Herr S. ist Rentner, verkauft aber weiterhin regelmäßig die Straßenzeitung Trottwar. Foto: vv

Der Tod seiner Lebensgefährtin nimmt den Trottwar-Verkäufer Herrn S. schwer mit. Weil seine Rente nicht reicht, ist er immer noch im Einsatz. Trotz einer Lungenerkrankung verkauft er bei Wind und Wetter.

Stuttgart - So oft wie möglich nimmt Herr S. seinen Stammplatz in der Innenstadt ein – egal, ob es regnet oder friert. Der 66-Jährige gehört zu den Verkäufern, die schon am längsten dabei sind bei der Straßenzeitung Trottwar – seit mehr als 20 Jahren. Auch als Rentner macht er weiter. „Meine Rente ist zu niedrig“, sagt Herr S. Bei Trottwar ist er sehr beliebt, wird von anderen als liebenswert, hilfsbereit, ruhig und freundlich beschrieben. Er sei einer, der immer ein offenes Ohr für die Probleme anderer Menschen habe.

Dabei hat auch Herr S. schon viele Lebenskrisen meistern müssen. Der ehemalige Schreiner war zehn Jahre verheiratet, als seine Frau nach einem Kuraufenthalt plötzlich die Scheidung wollte. Wenig später starb seine Mutter – und Herr S. suchte Trost im Alkohol. Er kam mit der Einsamkeit nicht zurecht, ging nicht mehr zur Arbeit, verwahrloste, verlor zuerst den Job, dann die Wohnung. Mehr als zehn Jahre habe er auf der Straße gelebt, sagt er. War er einigermaßen klar, suchte er sich Jobs als Tagelöhner.

Seine Lebensgefährtin ist im Mai gestorben

Schließlich kam er in Stuttgart in einem Wohnheim für obdachlose Männer unter und lernte wenig später seine langjährige Lebensgefährtin kennen. Durch sie kam er 1996 zu Trottwar. Die beiden haben sich gegenseitig Halt gegeben. Er hat mit dem Trinken aufgehört, sie konnten sich alle sagen. „Sie fehlt mir so“, sagt Herr S. – und muss anfangen zu weinen. Er hat sich, als sie Krebs bekam, um sie gekümmert, war bis zuletzt an ihrer Seite. Im Mai ist seine Partnerin gestorben. „Es ging so schnell“, sagt er. Im Dezember, also vor einem Jahr, hatte sie von der Krankheit erfahren – zu spät. Der Tumor hatte schon gestreut.

Es wird sein erstes Weihnachten ohne sie sein. Herr S. mag gar nicht daran denken. Zwar hätten ihn Kunden zu sich eingeladen, aber das könne er nicht annehmen, er bleibe lieber für sich, sagt Herr S. Immer wieder muss er husten während des Gesprächs. Er war lange starker Raucher, dazu kam das ungesunde Leben auf der Straße. Herr S. hat COPD, eine chronische Lungenerkrankung. Und seine Wirbelsäule ist stark verkrümmt, er ist auf einen Gehstock angewiesen.

Ein verstellbarer Lattenrost würde ihm das Atmen erleichtern

Nachts sei es mit der Atemnot besonders schlimm, sagt Herr S., er könne nicht mehr gerade liegen, weil er sonst zu wenig Luft bekomme. Er legt sich deshalb auf einen Stapel Kissen, aber gut funktioniere das nicht. Herr S. wünscht sich einen verstellbaren Lattenrost, damit er nachts bequemer erhöht schlafen kann. Das würde ihm das Atmen sehr erleichtern. Auch benötigt er eine neue Matratze. Die „Aktion Weihnachten“ will ihm helfen.

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