Kindesmissbrauch in Frankreich
: Vergewaltigungsverdacht: Ermittlungen gegen früheren Pariser Priester

In Frankreich ermittelt die Justiz gegen einen 81-jährigen Priester wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch. Ein heute 41-Jähriger wirft ihm Vergewaltigung vor.
Von
red/afp
Paris
Die „Eisheiligen“: Geschichten von Kaelte, Mord und Verfolgung: Figur des St. Servatius in einer Nische im Eingangsbereich des Augsburger Seniorenheims Servatiusstift (Archivfoto). Sie stehen fuer ein Wetterphaenomen, das seit Jahrhunderten im Kalender von Bauern und Gaertnern eine Rolle spielt: die "Eisheiligen". Aber was steckt meteorologisch hinter den kalten Tagen im Mai? Und wer waren die "Eisheiligen"? Ihre Namen finden sich allesamt im oekumenischen Heiligenkalender. Gemeint sind Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und dazu noch die kalte Sophie. Sie stehen fuer die Tage vom 11. bis 15. Mai. (Siehe epd-Feature vom 27.04.2026) *** Local Caption *** 00308973

In Frankreich ist ein neuer Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch durch einen katholischen Priester bekannt geworden (Symbolfoto).

Annette Zoepf/epd
  • Paris ermittelt gegen 81-jährigen Priester wegen Verdachts auf Vergewaltigung eines Minderjährigen.
  • Ein heute 41-Jähriger schildert jahrelangen Missbrauch seit einem Pfadfinderlager und Vergewaltigungen.
  • Der Priester bestreitet Vergewaltigung und spricht von „Liebesbeziehung“ mit sexuellen Handlungen.
  • Zwei Anzeigen von 2018 wurden wegen Verjährung eingestellt – Kontaktverbot für Minderjährige erneut verhängt.
  • Die Kirche richtet eine Beratungsstelle ein, Betroffene sollen beim Papstbesuch im September zusammentreffen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Frankreich ist ein neuer Fall von mutmaßlichem Kindesmissbrauch durch einen katholischen Priester bekannt geworden: Die Justiz nahm Ermittlungen gegen einen 81-jährigen Geistlichen wegen des Verdachts auf Vergewaltigung eines Minderjährigen zwischen 1997 und 2015 auf, wie die Staatsanwaltschaft am Montagabend in Paris bestätigte.

Ein heute 41-Jähriger wirft dem Priester vor, ihn jahrelang immer wieder sexuell missbraucht zu haben. Dies habe in einem Pfadfinderlager begonnen. Später habe der Priester ihn zu sich nach Hause eingeladen und ihn dort vergewaltigt, sagte der Kläger der Zeitung „Le Parisien“.

„Ich ließ es geschehen, er hatte mich im Griff“, sagte er. Der Priester, der in mehreren Pariser Gemeinden eingesetzt war, lud den Jugendlichen, der aus bescheidenen Verhältnissen stammte, regelmäßig zum Essen und in den Urlaub ein und gab ihm Taschengeld. Als er erwachsen wurde, gewährte er ihm ein Darlehen, damit er sich ein Haus kaufen konnte.

Weitere Vorwürfe gegen den Priester

„Alle wussten, dass ich oft bei ihm war, aber niemand ahnte etwas“, sagte der Kläger. Der Priester sei für seine charismatische Ausstrahlung bekannt gewesen. „Wir haben ihm alle vertraut“, fügte er hinzu. Im vergangenen Sommer zeigte er den Priester an, woraufhin dieser vor einer Woche festgenommen wurde. Im Polizeigewahrsam sprach der Geistliche von einer „Liebesbeziehung“, in der es „sexuelle Handlungen“, aber keine Vergewaltigung gegeben habe.

2018 hatten bereits zwei weitere mutmaßliche Opfer des Priesters Klage eingereicht. Das Verfahren wurde wegen Verjährung eingestellt. Die Diözese Paris teilte mit, der Priester sei damals mit einem Kontaktverbot zu Minderjährigen belegt worden, das nach Einstellung des Verfahrens wieder aufgehoben wurde. Seit der jüngsten Anzeige gilt es wieder. Dem Beschuldigten wurde zudem verboten, Gottesdienste zu leiten. Für die Betroffenen wurde eine Beratungsstelle eingerichtet.

Die katholische Kirche in Frankreich ist seit Jahren mit der Aufarbeitung zahlreicher Missbrauchsfälle beschäftigt. Bei dem im September anstehenden Besuch von Papst Franziskus sollen Betroffene mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche zusammentreffen.