Marrelous freut sich auf Weihnachten – die Kanüle ist unterm Schal versteckt. Foto: U.A.

Marrelous wurde in Nigeria mit einer Speiseröhrenfehlbildung geboren. Die „Aktion Weihnachten“ will ihm die dringend benötigte Logopädie finanzieren. Mutter und Kind leben ohne staatliche Unterstützung in Deutschland.

Stuttgart - Marrelous ist ein Wunschkind. Acht Jahre hat seine Mutter, Frau A., versucht, schwanger zu werden. Ihr Sohn kam im Sommer 2016 mit einer fehlgebildeten Speiseröhre auf die Welt. Wie bei dem Mädchen Liv, dessen Schicksal wir im Rahmen der „Aktion Weihnachten“ ebenfalls vorgestellt haben, fehlte ein Stück, die Verbindung zum Magen. Marrelous ist aber in Nigeria auf die Welt gekommen. Die dortigen Ärzte legten eine Magensonde, mehr konnten sie nicht tun. Doch der Magen und die Luftröhre waren miteinander verwachsen, sodass Milch in die Lunge floss, die sich entzündete.

So kam er mit seiner Mutter nach Deutschland – per Linienflug. Verwandte bürgten für Mutter und Kind. Die beiden dürfen so lange bleiben, wie sie dem Staat keine Kosten verursachen. Frau A. hat nur eine Auslandskrankenversicherung, die im Akutfall, aber nicht für die Versorgung ihres Sohnes zahlt. Seit Mai 2017 kommen die beiden im Keks-Haus in Stuttgart unter. Für die Selbsthilfeorganisation Keks, die Menschen mit kranker Speiseröhre hilft, ein Kraftakt.

Nachts benötigt er weiterhin die Kanüle

Marrelous wurde mehrfach operiert, die Kosten wurden vor allem über Spenden, aber auch von der Familie und von Freunden getragen. Der Vater schickt regelmäßig Geld aus Nigeria – umgerechnet sind es aber nur rund 150 Euro im Monat. Als Folge der vielen Eingriffe hat Marrelous Schäden rund um den Kehlkopf, am Knorpel und an den Stimmbändern. Er erhielt ein Tracheostoma, eine Kanüle im Hals, um ausreichend Luft zu bekommen. In diesem Sommer wurde er erneut operiert, um die Entwöhnung von der Kanüle zu ermöglichen. Doch bisher klappt es noch nicht ausreichend.

Die Nächte seien das Problem, erklärt Anke Widenmann-Grolig. „Er muss lernen, durch die Nase zu atmen“, sagt die Leiterin der Geschäftsstelle von Keks e.V. Erst wenn die Kanüle zurückgelegt sei, könne er zurück nach Nigeria. Sonst sei er wenige Wochen später tot, weil es dort an allem mangele.

Laute kann er inzwischen bilden

Das Tracheostoma versucht die Mutter, bei der Kommunikation mit der Heimat geheim zu halten. „Sie schickt nur Bilder nach Hause, auf denen man die Kanüle nicht sieht“, erzählt Widenmann-Grolig. In Nigeria würden Kinder mit solchen Einschränkungen schnell als verhext angesehen.

Marrelous sei ein quirliger kleiner Kerl, der „nach Bildung hungert“ und es liebe, in Bilderbüchern zu blättern, sagt sie. Aber er brauche Logopädie. Wegen der Atmung, aber auch, um endlich Sprechen zu lernen. Laute kann der Dreieinhalbjährige zwar inzwischen bilden, aber noch nicht sprechen. Es sei ihr größter Traum, sagt seine Mutter, Frau A., dass ihr Sohn sprechen lerne und in die Schule gehen könne. Dieser Traum und ihr Glaube an Gott gäben ihr Kraft. Eine Runde Logopädie konnte bereits über Spenden finanziert werden. Die „Aktion Weihnachten“ will die Kosten für die nächste Tranche übernehmen.

So können Sie spenden:

Die Spendenkonten der „Aktion Weihnachten“ lauten: Baden-Württembergische Bank, IBAN DE04 6005 0101 0002 3423 40, oder Schwäbische Bank, IBAN DE85 6002 0100 0000 0063 00. Wenn Ihr Name als Spender veröffentlicht werden soll, vermerken Sie das bitte bei der Überweisung.

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