Brennerkorridor: Warnung vor Ferienstart in NRW – 15 „Chaostage“ im Sommer

Die Luegbrücke am Brenner wird saniert und ist zeitweise nur einspurig befahrbar.
EXPA/JOHANN GRODER/AFP- Urlauber aus NRW müssen auf dem Brenner mit massiven Staus rechnen – Beginn Sommerferien.
- Luegbrücke wird saniert, teils nur einspurig befahrbar; Neubauprojekt läuft bis voraussichtlich 2030.
- ASFINAG öffnet an Spitzenwochenenden teils zwei Spuren, doch die Kapazität ist schnell erreicht.
- Mittelfristig folgt der Neubau der Europabrücke ab dem Jahr 2040, Bauzeit mindestens vier Jahre.
- Tipps für Reisende: antizyklisch fahren, Fahrverbote beachten, Maut digital zahlen, Proviant mitnehmen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit dem Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen hat die reisestärkste Zeit des Jahres begonnen. Für Hunderttausende Urlauber aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland führt der Weg in den Süden durch Baden-Württemberg, Bayern und Österreich über den Brenner nach Italien. Wer dabei die Route über die Alpen wählt, muss sich jedoch auf erhebliche Verzögerungen einstellen – sogar bei der Bahn gibt es Probleme. Der ADAC warnt eindringlich vor massiven Staus auf dem Brennerkorridor in Österreich. Das dortige Nadelöhr wird Reisende nicht nur in dieser Saison, sondern noch über Jahre hinaus auf eine harte Geduldsprobe stellen, denn zum Teil ist die Strecke wegen einer Baustelle nur noch einspurig
Das akute Problem auf der österreichischen Brennerautobahn (A13) betrifft derzeit die sanierungsbedürftige Luegbrücke nahe Gries am Brenner. Da die über 50 Jahre alte Brücke das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, läuft dort seit 2025 ein umfassendes Neubauprojekt, das bis voraussichtlich 2030 andauern soll. Bis zu 15 Termine im Juli und August gelten als Problem-Tage, zu Stoßzeiten drohen immer wieder kilometerlange Staus.
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Einspurige Brückenbaustelle am Brenner
Aufgrund von Statikproblemen steht dem Verkehr auf der Luegbrücke im Regelfall nur eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung. Zwar versucht der Autobahnbetreiber ASFINAG, die Strecke an besonders stark frequentierten Reisewochenenden im Sommer zweispurig freizugeben, doch die Kapazitätsgrenze ist dennoch schnell erreicht. Um den Verkehrsfluss zu stabilisieren, gelten zudem temporäre Lkw-Fahrverbote für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen an ausgewählten Reisetagen.
45 Euro Brenner-Maut – und eine fiese Radarfalle
Auf der Luegbrücke gilt übrigens ein Tempolimit von 60 km/h, egal ob die Strecke einspurig oder zweispurig befahrbar ist. Die Einhaltung wird per Section Control – also einem Streckenradar – auch strikt überwacht. Zusätzlich zu den 45 Euro für die 10-Tages-Vignette und die Brenner-Maut in beide Richtungen, kann es also noch teurer werden, wenn man nicht aufpasst.
Wer hofft, dass sich die Lage nach der Fertigstellung der Luegbrücke im Jahr 2030 dauerhaft entspannt, wird allerdings enttäuscht. Der gesamte Brennerkorridor steht vor einer jahrzehntelangen Phase der Generalsanierung.

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JOE KLAMAR/AFPEuropabrücke am Brenner wird neu gebaut
Im Fokus steht dabei mittelfristig auch die bekannte Europabrücke. Mit einer Höhe von 190 Metern über der Sill war sie bei ihrer Eröffnung im Jahr 1963 die höchste Brücke des Kontinents und ist bis heute das Herzstück der Brennerautobahn.
- Der Zeitplan: Nach aktuellen Konzepten der österreichischen Verkehrsplanung ist ab dem Jahr 2040 ein kompletter Neubau der Europabrücke vorgesehen.
- Die Bauzeit: Die Arbeiten an diesem ingenieurstechnischen Großprojekt werden voraussichtlich mindestens vier Jahre in Anspruch nehmen.
- Weitere Baustellen vorab: Schon vor dem eigentlichen Neubau der Europabrücke stehen im selben Abschnitt weitere Großprojekte an. Dazu gehören die Sanierung der Gschleirsbrücke sowie umfassende Fahrbahnerneuerungen im Grenztunnel nach Italien und im Abschnitt zwischen der Mautstelle Schönberg und der Gschleirsbrücke ab 2029.
Experten gehen davon aus, dass der Brennerkorridor durch diese aufeinanderfolgenden Großbaustellen über fast 20 Jahre hinweg eine chronische Engpasszone bleiben wird.
Stressfrei über den Brenner?
Um die Fahrt in den Süden trotz der schwierigen Bedingungen möglichst stressfrei zu gestalten, empfiehlt sich eine gezielte Vorbereitung:
- Reisetage antizyklisch wählen: Die klassischen Hauptreisetage am Freitagnachmittag und Samstagvormittag sollten dringend vermieden werden. Fahrten an Montagen, Dienstagen oder in den späten Abend- und Nachtstunden bieten deutlich flüssigeren Verkehr.
- Alternative Routen checken: In Frage kommen zum Beispiel die Tauernautobahn oder Gotthard und San Bernardino in der Schweiz – aber auch dort droht Staugefahr. Einen Überblick über die Reisezeiten in Österreich gibt ein hilfreiches Tool von Autobahnbetreiber ASFINAG.
- Fahrverbote auf Ausweichstrecken beachten: Navigationssysteme leiten bei Stau oft auf Landstraßen um. In Österreich gelten im Sommer jedoch an den Wochenenden strenge Fahrverbote für den Durchgangsverkehr auf dem nachgeordneten Straßennetz. Ein illegales Ausweichen zur Stauumfahrung kann teure Bußgelder nach sich ziehen.
- Mautgebühren im Vorfeld digital entrichten: Wartezeiten an den Mautstellen lassen sich verkürzen, indem die Streckenmaut für den Brenner sowie die digitale Vignette für Österreich vorab online registriert werden.
- Ausreichend Proviant und Wasser: Bei Temperaturen im Sommer und unvorhersehbaren Vollsperrungen gehören ausreichend Getränke und haltbare Lebensmittel in den Fahrgastraum, um ungeplante Wartezeiten im Fahrzeug zu überbrücken.
Bei Temperaturen im Sommer und unvorhersehbaren Vollsperrungen gehören zudem ausreichend Getränke und haltbare Lebensmittel ins Auto, um ungeplante Wartezeiten zu überbrücken.
