Das Rollstuhlkarussel auf dem Spieplatz ist kaputt. Nicht nur Björn, Wilma und Max (rechts) wünschen sich, dass sich das ändert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Baumhaus ist morsch, die Schaukel abgesägt, das Karussel abgesperrt. Für den inklusiven Kindergarten Nikolino ist das auch deshalb problematisch, weil öffentliche Spielplätze keine Alternative sind. Die Aktion Weihnachten will helfen.

Stuttgart - Mit rotweißem Flatterband ist das Karussell auf dem barrierefreien Spielplatz des inklusiven Kindergartens Nikolino abgesperrt. Das Spielgerät dreht sich schon lange nicht mehr. „Auch das Baumhaus ist morsch, und die Schaukel mussten wir absägen“, erzählt Sabine Stoll, die Leiterin des Frühkindlich-Vorschulischen Bereichs der Nikolauspflege. Der Spielplatz und Erlebnisgarten am Dornbuschweg des Kindergartens steht nicht nur den 45 Kindergartenkindern und den Internatsschülern, sondern der gesamten Nachbarschaft offen.

Öffentliche Spielplätze seien für sie leider keine Alternative, erklärt Stoll, weil sie in der Regel nicht barrierefrei seien. Unter anderem sei der Untergrund oft ein Problem. Liegen dort Holzschnitze, kann man darauf mit dem Rollstuhl nicht fahren. Der Spielplatz des Nikolino hat deshalb einen gummierten Belag. Der ist allerdings an vielen Stellen inzwischen verwittert. Außerdem ist der Nikolino-Spielplatz mit Handläufen und Leitlinien ausgestattet, um den vielen sehbehinderten Kindern zu ermöglichen, ihn selbstständig zu nutzen. 30 Kinder im Haus sind sehbehindert, die anderen können sehen. Die Nikolauspflege hat sich geöffnet.

Rollstuhlfahrer können unter die Beete fahren

Wie problemlos das mit der Selbstständigkeit klappt, zeigt der dreijährige Max, der erstaunlich gut mit dem Blindenstock zurecht kommt. Auf dem Hinweg auf den Spielplatz benutzt er zusätzlich den Handlauf, auf dem Rückweg hat er seine helle Freude daran, mit der linken Hand sorgsam die Pflanzen auf der anderen Seite des Wegs zu ertasten, die auf Hüfthöhe wachsen. Auch die Beete des Gartens sind besonders. Sie sind so angelegt, dass Rollstuhlfahrer an mehreren Stellen unter die Beete fahren können. „In unserem Erlebnisgarten können die Kinder alleine auf Entdeckungsreise gehen“, erklärt Stoll. Die Aktion Weihnachten will den Kindern das auch in Zukunft ermöglichen. Wir wollen dafür sorgen, dass sich das Rollstuhlkarussell bald wieder drehen kann.

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