Neuer transatlantischer Bund?
: Trump droht EU wegen geplanter Annäherung an Kanada

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat mit einem Vorschlag für Aufsehen gesorgt. Es geht um den US-Nachbarn Kanada. Wie reagiert Präsident Trump darauf?
Von
red/dpa
Washington/Straßburg
President Trump Travels To North Carolina: CHARLOTTE, NORTH CAROLINA - SEPTEMBER 16: U.S. President Donald Trump walks off Air Force One at the Charlotte Douglas International Airport on September 16, 2026 in Charlotte, North Carolina. Trump is traveling to North Carolina to campaign with Republican Senate nominee, former RNC Chairman Michael Whatley.   Anna Moneymaker/Getty Images/AFP (Photo by Anna Moneymaker / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

US-Präsident Donald Trump.

ANNA MONEYMAKER/afp
  • Trump droht der EU mit hohen Zöllen, falls Kanada „assoziiertes Mitglied“ wird.
  • Er nennt den Vorstoß „lächerlich“ und warnt vor Handelsstopps in vielen Bereichen.
  • Von der Leyen will engere Kooperation mit Kanada: Technologie, Rüstung, KI und Arktis.
  • Konkrete Ausgestaltung bleibt offen – reguläre EU-Mitgliedschaft Kanadas ist ausgeschlossen.
  • Kanadas Premierminister begrüßt ein stärkeres Bündnis, erwähnt „assoziierte Mitgliedschaft“ nicht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

US-Präsident Donald Trump reagiert mit einer Drohung auf den Vorstoß von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der Europäischen Union zu machen. „Ich halte das für lächerlich“, sagte er auf den Vorschlag angesprochen. Falls er es als „feindseligen Akt“ empfinden sollte, würde er hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einstellen, warnte Trump vor Reportern. 

Falls die EU das in böser Absicht mache, würden die USA „sehr hohe Zölle gegen Europa“ verhängen. Trump sagte allerdings auch, dass es in Ordnung sei, falls die Absicht gut sei - ohne genauer zu erläutern, woran er das festmachen würde. Zu Kanada sagte er nur, das Nachbarland sei zuletzt ein „schrecklicher Handelspartner“ gewesen.

Die USA und Kanada befinden sich aktuell in einem festgefahrenen Handelsstreit, der zuletzt wieder eskaliert war. Im Zollkonflikt mit der EU hatten sich die Vereinigten Staaten vor mehr als einem Jahr auf ein Zollabkommen geeinigt. 

Was von der Leyen vorgeschlagen hat

Kanada soll nach dem Willen der EU-Kommissionspräsidentin das erste „assoziierte Mitglied“ der Europäischen Union werden. Als konkrete Bereiche für eine mögliche engere Zusammenarbeit nannte von der Leyen am Mittwoch Technologiefragen, die Produktion von Rüstungsgütern sowie die Künstliche Intelligenz und die Arktispolitik. Wie die geplante assoziierte EU-Mitgliedschaft konkret gestaltet werden soll, erklärte sie allerdings zunächst nicht.

Kanadas Premierminister Mark Carney begrüße den „Vorschlag“ zu einem „weitaus stärkeren, ehrgeizigeren Bündnis in der Zukunft“. Eine assoziierte Mitgliedschaft wurde in seiner Stellungnahme nicht direkt erwähnt.

Eine reguläre EU-Mitgliedschaft Kanadas ist nach den geltenden Verträgen nicht möglich. Nach Artikel 49 des EU-Vertrags können nur europäische Staaten der Union beitreten.