Jens Spahn und Daniel Funke
: Was ist über die Leihmutter bekannt?

Die Leihmutterschaft, für die sich Jens Spahn und Daniel Funke entschieden haben, sorgt aktuell wieder für Diskussionen. Was ist über die Mutter bekannt?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Bezirksparteitag der CDU Münsterland: 15.09.2026, Nordrhein-Westfalen, Havixbeck: Jens Spahn (CDU) sitzt auf dem Bezirksparteitag der CDU Münsterland auf dem Podest. Spahn war nach seiner Leihmutter-Affäre als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestags zurückgetreten. Nun verzichtet er im nächsten Schritt auf den Vorsitz im Münsterland, Bundestagsabgeordneter seines Wahlkreises im westlichen Münsterland will er aber bleiben. (zu dpa: «Spahn gibt Bezirksvorsitz im Münsterland auf - Feller folgt») Foto: Lars Berg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bezirksparteitag der CDU Münsterland: 15.09.2026, Nordrhein-Westfalen, Havixbeck: Jens Spahn (CDU) sitzt auf dem Bezirksparteitag der CDU Münsterland auf dem Podest. Spahn war nach seiner Leihmutter-Affäre als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestags zurückgetreten. Nun verzichtet er im nächsten Schritt auf den Vorsitz im Münsterland, Bundestagsabgeordneter seines Wahlkreises im westlichen Münsterland will er aber bleiben.

Lars Berg/dpa

Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke sind im Sommer 2026 Eltern eines Sohnes geworden. Der Junge namens Georg kam in den USA mithilfe einer Leihmutter zur Welt. Spahns Büro bestätigte die entsprechenden Medienberichte Mitte Juli gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Über die Frau, die das Kind ausgetragen hat, ist allerdings nur wenig öffentlich bekannt.

Spahn selbst hat inzwischen einige Angaben zu den Umständen der Leihmutterschaft gemacht. In einem Brief an die CDU-Mitglieder seines nordrhein-westfälischen Wahlkreises erklärte er im September, welche Kriterien für ihn und seinen Mann bei der Entscheidung eine Rolle gespielt hätten.

Demnach hatte die Leihmutter bereits eine eigene Familie und lebte nach Spahns Darstellung in finanziell stabilen Verhältnissen. Außerdem sei sie während des Verfahrens rechtlich und medizinisch professionell begleitet worden. Einen weiteren Punkt bezeichnete Spahn als entscheidend: Zwischen der Leihmutter und dem Kind bestehe keine genetische Verwandtschaft.

Damit handelt es sich nach diesen Angaben um eine sogenannte gestationelle Leihmutterschaft. Dabei trägt die Leihmutter einen Embryo aus, der nicht aus ihrer eigenen Eizelle entstanden ist. Wer die Eizellspenderin ist, wurde öffentlich nicht bekannt gemacht.

Identität der Leihmutter bleibt privat

Name, Alter und genauer Wohnort der Leihmutter sind nicht öffentlich bekannt. Auch Angaben zu ihrem Beruf, ihrer Familie oder der Klinik beziehungsweise Vermittlungsagentur, über die die Leihmutterschaft organisiert wurde, liegen nicht belastbar vor.

Ebenso wenig ist öffentlich dokumentiert, wie der konkrete Vertrag zwischen den Beteiligten aussah oder welche finanzielle Vergütung die Frau erhielt. Aus den allgemeinen Kosten kommerzieller Leihmutterschaften in den USA lässt sich nicht seriös auf die Vereinbarungen im Fall von Spahn und Funke schließen.

Auch Details zum Verlauf der Schwangerschaft und zur Geburt haben Spahn und Funke nicht öffentlich gemacht. Die Privatsphäre der Leihmutter wurde bislang weitgehend gewahrt.

Geburt in den USA

Bekannt ist, dass der Sohn des Paares in den Vereinigten Staaten zur Welt kam. Spahn sagte nach Bekanntwerden der Geburt: „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm.“ Das Paar ist seit 2017 verheiratet.

Die USA gehören zu den Ländern, in denen Leihmutterschaft je nach Bundesstaat rechtlich möglich ist. In Deutschland dagegen ist die Vermittlung und Durchführung einer Leihmutterschaft nach geltendem Recht nicht zulässig. Die Anerkennung einer im Ausland festgestellten Elternschaft kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen möglich sein.

Spahn verwies in seinem Brief auch auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2018. Nach seiner Darstellung spielte für seine persönliche Abwägung eine Rolle, dass eine in den USA gerichtlich festgestellte Elternschaft nach einer Leihmutterschaft unter bestimmten Bedingungen auch in Deutschland anerkannt werden kann.

Spahn erklärte seine Entscheidung später öffentlich

Die Geburt löste eine politische Debatte aus, weil Spahn zuvor öffentlich eine kritische Haltung gegenüber Leihmutterschaft vertreten hatte und sich auch die CDU gegen deren Legalisierung in Deutschland positioniert hatte. Spahn trat im Juli als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück.

Im September entschuldigte er sich bei den CDU-Mitgliedern seines Wahlkreises für den Umgang mit dem Thema. Er schrieb, er habe den Widerspruch zwischen seiner früher öffentlich vertretenen Position und seiner persönlichen Entscheidung nicht rechtzeitig erklärt.