Annette Winkler Smart-Chefin setzt auf China

Von Frank Krause 

Smart-Chefin Annette Winkler. Foto: dpa
Smart-Chefin Annette Winkler.Foto: dpa

Die Smart-Chefin Annette Winkler sieht im chinesischen Automarkt trotz der schwächelnden Konjunktur weiterhin großes Potential. In Ballungsräumen wie Peking oder Shanghai habe Smart das weltweit stärkste Wachstum zu verzeichnen.

Stuttgart - Trotz der schwächelnden Konjunktur setzt Smart-Chefin Annette Winkler weiterhin auf China: „Mit Blick auf China und den chinesischen Automobilmarkt sind wir weiterhin, wie Mercedes-Benz, optimistisch“, sagte Winkler unserer Zeitung. „Wir sehen in China noch großes Potenzial, weil es dort viele Megastädte gibt. Insbesondere in Ballungsräumen wie Peking oder Shanghai haben wir mit Smart weltweit das stärkste Wachstum zu verzeichnen.“ Im vergangenen Jahr ist der Absatz gesunken: „2015 allerdings war das Jahr, in dem dort das Vorgängermodell ausgelaufen ist – das macht sich natürlich beim Absatz bemerkbar. Trotzdem konnten wir dort nach 17 800 Fahrzeugen in 2014 im vergangenen Jahr noch 13 100 verkaufen. Dieses Jahr bieten wir das neue Modell an, sukzessive kommen zusätzliche Motorisierungen dazu. Außerdem kommt im Frühjahr der Smart Forfour auf den chinesischen Markt und im Sommer das neue Cabrio. Insofern erwarten wir dort eine neue Dynamik.“ 2014 lag der Anteil Chinas am Gesamtabsatz bei rund 20 Prozent.

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW verstärkt ihrer Meinung nach die Diskussion um alternative Antriebsformen. „Unter den Smartkunden herrscht schon immer ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Die aktuellen Ereignisse verstärken eine Diskussion, die ohnehin schon lange geführt wird“, sagte Winkler. Sie fordert staatliche Unterstützung für den Kauf von E-Fahrzeugen. „Ob der Gesamtmarkt für Elektrofahrzeuge wächst, wird schlicht und ergreifend davon abhängen, ob den Kunden zusätzliche Anreize geboten werden“, so Winkler gegenüber dem Blatt. „Das fängt bei den kostenlosen Parkplätzen für E-Fahrzeuge in den Innenstädten an, geht über Sonderabschreibungen für gewerblich genutzte E-Fahrzeuge bis hin zu Kaufprämien für Privatkunden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich die E-Mobilität in den Städten langfristig durchsetzen wird. Aber wenn man den Prozess beschleunigen will, wird man nicht umhin kommen, die Kunden finanziell zu unterstützen. Denn natürlich ist E-Mobilität immer noch mit einem ziemlichen Aufpreis verbunden.“

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