Stuttgarter Wirtschaftsempfang
: Stuttgart ist nicht Detroit: Es gibt Wege aus der Krise

Im Stage Palladium Theater, wo vier Tage zuvor „& Julia" Premiere feierte, drehte sich beim Wirtschaftsempfang alles um die Liebe zu Stuttgart. Mit Musik, Mut und einem klaren Appell.
Von
Torsten Ströbele
Stuttgart
Stuttgarter Wirtschaftsempfang 2026: Stuttgart, Stuttgarter Wirtschaftsempfang 2026 mit OB NOpper, im Appolo Palladium Theater Stuttgart

Das Leitthema des diesjährigen Wirtschaftsempfangs lautete „Entertainment und Kultur als Standortfaktoren“. Auf dem Podium ging es sehr harmonisch zu. Mit dabei, von links nach rechts: Armin Dellnitz (Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH), Uschi Neuss (Vorsitzende Geschäftsführung Stage Entertainment GmbH), Moderatorin Laurien Weinbrenner, Andreas Lapp (Geschäftsführer der Lapp Immobilien GmbH & Co. KG) und Christina Schenck (Leiterin Digital & Communications und Investor Relations bei der Mercedes-Benz AG)

Max Kovalenko
  • Wirtschaftsempfang in Stuttgart: Fokus auf Entertainment und Kultur als Standortfaktoren.
  • OB Frank Nopper: Stuttgart ist kein zweites Detroit und bleibt wirtschaftlich stark.
  • Er nennt BIP pro Kopf 122.278 Euro und fast 438.000 Beschäftigte als Belege.
  • Ziel: Durchgangsbahnhof soll im Dezember 2031 in Betrieb gehen – Mobilitätsdrehscheibe.
  • Stage: 700.000 Besucher pro Jahr, 72 Prozent reisen weit an, 120 Mio. Euro Ausgaben außerhalb.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Stuttgart kann mehr als Autos bauen. Das wurde beim Wirtschaftsempfang im Stage Palladium Theater in Möhringen wieder ganz deutlich. Dort, wo am Donnerstagabend die Premiere des Pop-Musicals „& Julia“ stattgefunden hat, ging es vier Tage später nicht um die Liebe zwischen zwei Menschen, sondern um die Liebe zu Stuttgart.

Oberbürgermeister Frank Nopper stellte unmissverständlich klar: Stuttgart lebt und wird trotz Krise in der Automobilindustrie nicht zu einem zweiten Detroit. „Stuttgart gehört zu den prosperierendsten Großstädten Deutschlands“, betonte er. Das Bruttoinlandsprodukt stimme (122.278  Euro pro Kopf), man habe fast 438.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Stand März 2026) und sei „in vielen Bereichen der Innovation weit vorne“, wie zum Beispiel bei der nachhaltigen Künstlichen Intelligenz. „Und wenn der Durchgangsbahnhof tatsächlich – so Gott und die Deutsche Bahn wollen – im Dezember 2031 in Betrieb geht, wird Stuttgart zu einer der bedeutenden Mobilitätsdrehscheiben in Europa“, sagte der OB.

Nach seiner Einschätzung werde sich auch die Automobilwirtschaft wieder berappeln, „wenn auch in anderer, vielleicht auch kleinerer Aufstellung“. Dies werde aber nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen: „Die Managementbezüge müssen runter, die Arbeitszeit muss leider hoch, die Energiekosten müssen runter – notfalls mit staatlichen Subventionen – und das EU-Verbrennerverbot sowie die EU-Regelungen zu Bußgeldzahlungen beim Überschreiten von CO2-Flottengrenzwerten müssen revidiert oder sogar ausgesetzt werden.“

Aber nicht nur die Politik sei gefordert, um die Wirtschaft anzukurbeln. Im Saal war man sich einig: Jeder Einzelne müsse zum positiven Image der Stadt Stuttgart beitragen. „Gutes Marketing muss von uns allen kommen“, betonte der Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH, Armin Dellnitz. Und der Geschäftsführer der Lapp Immobilien GmbH & Co. KG, Andreas Lapp, brach ebenfalls eine Lanze für Stuttgart und die Region: Seine Ehefrau komme ursprünglich aus Köln und sei anfangs eher skeptisch gewesen, ob ihrer neuen Heimat. „Aber jetzt kriegst du sie hier gar nicht mehr weg.“ In einigen Tagen werde man auch sicherlich wieder im Palladium Theater  sein, um das neue  Musical zu sehen.

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Stuttgarter Wirtschaftsempfang 2026: Stuttgart, Stuttgarter Wirtschaftsempfang 2026 mit OB NOpper, im Appolo Palladium Theater Stuttgart

Rund 600 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Stadtgesellschaft waren im Stage Palladium Theater zu Gast.

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Das wird Uschi Neuss, die Vorsitzende der Geschäftsführung Stage Entertainment GmbH, sicherlich gerne gehört haben. Rund 700.000 Besucherinnen und Besucher kommen jedes Jahr in ihre beiden Theater im SI-Zentrum. 72 Prozent der Gäste seien aber nicht aus der näheren Umgebung, sondern hätten im Durchschnitt eine Anreise von 206 Kilometern. Kein Wunder also, dass etwa 33 Prozent der Musical-Gäste auch in Stuttgart übernachten – und zwar im Schnitt 1,6 Nächte. Sie gehen unter anderem noch etwas essen, in die Wilhelma, ins Museum oder shoppen. 120 Millionen Euro geben die Stage-Gäste so pro Jahr außerhalb der Musical-Säle aus.

„Die Musicals haben Magnetwirkung“. Das betonte auch Stuttgarts Oberbürgermeister: „Sie sind eine touristische Anziehungskraft und ein ganz wichtiger Wirtschaftsfaktor."

Stuttgarter Wirtschaftsempfang 2026: Stuttgart, Stuttgarter Wirtschaftsempfang 2026 mit OB NOpper, im Appolo Palladium Theater Stuttgart

Das Angebot an Live-Entertainment war und ist in Stuttgart groß. Doch Uschi Neuss ist sich sicher: Da geht noch mehr.

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Aber da ginge noch mehr, sagte Neuss und warf einen Blick auf Hamburg. Da habe man vier Theater und könne noch mehr Menschen für die Kultur begeistern. Dabei ging es ihr in erster Linie gar nicht um das eigene Unternehmen, sondern um das Angebot an sich. „Umso größer es ist, umso besser. Ich umarme die Konkurrenz, ich scheue sie nicht.“ Denn Live-Kultur könne Menschen begeistern, schaffe schöne, unvergessliche Momente und halle lange bei ihnen nach. „Das strahlt vielfach in die Stadt und ihre Gesellschaft zurück“, sagte Neuss.

Und wie Musicals Emotionen transportieren können, zeigten die Darstellerinnen und Darsteller von „& Julia“ zum Abschluss des offiziellen Teils des Wirtschaftsempfangs mit zwei Liedern aus dem neuen Stück, das sicherlich Tausende von Menschen nach Stuttgart führen wird.