der Zeppelin University in Friedrichshafen forscht. „Beispiele wie der Drucker, der nach einer bestimmten Seitenzahl kaputt geht, liefern aber Hinweise auf solche geplanten Sollbruchstellen.“
- Funktionierender Schrott
- Seite 2: Der Verbraucherschützer
- Seite 3: Der Elektrotechniker
- Seite 4: Der Kunde


34 Spieltage, 34 Chancen 


nach oben
Erfahrung mit Philips TV: Kann das Geschriebene leider bestätigen
Aus eigener, leidvoller Erfahrung kann ich das hier Geschriebene 100%ig bestätigen: Mein dreieinhalb Jahre alter und 900 Eur teurer Philips LCD TV hat sein Leben mit einer nach Plastik stinkenden Rauchwolke ausgehaucht. Das Netzteil ist durchgebrannt, wahrscheinlich wegen minderwertiger Qualität (was sonst nach 3,5 Jahren normalen Gebrauchs?). Veranschlagte Reparaturkosten: 350 bis 400 Euro, davon 200 Eur Transportkosten, da der Fernseher in der zentralen Werkstatt von Philips in Augsburg repariert werden sollte. Die restlichen 150 bis 200 EUR entfielen auf die aufwändige Reparatur des Netzteiles, da es keine Ersatznetzteile mehr für das 'alte Modell' (O-Ton Philips) gibt. Philips zeigte sich zudem wenig kulant und bot mir trotz drei monatiger Diskussion mit der Kunden-Hotline keine kundenfreundlichere Lösung an. Der Philips-TV liegt nun beim Elektro-Schrott und der neue Fernseher trägt nicht mehr das Philips-Markenlogo. Das Meiden eines Unternehmens, mit dem man einmal so schlechte Erfahrungen gemacht hat, scheint mir der einzige Weg für Verbraucher zu sein.