Wahl zum Fußballer des Jahres: Nur zwei Spieler landen vor VfB-Stürmer Nick Woltemade

Nick Woltemade spielte eine starke erste Saison für den VfB Stuttgart.
IMAGO/DeFodi Images/IMAGO/Harry Langer/DeFodi ImagesVfB-Stürmer Nick Woltemade hat es bei der Wahl zum Fußballer des Jahres in Deutschland auf Platz drei geschafft. Auf Platz zwei landete Michael Olise vom FC Bayern München; den ersten Platz bei der „Kicker“-Wahl belegte Florian Wirtz, der im Sommer von Bayer Leverkusen zum FC Liverpool gewechselt war.
Nick Woltemade erzielte in seiner ersten Saison für den VfB Stuttgart in der vergangenen Spielzeit 17 Tore in 33 Pflichtspielen und bereitete drei weitere vor. Spätestens nach seinen Gala-Auftritten bei der U21-Europameisterschaft weckte er das Interesse des FC Bayern München. Derzeit sieht es aber nicht danach aus, als würde der VfB Stuttgart ihn in dieser Transferperiode abgeben.
Julian Schuster vom SC Freiburg als bester Trainer ausgezeichnet
Als Coach des Jahres wurde Julian Schuster ausgezeichnet. Er trat beim SC Freiburg die Nachfolge von Trainer-Ikone Christian Streich an und schaffte mit den Breisgauern bereits in seiner ersten Saison die Qualifikation für die Europa League. Ein Novum gab es bei der Wahl zur Fußballerin des Jahres: Mit DFB-Kapitänin Giulia Gwinn und Nationaltorhüterin Ann-Katrin Berger landeten zum ersten Mal überhaupt zwei Spielerinnen mit der identischen Stimmanzahl ganz vorn. Auch in der US-amerikanischen NWSL war die 34-Jährige von Gotham FC als beste Schlussfrau ausgezeichnet worden.
Wirtz sammelte für Bayer Leverkusen in der abgelaufenen Saison als notenbester Spieler über eine ganze Saison hinweg 24 Scorerpunkte. In der Nationalmannschaft ist der 22-Jährige kaum wegzudenken. Über Monate bemühte sich der deutsche Rekordmeister aus München um den technisch versierten Offensivkünstler. Doch letztendlich entschied er sich für einen Wechsel in die Premier League.
„Die persönliche Ehrung einzelner Akteure ist im Fußball immer und vor allem auch eine Auszeichnung des Kollektivs“, sagte Wirtz. „Mir ist bewusst, dass noch sehr viel Arbeit vor mir liegt, um all den Erwartungen gerecht zu werden, die unter anderem auch mit einer Wahl wie der zum Fußballer des Jahres verbunden sind.“
Schusters großes Lob
Freiburgs Schuster gelang es innerhalb kürzester Zeit, die von Streich hinterlassene Lücke zu schließen. „Individuelle Auszeichnungen sind im Fußball immer das Spiegelbild einer Teamleistung. In Freiburg gilt das ganz besonders“, sagte der 40-Jährige. „Hier geht es, vielleicht noch mehr als anderswo, nur zusammen: Trainerteam, Staff und Spieler haben vom ersten Tag an herausragend zusammengearbeitet.“
Schuster setzte sich von Horst Steffen durch, der mit der SV Elversberg erst in der Relegation den Bundesliga-Aufstieg verpasste und anschließend zu Werder Bremen wechselte. Hansi Flick vom spanischen Triple-Sieger FC Barcelona landete auf dem dritten Platz.
Zwei erste Plätze bei den Fußballerinnen
Für Ann-Katrin Berger ist es nach 2024, als sie bei Olympia mit starken Leistungen entscheidend zur Bronze-Medaille der DFB-Frauen beitrug, bereits die zweite Ehrung zur Fußballerin des Jahres. Gwinn darf sich nach ihrer mehr als unglücklich verlaufenen Europameisterschaft in der Schweiz über die Auszeichnung zum ersten Mal freuen. Die neue Kapitänin des Nationalteams hatte sich im Auftaktspiel gegen Polen früh schwer am Knie verletzt.
„Dass auch Giulia gewonnen hat, finde ich super. Sie zeichnet sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben aus. Andere wären nach so einer schweren Verletzung von der EM abgereist“, sagte Berger über ihre Mitspielerin. „Sie aber hat uns sehr geholfen, uns sehr unterstützt und ihre Gefühle beiseitegeschoben. Das zeigt wahre Größe.“
Gwinn hatte schon vor der EM mit der Veröffentlichung ihrer Biografie (Titel: „Write your own story“) auf sich aufmerksam gemacht. Die Rechtsverteidigerin gewann mit dem FC Bayern Meisterschaft und Pokal und ist nach dem DFB-Rücktritt von Alexandra Popp die mittlerweile wohl populärste deutsche Fußballerin: Bei Instagram hat sie über 730.000 Follower - so viele wie keine andere deutsche Nationalspielerin.