Es hat sich nicht gelohnt, den Bus reparieren zu lassen. Foto: Helene-Schoettle-Schule

Jugendliche haben im Mai den Schulbus der Helene-Schoettle-Schule gestohlen. Die Fahrt nahm ein böses Ende. Die Aktion Weihnachten will sich an den Kosten für ein Ersatzfahrzeug beteiligen.

Stuttgart - Ein Einbruch, ausgerechnet in seiner Schule. Thomas Mästle, der Schulleiter der Helene-Schoettle-Schule, kann es immer noch nicht ganz fassen. In der Nacht auf den 13. Mai dieses Jahres drang eine Gruppe Jugendlicher in das Gebäude ein. Im Sekretariat entdeckten sie den Schlüssel des Schulbusses – und gingen auf Spritztour. Sie fuhren mehr als 200 Kilometer in der Nacht, wurden wiederholt geblitzt. Schließlich kam es zu einer Verfolgungsjagd mit der Polizei, die in Bad Cannstatt unsanft sein Ende fand – an der Wand einer Realschule. Die elektronische Steuerung ging dabei kaputt. „Der Bus hat leider einen Totalschaden“, berichtet Mästle, den dieser „unnötige Vandalismus“ betroffen macht.

Eine Firma hatte das Fahrzeug vor gerade Mal fünf Jahren dem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) gespendet, das Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung besuchen. Der Förderverein der Schule übernahm die Betriebskosten des Neunsitzers. Mit einem Teil seiner Schülerschaft könne man auch problemlos mit Bus und Bahn unterwegs sein, so Mästle, aber nicht mit allen – vor allem, wenn eine schwere Autismusstörung vorliege. Auch seien ihre außerschulischen Angebote, wie die Kletter-AG, sonst zu zeitaufwendig. Für die Fahrten ins Schullandheim werde dieser ebenfalls benötigt. „Das Ganze ist wirklich eine Katastrophe für uns“, sagt der Schulleiter.

Die alte Sandweste ist zu klein geworden

Die Schule ist auf Spenden für einen Ersatzbus angewiesen, der kein Neuwagen sein müsse. Denn das, was die Versicherung als Restwert erstattet hatte, reicht nicht aus für den Kauf. Die Finanzierungslücke beträgt laut Mästle zwischen 15 000 und 20 000 Euro. Die Aktion Weihnachten will sich an den Kosten für die Anschaffung beteiligen.

Darüber hinaus wollen wir der Schule ermöglichen, Hilfsmittel für Schüler der Grundstufe zu erwerben, die die Konzentrationsfähigkeit und Kommunikation verbessern sollen. Ein autistischer Schüler aus der Klasse ist beispielsweise extrem unruhig und bringe die anderen durch sein lautes Schreien immer wieder raus. Deshalb will die Schule Gehörschutz für seine Mitschüler anschaffen. Dem Jungen könnte zudem eine Sandweste helfen, sich besser zu konzentrieren. Seine alte Sandweste, eine Spende vom Kindergarten ist ihm zu klein geworden. Weil einige der Schüler weiterhin Schwierigkeiten haben, sich sprachlich mitzuteilen, wünschen sich die Lehrer ein Mikrofon. „Bei einer Veranstaltung hat sich gezeigt, dass ein Mikrofon die Schüler zum Sprechen anregt“, so Mästle.

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