Abnehmpille ab heute erhältlich: So viel kosten die Wegovy-Tabletten

So viel kosten die Tabletten.
Steffen Trumpf/dpaWegovy gibt es in Deutschland ab heute auch als Tablette. Seit dem 1. September 2026 steht das Abnehmmedikament mit dem Wirkstoff Semaglutid damit erstmals nicht nur als wöchentliche Spritze, sondern auch zur täglichen Einnahme zur Verfügung. Doch was kosten die neuen Wegovy-Tabletten – und wer kann sie bekommen?
Zum Verkaufsstart werden in deutschen Apotheken zunächst Packungen mit 1,5 mg, 4 mg und 9 mg Semaglutid geführt. Eine Packung enthält jeweils 30 Tabletten und reicht bei der vorgesehenen Einnahme von einer Tablette täglich für 30 Tage.
So viel kosten die Wegovy-Tabletten
Die Preise unterscheiden sich je nach Wirkstärke deutlich:
Die Preise von 172,73 Euro für die 4-mg-Packung und 233,23 Euro für die 9-mg-Packung werden am Tag des Marktstarts auch von weiteren deutschen Versandapotheken ausgewiesen. Für die 9-mg-Packung ist dort ebenfalls die PZN 20837935 hinterlegt.
Damit liegen die Kosten der Tabletten ungefähr auf dem Niveau der bereits erhältlichen Wegovy-Spritzen. Hersteller Novo Nordisk hatte im Vorfeld angekündigt, dass sich die monatlichen Therapiekosten beider Darreichungsformen ähneln sollen.
Was ist mit den Wegovy-Tabletten mit 25 mg?
Neben 1,5 mg, 4 mg und 9 mg gehört auch eine 25-mg-Tablette zur europäischen Zulassung von Wegovy. Sie ist als reguläre Erhaltungsdosis vorgesehen. Die EMA nennt insgesamt vier zugelassene Wirkstärken: 1,5 mg, 4 mg, 9 mg und 25 mg.
Zum Marktstart gibt es allerdings eine Besonderheit: Nach Angaben der Pharmazeutischen Zeitung waren mit Datenstand 1. September zunächst nur die Packungen mit 1,5 mg, 4 mg und 9 mg in der Lauer-Taxe gelistet. Die 25-mg-Erhaltungsdosis war dort noch nicht aufgeführt.
Einzelne Online-Behandlungsanbieter nennen für 30 Tabletten mit 25 mg bereits einen Preis von 277,60 Euro. Solange die Packung jedoch nicht einheitlich im regulären deutschen Arzneimittelmarkt gelistet ist, sollte dieser Betrag nicht als allgemein gültiger Apothekenverkaufspreis verstanden werden.
Für wen sind die Wegovy-Tabletten zugelassen?
Die Tabletten sind nicht als frei erhältliche Abnehmpille gedacht. Wegovy ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel.
Die orale Form ist für Erwachsene zugelassen, die einen BMI von mindestens 30 kg/m² haben oder einen BMI zwischen 27 und unter 30 kg/m² und zusätzlich mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung aufweisen.
Dazu können beispielsweise Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Schlafapnoe oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören. Die Behandlung soll zusätzlich zu einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr körperlicher Aktivität erfolgen.
Anders als die Wegovy-Spritze, die auch für bestimmte Jugendliche zugelassen ist, ist die Tablettenform ausschließlich für Erwachsene vorgesehen.
Wegovy-Tablette muss täglich nüchtern eingenommen werden
Ein wesentlicher Unterschied zur Wegovy-Spritze liegt in der Anwendung. Während der Pen einmal wöchentlich verwendet wird, wird die Tablette jeden Tag eingenommen.
Dabei müssen bestimmte Regeln eingehalten werden: Nach mindestens acht Stunden ohne Nahrung wird die Tablette nüchtern eingenommen. Anschließend sollen Patienten mindestens 30 Minuten warten, bevor sie essen, trinken oder andere Medikamente einnehmen.
Die genaue Dosierung beziehungsweise Dosissteigerung wird ärztlich festgelegt. Die verschiedenen Wirkstärken sind deshalb nicht frei gegeneinander austauschbar.
Zahlt die Krankenkasse die Wegovy-Tabletten?
Für gesetzlich Versicherte ist vor allem ein Punkt relevant: Wegovy muss in der Regel selbst bezahlt werden.
Arzneimittel zur Gewichtsregulierung sind in Deutschland gesetzlich von der Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat ausdrücklich bestätigt, dass dies auch für Wegovy gilt.
Daran ändert auch eine gleichzeitig bestehende Typ-2-Diabetes-Erkrankung nicht automatisch etwas. Entscheidend ist das zugelassene Anwendungsgebiet des verordneten Präparats. Wegovy dient der Gewichtsregulierung und fällt deshalb unter den Erstattungsausschluss.
Anders sieht es beispielsweise bei den ebenfalls semaglutidhaltigen Präparaten Ozempic oder Rybelsus aus: Werden diese entsprechend ihrer Zulassung gegen Typ-2-Diabetes eingesetzt, können die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen.
