Olympia 2024: Das Olympische Feuer: sechs Fragen und Antworten

Eine Schauspielerin in einem Priesterinnen-Gewand entzündet die olympische Flamme mithilfe eines Spiegels.
dpa/Thanassis StavrakisZu den Olympischen Spiele gehören – egal, ob sie im Sommer oder Winter stattfinden – auch verschiedene Rituale. Das vermutlich bekannteste: das Olympische Feuer. So heißt es auf der offiziellen Olympia-Seite: „Die Ankunft der Olympischen Flamme im Gastgeberland ist ein ikonischer Moment für jede Ausgabe der Olympischen und Paralympischen Spiel.“ Die Flamme ist inzwischen in Paris angekommen, wo seit dem 26. Juli Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt um Medaillen kämpfen.
Was aber hat es mit der Flamme auf sich? Woher kommt das Ritual? Sechs Fragen und Antworten zu dem Thema:
Welche Bedeutung hat das olympische Feuer?
Feuer kann gefährlich sein, eine Flamme repräsentiert aber auch viel Positives: Wärme und Gemeinschaft beispielsweise. Das ist auch im Fall von Olympia so. Außerdem stellt die olympische Flamme einen Zusammenhang zwischen den Spielen in der Antike und der Neuzeit dar.
In der griechischen Mythologie gibt es die Erzählung, dass Prometheus den Göttern das Feuer stahl. Es gilt seither als Symbol für Vernunft, Freiheit und Erfindungsreichtum.
Seit wann gibt es das olympische Feuer?
Schon im antiken Olympia brannte während der Spiele eine Flamme. Bei den Spielen in der Neuzeit hingegen brannte nicht immer ein Feuer. Eingeführt wurde es 1928 in Amsterdam.
Seit wann gibt es den Fackellauf?
Im antiken Griechenland war der Fackellauf ein gesonderter Wettkampf, der zu Ehren bestimmter Götter stattfand. Dass die Flamme zum Olympia-Austragungsort getragen wird, ist im Grunde eine Erfindung der Nationalsozialisten in Deutschland. Sie veranstalteten den Lauf erstmals zu den Spiele 1936 in Berlin. Für die Nazis war der Fackellauf ein Propagandainstrument, das einerseits die Verbindung zum antiken Hellenentum herstellen sollte, aber auch die Überlegenheit der arischen Rasse demonstrieren sollte. Die Idee hatten Olympia-Organisator Carl Diem beziehungsweise dessen Vertrauter und Ideengeber, der jüdische Archäologe Alfred Schiff.

Fritz Schilgen entzündet das olympische Feuer 1936 in Berlin.
Foto: Imago/TTDie Nationen, die im Anschluss die Spiele organisierten, übernahmen den Lauf relativ unkritisch und fügten jeweils eigene Elemente hinzu. Die Fackel reist dabei über Land und Wasser – in diesem Jahr kam sie mit dem Schiff über das Mittelmeer.
Die Zahl der Läuferinnen und Läufer variiert dabei stark, denn je nach Austragungsort ist auch die Strecke, die mit der Fackel zurückgelegt wird, mal länger und mal kürzer. Am Ende entzünden meist namhafte Persönlichkeiten aus der Welt des Sports das Feuer im Olympiastadion. Es brennt bis zum Ende der Spiele.
Diesen Personen wurde die Ehre bei Sommerspielen schon zuteil:
Wo wird die olympische Flamme entzündet?
Die Flamme wird in Olympia, am Altar der Hera, entzündet – und zwar mithilfe eines Hohlspiegels, der das Sonnenlicht bündelt. „Priesterinnen“ rufen zuvor den Sonnengott Apollo an, eine von ihnen trägt dann das Feuer zum Stadion, wo die Fackel für den ersten Läufer entzündet wird.
Wie zündet man olympisches Feuer, wenn die Sonne nicht scheint?
Dass die Sonne von Wolken verdeckt ist und die Flamme sich deshalb nicht entzünden lässt, kam immer mal wieder vor. Auch in diesem Jahr war das der Fall. Doch die Organisatoren sorgen vor. Schon vor der offiziellen Zeremonie wird die Flamme – an einem sonnigen Tag – auf die traditionelle Weise entfacht. . Diese Flamme wird bis zum Eröffnungstag des Fackellaufs für den Notfall „aufbewahrt“.
Was passiert, wenn die olympische Flamme ausgeht?
Ist das Feuer im Stadion erst einmal entzündet, ist die Sorge, dass es wieder erlischt, unbegründet: Heutzutage wird das Feuer mit Gas befeuert. Anders ist das während dem Lauf. Geht die Flamme währenddessen aus, heißt es nicht: Zurück auf Los! Es reisen immer mehrere Flammen mit, die in Griechenland entzündet wurden. Nur mit deren Hilfe darf das „Original“ wieder entfacht werden.