Glosse
: Heißes Pflaster Houston – im DFB-Spielort wird gerne geschossen

Viele US-Amerikaner warnen einen vor der texanischen Stadt, da die Kriminalitätsrate hoch ist. Da muss man als WM-Reporter kühl bleiben.
Von
Carlos Ubina
Stuttgart
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Ab nach Houston: die deutschen Nationalspieler, wie hier Florian Wirtz (dahinter Angelo Stiller), werden vom Sicherheitspersonal am Flughafen genau überprüft.

Jan Woitas/dpa

Houston ist ein heißes Pflaster. Nicht nur, was die Temperatur angeht. Deutlich über 30 Grad Celsius sind es jetzt zur WM-Zeit, wenn die deutsche Nationalmannschaft an diesem Sonntag (12 Uhr/Ortszeit – 19 Uhr/MESZ) gegen Curaçao hier spielt. Schweißtreibender könnte jedoch sein, dass so ziemlich alle US-Amerikaner, mit denen man ins Gespräch kommt, einen freundlichen Hinweis geben: Verdammt, pass auf! Diese Stadt ist gefährlich. Dort trägt jeder eine Waffe - und bei Streitereien wird gerne davon Gebrauch gemacht.

Für einen WM-Reporter scheint es Houston also ein gefährliches Pflaster zu sein. Zum Beweis wird auf dem Handy von besorgten Gastgebern eine Crime-Map-App geöffnet. Auf ihr lässt sich sehen, wo gerade das nächste Verbrechen registriert wird. Mit Informationen zur Art des Vergehens samt und dem Tatort. Zur Verdeutlichung gibt es Symbole: Pistole, Messer, Explosion - und ehrlich gesagt: Rund um das Stadion verdichten sich die Zeichen.

Zur Ankunftszeit ist aber erst einmal alles sauber. Keine Schießerei, keine Messerstecherei, kein Überfall. Es gibt sogar höfliche Fifa-Mitarbeiter auf dem Stadiongelände, obwohl den Weltverband ja einige Fußballfans für ein Verbrechersyndikat halten. Nur die Security-Mitarbeiter machen einen grimmigen und entschlossenen Eindruck. Ohne Erlaubnis vom Boss lassen sie niemanden vorbei. Aber auch hier hilft: Trotz Hitze kühl bleiben. Die nächste Sicherheitslücke findet sich, um doch in den geschützten Medienbereich zu gelangen. Man will ja nur arbeiten.