„Ni Dieu ni maître“
: Straßburger Münster bei Krawallen beschmiert

Auch im Elsass haben die Frankreich-Krawalle gewütet. Beschädigt wurde unter anderem die Kathedrale und die Reiterstatue auf der Place Kléber.
Von
Michael Maier
Straßburg
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Schwere Gewalt in ganz Frankreich: Auch das Elsass blieb nicht verschont.

Schwere Gewalt in ganz Frankreich: Auch das Elsass blieb nicht verschont.

Imago/ABACAPRESS
  • Straßburger Münster mit Graffiti „Ni Dieu ni maître“ beschmiert – auch Reiterstatue betroffen.
  • Auslöser war ein Protesttag gegen Schulsystem und hohe Lebenshaltungskosten.
  • In Straßburg zogen rund 20.000 Menschen durch die Stadt, Polizei setzte Tränengas ein.
  • Mindestens 17 Demonstranten wurden verletzt, es gab zahlreiche Festnahmen.
  • Stadt entfernt Graffiti, poröser Vogesen-Sandstein erfordert Spezialreinigung.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Ausschreitungen vom 17. Oktober hinterlassen tiefe Spuren – auch am bedeutendsten Wahrzeichen des Elsass. Beim frankreichweiten Protesttag gegen das Schulsystem und die hohen Lebenshaltungskosten wurde das gotische Straßburger Münster, eines der herausragendsten Bauwerke der europäischen Architekturgeschichte, von Randalierern mit Graffiti-Tags beschmiert. „Ni Dieu ni maître“, so die anarchistische Parole am Portal und an einer Mauer – zu Deutsch „weder Gott noch Meister“. Auch die Reiterstatue auf der zentralen Place Kléber blieb von Schmierereien nicht verschont.

Am Samstag zogen nach Gewerkschaftsangaben rund 20.000 Menschen durch die Straßen Straßburgs – Teil einer landesweiten Protestwelle, bei der die CGT bis zu 500.000 Teilnehmer zählte. Was als Demonstration gegen die Teuerung begann, eskalierte vielerorts: In Paris floss Tränengas, in Marseille wurden Geschäfte geplündert, in Lyon eine Touristeninformation in Brand gesteckt.

Auch in Straßburg griffen Polizisten mit Tränengas und Schlagstöcken ein. Mindestens 17 Demonstranten wurden verletzt, zahlreiche Festnahmen folgten. Im Elsass wurden mehrere Geschäfte attackiert und Schaufensterscheiben eingeschlagen.

Graffiti am Münster und Millionenschäden in Frankreich

Nun steht die Schadensbewältigung an. Die Stadtverwaltung Straßburg arbeitet daran, die Graffiti von Denkmälern und öffentlichen Gebäuden zu entfernen. Das ist leichter gesagt als getan: Das Münster besteht aus porösem Vogesen-Sandstein, in den Farbe tief eindringt. Spezialreinigungsverfahren sind nötig, um die empfindliche Substanz des klassifizierten Baudenkmals nicht zu beschädigen – ein Problem, das bereits von früheren Vandalismus-Fällen am Münster bekannt war. An der Oberfläche wurden die Graffiti aber sofort entfernt.

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Die Schäden am Münster sind nicht nur materieller Natur. Die Kathedrale, erbaut zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert, gilt als nationales Kulturerbe Frankreichs und als Symbol der elsässischen Identität. Ihre Beschmutzung trifft die Stadt tief. In ganz Frankreich wurden laut dem Handelsverband rund 1.500 Gewerbebetriebe attackiert – der Gesamtschaden wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

Der nächste Protesttag ist bereits für den 5. November angekündigt, diesmal begleitet von Streiks im öffentlichen Nahverkehr. Die Frage, ob Frankreich ausgerechnet ein halbes Jahr vor den Präsidentenwahlen 2027 in eine neue Gelbwestenbewegung abgleitet, stellt sich immer mehr.