Frau A. fühlt sich gefangen in ihrem Körper. Sie ist halbseitig gelähmt. Foto: vv

Frau A. ist 31 Jahre alt, als sie einen Schlaganfall hat. Seit neun Jahren sitzt sie deshalb im Rollstuhl. Zuletzt hat sie große Fortschritte gemacht. Die „Aktion Weihnachten“ will ihr die Reittherapie finanzieren, um ihre Bewegungsfähigkeit weiter zu steigern.

Stuttgart - Frau A. ist gerne von vielen Menschen umgeben. Deshalb hat sie auch ihre Arbeit im Verkauf an einem sehr belebten Ort in Stuttgart immer geliebt. „Man kam nie zur Ruhe, ich mochte das“, erzählt sie. Bis zur Teamleiterin habe sie sich hochgearbeitet. „Doch Gott wollte, dass ich mich hinsetze“, sagt die gläubige 40-Jährige. Sie vermisst ihre Arbeit. Was gäbe sie darum, wieder den alten Stress zu haben. Seit neun Jahren sitzt sie im Rollstuhl.

Am 10. September 2010 hat sich das Leben von Frau A. schlagartig geändert. Wegen ­anhaltend starker Kopfschmerzen hatte ihr Hausarzt sie ins Krankenhaus geschickt. Dort wollte man nach einem CT minimal­invasiv eine Gewebeprobe entnehmen. Die Ärzte vermuteten einen Tumor. Heute weiß sie, dass es ein Blutgerinnsel war. Während des Eingriffs erlitt Frau A. einen Schlag­anfall, sie lag sechs Wochen im künstlichen Koma. Als sie aufwachte, lag sie in einem ­anderen Krankenhaus und konnte sich nicht rühren, war halbseitig gelähmt.

Sechs Jahre verbrachte sie unter alten Menschen im Pflegeheim

Das nächste halbe Jahr verbrachte die damals 31-Jährige in der Reha, von dort ging es direkt in ein Pflegeheim. Sie sei dort mit Abstand die Jüngste gewesen, erzählt sie. Ihre Beziehung zerbrach an der Tragik. So hatte Frau A., die bei ihren Großeltern aufgewachsen ist, niemanden, der sich für sie einsetzte. Ihr Großvater ist schon gestorben, ihre Oma lebt weit weg und geht schon auf die 100 zu.

Psychisch sei sie komplett am Boden gewesen. Sechs Jahre verbrachte sie umgeben von alten Menschen im Pflegeheim, was ihre heutige Sozialarbeiterin als Skandal empfindet. Erst dann wurde sie an den Sozialdienst des Gesundheitsamts vermittelt. Die dortige Mitarbeiterin habe sie gerettet, sagt Frau A. Endlich kümmerte sich jemand. Die Sachbearbeiterin sorgte dafür, dass Frau A. in eine Wohnanlage ziehen konnte, die vom Körperbehindertenverein betreut wird. Seit Sommer 2017 hat sie dort eine barrierefreie Wohnung. „Es lohnt sich doch noch weiterzuleben“, habe sie nach ihrem Umzug gedacht.

Krankenkasse zahlt die Reittherapie nicht

Seither geht es für Frau A. bergauf. Körperlich hat sie große Fortschritte gemacht. Dreimal die Woche geht sie zu einem Reha-Anbieter zur Therapie. „Ich bin viel selbstständiger, kann alleine ins Bett gehen und auf die Toilette“, sagt sie. Das Ziel ist, die verkürzten Bänder und die verkrampften Muskeln zu lockern – damit sie wieder aufrecht stehen und laufen kann. Das soll erreichbar sein. Ihre Therapeuten und auch ihr Arzt haben ihr eine Reittherapie nahegelegt, um ihre Bewegungsfähigkeit zu steigern und die verkrampften Muskeln zu lockern. Doch die Krankenkasse zahlt keine Reittherapie. Der Traum von Frau A. ist, „nicht mehr im eigenen Körper gefangen zu sein“ und wieder arbeiten gehen zu können. Am liebsten wieder im Verkauf. „Ich gebe nicht auf“, sagt sie. Die „Aktion Weihnachten“ will ihr ein halbes Jahr Reittherapie ermöglichen.

Die „Aktion Weihnachten“ freut sich über Spenden. Wenn Ihr Name als Spender veröffentlicht werden soll, vermerken Sie das bitte unbedingt bei der Überweisung. Die Spendenkonten lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00

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