Alpenquerung: Brenner schon wieder gesperrt

Der Brennerpass gilt für Straßen- und Schienenverkehr als Nadelöhr.
imago images/Arnulf HettrichDer Brenner kommt diesen Sommer nicht zur Ruhe. Erst am 30. Mai 2026 erlebte die zentrale Alpen-Verkehrsachse eine Vollbremsung auf der Straße: Eine großangelegte Demonstration in Matrei legte die vielbefahrene Brennerautobahn (A13) sowie die wichtigsten Ausweichrouten für acht Stunden komplett lahm. Tausende Urlauber mussten ihre Reisepläne ändern. Nur wenige Wochen nach dieser Aktion folgt nun der nächste Schlag für die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Europas – diesmal trifft es umweltbewusste Bahnreisende auf der Schiene. Unter anderem muss die Strecke besser gegen umstürzende Bäume und Murenabgänge gesichert werden.
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Klima-Blockade auf der Brennerautobahn – immer wieder gibt es auf der Strecke Probleme mit Aktivisten jeglicher Couleur, aber auch mit Baustellen.
---/LETZTE GENERATION ÖSTERREICH/APA/dpaBrenner-Sperrung in Etappen
Unter dem Motto „Bündeln statt kleckern“ nutzen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die italienische Eisenbahn RFI das Zeitfenster im Sommer für dringende Sanierungsarbeiten. Weil auf italienischer Seite ohnehin gebaut wird, zieht die ÖBB nach, um eigene Instandhaltungsmaßnahmen zeitgleich durchzuführen.
Die Sperrung verläuft in Etappen:
- Ab 17./18. Juli: Sperrung zwischen Bozen und Brixen sowie von Brixen hoch zum Brenner.
- Ab 23. Juli: Sperrung auf österreichischer Seite zwischen Steinach am Brenner und Innsbruck.
- Bis 1. August: Der internationale Fernverkehr (DB/ÖBB Eurocitys) zwischen Innsbruck und Bozen fällt komplett aus.
Schienenersatzverkehr: Per Bus über den Brenner
Als Ersatz richten die Bahnbetriebe einen Busverkehr ein. Für Reisende bringt das jedoch massive Hürden:
- Längere Fahrzeit: Man sollte mindestens 30 bis 60 Minuten mehr Zeit einplanen. Die Busse müssen über die Brennerautobahn ausweichen, die wegen der Dauerbaustelle an der Luegbrücke ohnehin stauanfällig ist.
- Fahrrad-Verbot: In den Fernverkehrs-Ersatzbussen ist die Mitnahme von Fahrrädern komplett ausgeschlossen.
- Sondertickets: Die schnellen Express-Ersatzbusse (Linie SV300) zwischen Innsbruck und Bozen akzeptieren keine regulären Fahrscheine von Südtirolmobil.
Gotthardtunnel statt Brenner
Wer in den kommenden Wochen mit dem Zug über die Alpen muss, sollte nach Möglichkeit auf die Tauernbahn ausweichen oder die Reisezeiträume flexibel umplanen. Auch der Weg über den Gotthardbasistunnel in der Schweiz ist möglich. Die Neue Alpentransversale (NEAT) via Gotthard oder Lötschberg dürfte ohnehin der schnellste und bequemste Weg in den Süden sein.
