Folgen des Massentourismus: Knappes Lebenselixier: Nicht nur auf Koh Samui wird Wasser rationiert

Urlauber liegen am Strand in Bophut auf der thailändischen Insel Koh Samui. Auf Koh Samui wird das Wasser knapp. Wegen einer anhaltenden Dürre und stark gesunkener Reserven haben die Behörden die Wasserversorgung rationiert.
Carola Frentzen/dpa- Koh Samui rationiert Wasser: Dürre und Tourismus senken Vorräte drastisch.
- Trinkwasserproduktion liegt bei etwa 40 Prozent – Stauseen fast leer.
- Unterwasserleitung liefert 16.000 m³ täglich, gebraucht werden rund 34.000 m³.
- Hotels kaufen Wasser per Tankwagen, Behörden rufen zum Sparen auf.
- Innenministerium plant Sofortmaßnahmen – Entsalzungsanlage soll repariert werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Koh Samui ist bekannt für Traumstrände, Palmen und blaues Meer. Doch jetzt ist Wasser auf der thailändischen Ferieninsel zum knappen Gut geworden. Wegen anhaltender Dürre und stark gesunkener Reserven haben die Behörden die Wasserversorgung mittlerweile rationiert. Bewohner und Unternehmen müssten sich auf zeitweise Unterbrechungen einstellen, berichtete die Zeitung „Bangkok Post“.
Nach Angaben der örtlichen Wasserbehörde (PWA) ist die Trinkwasserproduktion infolge der ungewöhnlich langen Trockenperiode und des Wetterphänomens El Niño auf rund 40 Prozent der normalen Kapazität gesunken. Die Stauseen der Insel sind weitgehend geleert. Auch die Versorgung über eine Unterwasserleitung vom Festland reicht nicht aus: Täglich werden rund 16.000 Kubikmeter Wasser geliefert, der Bedarf liegt jedoch bei etwa 34.000 Kubikmetern.
Hotels und Firmen zahlen für Tankwagen
Die Wasserversorgung wird deshalb seit dieser Woche abwechselnd auf verschiedene Gebiete der Insel verteilt. Bürger und Unternehmen wurden aufgerufen, sparsam mit Wasser umzugehen, Vorräte anzulegen und sich auf vorübergehende Ausfälle einzustellen. Viele Hotels und größere Betriebe kaufen nach Medienberichten inzwischen zusätzlich Wasser, das per Tankwagen auf die Insel gebracht wird.
Das Innenministerium ordnete Sofortmaßnahmen an, um die Lage zu entschärfen. Unter anderem soll die täglich durch die Unterwasserleitung gepumpte Wassermenge erhöht und eine beschädigte Meerwasser-Entsalzungsanlage repariert werden.
Auf Koh Samui herrscht Hochsaison
Die Wasserknappheit trifft Koh Samui im Golf von Thailand ausgerechnet in der touristischen Hochsaison. Anders als in der Andamanensee mit Urlaubszielen wie Phuket, wo die Regenzeit im Juli und August viele Besucher abschreckt, herrscht auf Koh Samui und den Nachbarinseln Koh Phangan und Koh Tao in diesen Monaten meist vergleichsweise trockenes und sonniges Wetter. Entsprechend gut ist die Auslastung der Hotels.
Auf der Insel leben rund 70.000 Menschen. Während der Hochsaison halten sich nach Angaben der Tourismusbranche zusätzlich etwa 400.000 bis 500.000 Urlauber und Arbeitskräfte auf Koh Samui auf. Für das laufende Jahr werden mehr als vier Millionen Besucher erwartet.
Insel kämpft seit Jahren mit Übertourismus
Die Ursachen der Wasserknappheit lägen nicht nur in der Dürre, sondern auch darin, dass die Wasserinfrastruktur mit dem rasanten Wachstum des Tourismus nicht Schritt gehalten habe, erklärt Ratchaporn Poolsawadee vom thailändischen Tourismusrat.
Tatsächlich ist das Problem nicht neu: Schon seit Jahren kämpft die weltbekannte Insel immer wieder mit Wasserknappheit. Während der schweren Wasserkrise 2023 und 2024 kam in manchen Gebieten tagelang kaum oder gar kein Wasser mehr aus der Leitung.
Urlaubsinseln in Griechenland sitzen auf dem Trockenen
Koh Samui steht mit dem Problem nicht alleine. Weltweit führt der Massentourismus vielerorts zu einer Verschärfung der Wasserknappheit. In Griechenland etwa herrscht vielerorts Wassermangel wegen Dürre. Besonders beliebte Urlaubsinseln sind betroffen.
Der Wassermangel breitet sich vom Ionischen Meer bis zur Ägäis aus. Neben Astypalea sind Tinos, Alonissos, Meganisi, Karpathos, Patmos, Leros, Symi sowie die Gemeinde Zentral-Korfu und die Diapontischen Inseln betroffen, berichtet das griechische Portal tovima.gr. Übertourismus im Mittelmeerraum sei für die saisonale Wasserknappheit verantwortlich, so das griechische Portal.
Im Sommer schnellt der tägliche Verbrauch auf den griechischen Inseln extrem in die Höhe. Besonders in touristischen Hotspots: Auf Mykonos steigt der Wasserverbrauch in der Urlaubssaison auf 10.000 bis 18.000 Kubikmetern. Im Winter liegen die Werte bei etwa 10.700 Einwohnern bei 1600 bis 2000 Kubikmetern. Auf Santorin liegt die Steigerung bei über 500 Prozent, auf Paros und Karpathos bei 344 Prozent.
Spanien: Urlauber verbrauchen ein Vielfaches an Wasser
Einer Studie der Stiftung Fundación Renovables zufolge ist der Tourismus einer der wichtigsten Faktoren für den Druck auf die Wasserressourcen auf den Balearen und Kanaren. Die Situation werde durch begrenzte natürliche Wasservorkommen, die Folgen des Klimawandels und die Belastung der Küsten- und Meeresökosysteme verschärft.
Ein durchschnittlicher Urlauber auf den Balearen und Kanaren verbrauche drei- bis sechsmal so viel Wasser wie ein Einheimischer. Demnach liegt der tägliche Wasserverbrauch eines Einwohners in Spanien bei 127 bis 140 Litern. Ein Urlauber verbraucht je nach Saison, Gebiet und Art der Aktivität hingegen zwischen 300 und 1000 Liter Wasser am Tag. Besonders betroffen seien Regionen mit hoher touristischer Nachfrage wie die Mittelmeerküste und die Inselgruppen, die ohnehin bereits unter Wassermangel leiden.
Versorgungsengpässe in Österreich
Selbst im wassereichen Österreich macht man sich Sorgen ums das kostbare Nass. Deutlich zu trocken sei das Frühjahr 2026 verlaufen. Österreichweit zeige sich beim Wasserhaushalt eine angespannte Situation, teilt das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft Österreich.
Aktuell sei die Sicherstellung der Wasserversorgung noch gewährleistet, regional könne es aber Engpässe geben. Das betreffe auch Regionen, in denen gerade im Sommer viele Touristen aus Deutschland unterwegs seien. (mit dpa-Agenturmaterial)
