Pressestimmen
: „Merz mit dem Rücken zur Wand“

Kanzlerkrise in Deutschland: Über die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wird auch international prominent berichtet.
Von
mic/dpa
Berlin/Schwerin

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im Konrad-Adenauer-Haus.

Michael Kappeler/dpa
  • Internationale Medien berichten über Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
  • Fokus liegt auf CDU-Schwäche und Zukunft von Kanzler Friedrich Merz
  • NZZ warnt vor „sozialistischem Experiment“ in Berlin unter Linkspartei
  • Spekulationen über Kanzlerwechsel, Neuwahlen gelten als unwahrscheinlich
  • AfD-Zuwächse und Krise der Mitte werden als europaweites Warnsignal beschrieben

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie schon die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen landen nun auch die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern auf den Titelseiten internationaler Zeitungen. Viele Leitmedien konzentrieren sich in ihrer Berichterstattung auf die Frage, wie es nach den schwachen Ergebnissen der CDU mit der Regierung und Kanzler Friedrich Merz weitergeht.

„The Times“: „Bundeskanzler Merz steht mit dem Rücken zur Wand, könnte aber mangels eines klaren Rivalen überleben. (...) Friedrich Merz, Deutschlands angeschlagener Bundeskanzler, hat in der Politik nur eine Handvoll unerschütterlich loyaler Freunde, und der loyalste unter ihnen ist Thorsten Frei, seine rechte Hand im Bundestag.“

NZZ: „Sozialistische Experimente in Berlin“

„NZZ“: „Die Berliner wollen Deutschlands Hauptstadt offenbar einem sozialistischen Experiment unterziehen. Anders lässt sich das Ergebnis der Wahl zum Berliner Landesparlament an diesem Sonntag nicht deuten. Der Auftrag zur Regierungsbildung liegt eindeutig bei der überraschend starken Linkspartei und ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp. (...) Folgen Grüne und SPD deren Sirenengesängen, könnte Berlin bald eine Regierung erhalten, die der Polizei systematisch misstraut, Bauinvestoren abschreckt und Autofahrern das Leben so schwer wie möglich macht. Dabei bräuchte die deutsche Hauptstadt angesichts von Clans und organisiertem Verbrechen einerseits und dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum andererseits das genaue Gegenteil. (...) Berlin wird unter dem sich abzeichnenden Linksbündnis leiden. Die Hauptstadt wird unsicherer werden und dysfunktionaler.“

Moderator Jörg Schönenborn zeigt im ARD-Wahlstudio die Hochrechnung von 21:47. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern fand am Sonntag (20.09.2026) statt. (zu dpa: «Presse: Von «politischer Tiefschlag» bis «schwarzer Wahlsonntag»»)

Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

Tagesanzeiger: „Kein Befreiungsschlag für Merz“

„Tages-Anzeiger“: „Es hätte für Friedrich Merz ein Befreiungsschlag werden sollen. Der deutsche Kanzler hatte gestern die CDU-Ministerpräsidenten ins Konrad-Adenauer-Haus in Berlin zitiert, um gemeinsam Stärke zu demonstrieren. Nun mussten die versammelten Spitzenpolitiker schon wieder einen schwarzen Wahlsonntag ihrer Partei besprechen. (...) Neuwahlen wären angesichts der miserablen Umfragewerte weder für CDU noch SPD eine Option. So bliebe nur die Möglichkeit, dass der derzeitige Bundestag einen neuen Regierungschef wählt. Tatsächlich verdichten sich die Spekulationen über einen Kanzlerwechsel - wenngleich ein solcher in Deutschland unüblich ist und, anders als etwa in Großbritannien, kaum reibungslos verläuft. (...) Dieser Wahlsonntag könnte das politische Gefüge in Deutschland noch nachhaltig erschüttern.“

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Rzeczpospolita: „Das wahre Erdbeben steht noch bevor“

„Rzeczpospolita“: „Was bedeutet das alles für die Zukunft der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz? (...) Die Schwäche des Bundeskanzlers bedeutet eine Schwäche der deutschen Politik. Und das ist die wichtigste politische Bühne in der EU. Wer von dieser Schwäche profitiert? Vor allem diejenigen, die diese Bühne komplett verändern wollen. Die Hoffnung der AfD, dass es noch in diesem Jahr nach vorgezogenen Bundestagswahlen zu einem solchen Wandel kommt, scheint nicht völlig realitätsfern. Der Zeitpunkt ist hier ohnehin nicht das Wichtigste. Das wahre Erdbeben steht noch bevor.“

„De Telegraaf“: Politischer Tiefschlag für Deutschland

„De Telegraaf“: „Deutschland erleidet erneut einen politischen Tiefschlag. Die AfD wird in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft, während die Linke in Berlin die CDU vom Thron stößt. Für Bundeskanzler Friedrich Merz häufen sich damit die Wahlprobleme weiter an. (...) Nach der Halbierung der CDU in Sachsen-Anhalt, wo die AfD nun versucht, eine Regierung zu bilden, sind diese neuen Wahlresultate für Bundeskanzler Friedrich Merz äußerst schmerzhaft. In den vergangenen Wochen wurde in seiner eigenen Partei offen über einen Kanzlertausch gesprochen. Weil die Unzufriedenheit der Deutschen mit seiner Politik enorm ist, wird Merz zu einem wesentlichen Teil für die jüngsten Niederlagen verantwortlich gemacht.“

El Mundo: „Extreme Kräfte im Aufwind“

„El Mundo“: „Die Ergebnisse der beiden Regionalwahlen (...) bestätigen einen besorgniserregenden Trend: Die traditionellen Parteien im Zentrum verlieren an Boden, während extreme Kräfte Aufwind haben. (...)  Die Krise der deutschen Mitte betrifft den ganzen Kontinent, der von wachsenden inneren Spaltungen und der Aggressivität Wladimir Putins bedroht ist. (...) Die Ergebnisse sind eine Warnung, die dazu dienen muss, das Bekenntnis der Kräfte, die das europäische Projekt anführen, zu einem entschlossenen Reformprogramm zu bekräftigen - einem Programm, das sich auf die Bedürfnisse konzentriert, die viele Bürgerinnen und Bürger derzeit nicht erfüllt sehen.(...) Die Verantwortung der Regierungen und demokratischen Parteien besteht darin, eine wirksame und kluge Steuerung zu übernehmen, die das Vertrauen in die Institutionen wiederherstellen kann.“