Drohbriefe gegen Politiker Ehemalige AfD-Mitglieder erstatten Strafanzeige

Von red/dpa 

Hans-Olaf Henkel wehrt sich gegen anonyme Drohbriefe. Foto: dpa
Hans-Olaf Henkel wehrt sich gegen anonyme Drohbriefe.Foto: dpa

Ex-AfDler sitzen für die abgespaltene Partei Alfa im Europaparlament. Das zieht den Zorn von AfD-Sympathisanten auf sich. Sie üben jetzt Druck auf diese Politiker aus. Diese wehren sich.

Stuttgart - Die früheren AfD-Mitglieder Bernd Kölmel und Hans-Olaf Henkel haben wegen anonymer Drohbriefe Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. In der Sache ermittle der Staatsschutz der Polizei, sagte Kölmel. Er ist Bundesvize der von der AfD abgespaltenen Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) und auch deren Landeschef im Südwesten. Zudem seien vier Alfa-Kandidaten für die Landtagswahl in Baden-Württemberg in Schreiben bedroht worden und hätten Anzeige erstattet, sagte er am Montag in Stuttgart.

In unflätiger Weise werden Kölmel und Henkel aufgefordert, ihre Mandate im Europaparlament an die rechtskonservative Alternative für Deutschland (AfD) abzutreten und ihre Partei abzuschaffen. Andernfalls, so heißt es in dem Schreiben, werde aufgeräumt. In der Drohung heißt es auch: „(...) bei deinen Kindern fangen wir an“.

Politiker wollen sich nicht einschüchtern lassen

Der zweifache Vater Kölmel vermutet ein, zwei Wirrköpfe mit AfD-Parteibüchern dahinter, keinen direkten oder indirekten Einfluss der Partei. „Ich lasse mich davon nicht einschüchtern“, sagte er. Als Absender tritt eine bislang unbekannte Gruppierung namens „AfD Armee Fraktion“ auf, die mit „Heil Höcke“ unterzeichnet hat. Björn Höcke ist der umstrittene Thüringer AfD-Chef. Die „Welt am Sonntag“ hatte zuerst über die Vorfälle berichtet.

Kölmel und andere Vertreter des liberal-konservativen Flügels hatten die AfD 2015 nach einem Machtkampf mit der neuen Vorsitzenden Frauke Petry verlassen und Alfa gegründet. Sie hatte bei der Landtagswahl ein Prozent der Stimmen erreicht, während die AfD aus dem Stand 15,1 Prozent erhielt. Die Europaabgeordneten Bernd Lucke, Joachim Starbatty und Ulrike Trebesius, ebenfalls zu Alfa gewechselte Ex-AfD-Mitglieder, erhielten laut Kölmel keine Drohbriefe.

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