Landesimmobilie in Stuttgart
: Eröffnung des Grand Café Planie wird erneut verschoben

Seit fünf Jahren steht das traditionsreiche Grand Café Planie leer. Jetzt räumt das Land ein, dass es weitere Verzögerungen gibt. Inzwischen steht der neue Name des Lokals fest.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart
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Dieses Jahr kann das frühere Grand Café Planie – anders als geplant – nicht mehr eröffnet werden.

Lichtgut/Max Kovalenko

Es ist wie bei Stuttgart 21. Zeitpläne können nicht eingehalten werden – dies gilt auch bei der landeseigenen Immobilie am Karlsplatz, in der sich das größte Kaffeehaus der Stadt befand und die seit fünf Jahren nicht mehr für die Gastronomie genutzt werden kann. Die Mietausfälle für die öffentliche Hand steigen also immer weiter an.

Der ursprünglich für Ende dieses Jahres geplante Neustart verzögert sich erneut. Dies bestätigt Michaela Hornung, Sprecherin des Finanzministeriums, gegenüber unserer Redaktion. Im ehemaligen Grand Café Planie habe es weitere Störungen im Bauablauf gegeben, sagt sie: „Der Abbruch eines Stahlbetondeckenträgers im Untergeschoss hat mehr Zeit in Anspruch genommen als vorgesehen.“

Daher habe sich der Einbau des neuen Trägers und damit auch der Fertigstellungstermin der Rohbauarbeiten verzögert, so Hornung. Nun rechnet das Land damit, im ersten Quartal 2026 endlich die neue Gastronomie im Herzen der Stadt eröffnen zu können.

„Dieses Trauerspiel muss endlich ein Ende haben“

Schon mehrfach konnten angekündigte Termine nicht eingehalten werden. Zunächst sollte es im Sommer 2024 losgehen. Jetzt soll es 2026 werden. Wird es diesmal klappen? Der FDP-Landtagsabgeordnete Friedrich Haag zweifelt daran. Mit immer neuen Landtagsanfragen weist er auf diese Misere hin. „Ich kann nur noch den Kopf schütteln“, erklärt er. Nach fünf Jahren Leerstand sei der Vertrag mit den künftigen Pächtern immer noch nicht unterschrieben, wie auf seine Anfrage Staatssekretärin Gisela Splett (Grüne) einräumen musste. Und jetzt kämen weitere Verzögerungen hinzu.

„Dieses Trauerspiel muss endlich ein Ende haben“, findet der Liberale und fragt: „Wie lange muss Stuttgart noch auf ein zentrales Gastroobjekt verzichten, weil das Land nicht in die Pötte kommt?“ So etwas könne sich kein privater Bauherr leisten, sondern nur das Land. Bisher wurden für den Umbau etwa 2,5 Millionen Euro ausgegeben, teilt Splett mit.

Der Umbau im Inneren verzögert sich weiter.

Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Finanzministerium verweist auf laufende Vertragsgespräche mit den ausgewählten Wirten und erklärt, es sei nicht ungewöhnlich, dass sich solche Prozesse parallel zu Bauarbeiten hinziehen. „Einige Punkte sind noch zu klären“, sagt Michaela Hornung. Während einer laufenden Baumaßnahme sei es normal, dass Vertragsverhandlungen Zeit benötigten.

Unterdessen zeigen sich die künftigen Pächter optimistischer: Sie bestätigen, dass die Verhandlungen mit dem Land kurz vor dem Abschluss stünden. Auch der Name der Gaststätte, die weiter auf eine große Kuchenauswahl setzt, stehe bereits fest: Aus dem „Grand Café Planie“ soll künftig schlicht „Planie“ werden – ein moderner Neuanfang für einen traditionsreichen Ort. Darauf könne man sich freuen. Dass es immer nur negative Nachrichten zum jahrelangen Stillstand gibt, behagt ihnen nicht und sei angesichts der Pläne für diesen Ort nicht angebracht.

Das Gastroduo Robert Ruthenberg und Marius Tim Schlatter, das unter anderem die Garbe in Plieningen betreibt, bekam den Zuschlag. Sobald der Vertrag unterschrieben ist, werde man das Konzept der Öffentlichkeit vorstellen. Die Garbe ist übrigens zum 15. Geburtstag aufwendig erneuert worden – unter anderem mit einem neuen, viel leistungsfähigeren Holzofen.

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