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Cannstatter Wasen Tierschützer wollen Zirkus in die Knie zwingen

Von Klaus Eichmüller 

Tierschützer kritisieren, dass Dressur und Präsentation von Raubkatzen in der Manege Tierquälerei sei Foto: dpa
Tierschützer kritisieren, dass Dressur und Präsentation von Raubkatzen in der Manege Tierquälerei seiFoto: dpa

Tierschützer kritisieren Tierhaltung des Zirkus Charles Knie auf dem Cannstatter Wasen.

Stuttgart - Jedes Mal wenn ein Zirkus mit Löwen, Tigern und Co. in Stuttgart gastiert, kocht die Frage hoch, ob es moralisch und rechtlich vertretbar ist, unterm Chapiteau Wildtiere zu zeigen. Der Zirkus Charles Knie will mit Offenheit den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Fast regelmäßig marschieren bei Zirkuspremieren Mitglieder von Tierrechtsorganisationen wie Peta Deutschland e.V. auf, um das Publikum auf angebliche Verstöße gegen den Tierschutz und auf quälerische Dressurmethoden hinzuweisen.

Der Zirkus Charles Knie, der noch bis zum 7. November auf dem Cannstatter Wasen gastiert, wird wie viele andere Zirkusunternehmen auch seit Jahren mit solchen oder ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Und das Unternehmen Charles Knie wird nicht müde, das Gegenteil zu behaupten und auf seine untadelige Tierhaltung zu verweisen. "Wir betreiben eine Politik der offenen Tür", sagt Tourneeleiter Dieter Seeger, "wir haben nichts zu verbergen", und verweist auf insgesamt 43 Inspektionen im laufenden Jahr. Der Zirkusmann betont, dass man bei den jetzt auf dem Wasen zu sehenden Löwen und Tigern eigentlich nicht mehr von Wildtieren sprechen könne. "Die Katzen werden inzwischen in der achten Generation gezüchtet", sagt Seeger.

Lamas traben eine Extrarunde

Zusammen mit der Stuttgarter Sektion der Circusfreunde e.V. hat das Unternehmen Politik und Medien am Mittwoch zu einem Blick hinter die Kulissen eingeladen. Aus dem komplett eingeladenen Gemeinderat nahm lediglich Rose von Stein von der FDP die Gelegenheit wahr. Ordnungsbürgermeister Martin Schairer schickte als Vertretung den Amtstierarzt Hartmut Mayle von der Dienststelle Veterinärwesen.

Dabei kennt Mayle die Verhältnisse bei Charles Knie genau. Vor dem Gastspiel haben Mitarbeiter des städtischen Veterinärwesens das Unternehmen inspiziert. "Alle Anforderungen wurden eingehalten", sagt Mayle, "es gab keine Beanstandungen." Lediglich die Auslauffläche von zwei Friesenpferden musste vergrößert werden.

Hinter dem Zirkuszelt herrscht bereits am Vormittag Betriebsamkeit. Die Watussi-Rinder aus Afrika machen sich über ein paar belaubte Äste her, die als Raufutter dienen, Lamas traben eine Extrarunde. Zwei Seelöwen jagen durch ihr zehn mal fünf Meter großes Bassin. Ihr Getümmel wird immer wilder, fast entsteht der Eindruck, sie wollten die Besucher nass spritzen.

Immer wieder tauchen bei Gastspielen des Zirkus Charles Knie in Großstädten wie Hannover, Bonn oder Duisburg Aufkleber auf, die auf Werbeplakaten des Zirkus behaupten, das Gastspiel sei "wegen Tierquälerei" abgesagt. "Wir wissen inzwischen von Besuchern, dass diese Parolen jetzt auch in Stuttgart geklebt wurden", sagt Zirkussprecher Sascha Grodotzki. "In kleineren Städten gibt es das nicht."

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