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Amoklauf Winnenden Opfer sterben ein weiteres Mal

George Stavrakis , vom 05.10.2010 18:12 Uhr
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Stuttgart - Die Rechtsmedizin ist ein nüchternes Geschäft, bei dem sich Emotionen verbieten. Ganz so hat der renommierte rechtsmedizinische Sachverständige Dr.Heinz-Dieter Wehner im Prozess um den Amoklauf von Winnenden und Wendlingen sein Gutachten erstattet. "Wir haben die Leichen entkleidet, Schusslücken nummeriert, und dann ging die Leichenschau hintereinander weg." Von 43 Angehörigen der Opfer, die als Nebenkläger am Stuttgarter Landgericht auftreten, hatte sich nur eine Handvoll eingefunden. Denn sie wussten: Auch an diesem Prozesstag wird der gewaltsame Tod ihrer Lieben ein weiteres Mal haarklein beschrieben werden.

Der 67-jährige Rechtsmediziner skizziert die Verletzungen in seiner bekannt sachlichen Art. Eine Schülerin der Klasse 9c der Albertville-Realschule in Winnenden, in der der Amoklauf des 17-jährigen Tim K. am Morgen des 11. März 2009 seinen Anfang genommen hatte, wurde durch zwei Schüsse in den Rücken getötet. "Von hinten erschossen, dann nach vorn auf den Tisch gekippt", so Wehner lapidar. Da ist von schweren Zerstörungen im Bauchbereich die Rede, von Zerfetzungen des Lebergewebes, von Trümmerfrakturen des Brustwirbelkörpers, vom sofortigen Tod.

"Typisch suizidal, mitten in die Stirn"

Der angeklagte Vater des Amokläufers, der 51-jährige Jörg K., dem fahrlässige Tötung in 15 Fällen vorgeworfen wird, hört die Ausführungen äußerlich ungerührt. Der Mann schweigt, er macht keine Aussage vor der 18. Strafkammer. Die wenigen Nebenkläger, die erschienen sind, wirken mitgenommen. Ihre Angehörigen sterben an diesem sechsten Prozesstag erneut.

Ein Kunde des Autohauses in Wendlingen, wohin sich Tim K. am Ende seines wahnsinnigen Tuns geflüchtet hatte, wird von dem ehemaligen Schüler der Albertville-Realschule mit drei Kopfschüssen getötet. "Mit dem Leben nicht vereinbar, sofortiger Tod", sagt der Mediziner.

Den 36-jährigen Autoverkäufer mordete Tim K. gar mit elf Schüssen, ehe er sich selbst mit einem aufgesetzten Schuss in den Kopf richtete. "Typisch suizidal, mitten in die Stirn", sagt der Gutachter.

Kommentare (2)
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OKT
07
16:41 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
el critiquero
seit wann ist ein schuss mitten in die stirn typisch für suizid? jeder kann das gerne mal mit einer spielzeugpistole ähnlicher grösse probieren. schläfe, mund oder unters kinn wären dagegen typisch suizidal. was der herr gutachter da sagte, ist schlecht mumpitz...
OKT
06
08:42 Uhr, geschrieben von Aldinger
Keine Hinweise, dass gezielt geschossen wurde
die Aussagen des Rechtsmediziner wiederspricht damit auch der ständigen Behauptungen des Aktionsbündnisses, das der Täter Tim. K. mit hoher Präzision geschossen hätte weil er von seinen Vater an der Waffe ausgebildet worden wäre. Mit einer Selbstladepistole zu treffen erfordert wesentlich mehr Übung als 2 bis 3 mal damit auf den Stand geschossen zu haben.


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