Auf gut Schwäbisch Rückfahrkarten? Hemm’r et!

StN, 11.01.2013 12:15 Uhr
Inge Mierke aus Neuhausen erzählt über einen jungen Banker aus Schleswig-Holstein, der als junger Mann zur Deutschen Bank nach Stuttgart kam.

Stuttgart - Einige Erlebnisse rund um das Thema Verkehr. Inge Mierke aus Neuhausen erzählt: „Wir haben im Urlaub einen Banker aus Heide in Schleswig-Holstein kennengelernt. Der kam als junger Mann nach seiner Lehre zur Deutschen Bank nach Stuttgart. Er fand ein Zimmer auf den Fildern und wollte mit dem Bus von Sillenbuch in die Innenstadt fahren.

Er bat den Busfahrer um eine Rückfahrkarte zum Schlossplatz. Darauf antwortete der Fahrer: ,Hemm’r et!‘ Der junge Banker verstand nichts und wiederholte seinen Wunsch: ,Bitte einmal Schlossplatz hin und zurück‘, worauf der Busfahrer brummte: ,Sag e doch, hemm’r et.‘ Hilfesuchend blickte der Mann um sich, bis ihm jemand erklärte, dass es keine Rückfahrkarten gebe und er einzeln lösen müsse.“

„Eine kleine Glosse, als Kind selbst erlebt“, schreibt Dorothea Layer-Stahl aus Winnenden: „Als man noch echte Fahrkarten brauchte, kam der Fahrkartenkontrolleur und knipste unsere Karten während der Fahrt mit dem Kommentar: ,Ohne Loch ka mer koin fahra lassa.‘“

Helmut Gutbrod erinnert sich an einen Ausspruch seiner Mutter, Jahrgang 1924, für alle Damen der Gesellschaft, die meinten, etwas Besserers zu sein: „Doi moint au nur, sui hätt a Loch em Arsch.“

Walter Sachs aus Ostfildern schreibt: „Mir isch a Erlebnis aus de fuffziger Johr ei’gfalla. Ama schena Sonndich hen mir an Familiaausflug en d’Wilhelma g’macht. Onser Vadder, d’Mudder ond mir fenf Kender. Om elfe noach dr Kirch semmer vo Ruit durch da Wald, ufem alda Sträßle (heute gesperrt) noach Hedelfenga na gloffa.

Ond bald isch au scho d’Stroßaboh dohergfahra. Dabfer semmer eigstiega ond kaum semmer kokt, noa isch au scho dr Schaffner komma, en seira donklgraua Uniform mit glenzige Knepf, Schirmmitz ond seira Bauchladakass. ,No ebber ohne? Wer isch zuagstiega?‘

Mei Vadder hot em gwonga ond gsaid: ,Zwoi Ganze ond fenf Halbe!‘ Mit ons isch no a Frau mit ihrem Daggele eigstiega, zo dera hot dr Schaffner gsaid: ,Bei ehne sends anderthalb.‘ Noa ha i (acht Jahre alt) dr Schaffner gfroagt: ,Wieso muaß dui Frau fir ihrn Hond au zahla?‘ – ,Ha woisch Buale, nocher komme mr am Schlachthof vorbei, ond wemr fr d’Viecher nex verlanga dädet, no dädet d’Baura ihre Ochsa mit dr Stroßabah en d’Schlachthof brenga.‘ So hat halt älles sein Sinn.“

Von Herta Pfau aus Leutenbach stammt diese Anekdote: „Wenn ich als Beifahrerin mit meinem Mann im Auto unterwegs bin, habe ich die Angewohnheit, ihn immer auf etwaige Hindernisse aufmerksam zu machen. Unlängst war es auch wieder so. Ich sagte: ‚Pass uff, do kommt oiner!‘ Seine Reaktion: ,Schrei doch net emmer schoo vor de Stroich!‘“ Der schwäbische Spruch des Tages kommt von H. Flammer aus Balzholz: „Scheisele Herr Eisele ond vom Götz en scheena Gruass.“

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Kommentare (1)
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malpeigne Ist schon länger als 1 Jahr her
Da kann ich auch noch einen Beitrag liefern. In den 1950er Jahren Geburtstag von meinem Vater Jahrgang 1909. Der ganze Besuch sitzt zusammen und unterhält sich, was man denn so gemacht und wo man arbeitet. Nur damals hiess das nicht arbeiten sondern 'i bin bei'. Bis eine Frau zu ihrem Mann sagt: 'Paule hosch des g´hert, die sin älle und du Seggel du schaffsch.'
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