Tübinger OB kritisiert Stuttgarter Städtebau
: „Denkmal für Ignoranz gegenüber Klimawandel“ – Palmer wettert gegen Pariser Platz

Der Tübinger OB war neulich zu Besuch in Stuttgart. Dabei kam er am für seinen fehlenden Hitzeschutz bekannten Pariser Platz vorbei. Über diesen fällte er anschließend ein vernichtendes Urteil.
Von
Philip Kearney
Stuttgart
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Boris Palmer kann mit Blick auf den fehlenden Hitzeschutz beim Pariser Platz nur den Kopf schütteln.

Boris Palmer kann mit Blick auf den fehlenden Hitzeschutz beim Pariser Platz nur den Kopf schütteln.

Lichtgut/Max Kovalenko & dpa
  • Boris Palmer kritisiert den Pariser Platz scharf und nennt ihn „Städtebau von gestern“.
  • Er bemängelt fehlenden Hitzeschutz und spricht von einem „Denkmal der Ignoranz“.
  • Palmer berichtet von Sahara-Temperaturen, bei 40 Grad halte sich dort niemand auf.
  • Der Platz steht seit Längerem in der Kritik – Spitzname „Bratpfanne“.
  • Stuttgart will ein Konzept gegen Hitze erarbeiten, ein Baum-Umzug scheiterte am Bezirksbeirat.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Thema Klimaschutz liegt Boris Palmer bekanntlich am Herzen. Mit seiner Stadt Tübingen verfolgt der Oberbürgermeister das ambitionierte Ziel, bis 2030 klimaneutral zu sein.

Als Sohn eines Obstbauern wuchs Palmer mit einem grünen Daumen auf. Und dieser zeigte beim jüngsten Besuch des ehemaligen Grünen-Mitglieds in Stuttgart 180 Grad nach unten.

Auf Facebook postete der 54-Jährige ein Bild vom Pariser Platz mit der Caption „Städtebau von gestern“. Darunter führt Palmer aus: „Ich fand das erste Stadtviertel von Stuttgart 21 immer schon hässlich. Aber der steinerne Pariser Platz ohne einen Quadratzentimeter grün ist heute ein Denkmal für die Ignoranz gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels.“ Bei 40 Grad im Schatten erreiche man dort Temperaturen wie in der Sahara. „Kein Mensch hält sich dann noch dort auf“, so Palmers Kritik.

Pariser Platz trägt Spitznamen „Bratpfannne“

Mit seiner Meinung steht der Tübinger OB nicht allein da. Im Gegenteil: Der Pariser Platz steht seit geraumer Zeit immer wieder in der Kritik. Weil man bei der Planung den Sonnenschutz offensichtlich nicht mitgedacht hatte. Bäume und Sonnensegel sucht man hier vergeblich.

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Kritik übte in der Vergangenheit bereits Jan Cremers, seines Zeichens Professor und Dekan der Fakultät Architektur und Gestaltung an der Hochschule für Technik. „Bei uns heißt der Pariser Platz intern nur Bratpfanne“, sagte er vergangenes Jahr im Gespräch mit unserer Redaktion. Und lamentierte: „Andere Städte sind da weiter.“

Dabei drängen die Freien Wähler bereits seit Jahren darauf, den Platz grüner und schattiger zu gestalten. Nach mehrfachem Abblocken mit Verweis auf die Nutzung des Platzes als Veranstaltungsfläche lenkte die Stadt in diesem Jahr schließlich ein – und erklärte, ein Konzept gegen die Hitze erarbeiten zu wollen.

Im Juli hatte die Stadt dann die Idee, kurzfristig die Kübel-Bäume von der Dorotheenstraße an den Pariser Platz umzuziehen. Doch weil dies auf Widerstand im Bezirksbeirat Stuttgart-Mitte stieß, wurde der Plan wieder gestoppt.