: Das denken junge Wähler über die CDU und die SPD
Die jungen Wähler haben die CDU und die SPD bei der Europa- und der Kommunalwahl abgestraft. Doch warum ist das so? Wir haben junge Menschen in Stuttgart gefragt.
Der Klimaschutz ist das Thema für die junge Wählerschaft.
Niklas Rüther, 25 Jahre, Student aus Stuttgart: „Mit dem Rezo-Video habe ich mich ehrlich gesagt bisher gar nicht beschäftigt. Aber dass so viel Aufhebens darum gemacht wird, sagt ja schon viel über CDU und SPD aus. Schon zu Schulzeiten stand mir das Programm der Grünen viel näher. Während bei der CDU immer die Wirtschaft vorne dran steht, haben sie die Umwelt, die Natur und das Klima im Fokus. Und das Klima kommt vor der Wirtschaft. Denn ist das mal den Bach runter, brauchen wir auch keine Arbeitsplätze mehr. Dass die Schüler freitags für das Klima demonstrieren, da stehe ich voll dahinter. Heute kann sich keiner mehr darüber beschweren, dass die Jugend unpolitisch sei.“
Lichtgut/Max Kovalenko
Sallie Buhr, 18 Jahre, Schülerin aus Stuttgart: „Auch ich war zum ersten Mal wählen. Meine Stimme haben in allen Gremien und Ebenen, von kommunal bis europäisch, die Grünen bekommen, auch weil sie das Thema Klimaerwärmung nicht erst jetzt ernst nehmen und etwas tun wollen. Ebenso auf kommunaler Ebene muss man handeln. In Stuttgart gilt es, vor allem etwas gegen das Verkehrsproblem zu unternehmen, dafür zu sorgen, dass Menschen weniger Auto, dafür mehr öffentliche Verkehrsmitteln oder andere umweltfreundliche Transportmittel fahren. Ich persönlich fahre vor allem Fahrrad. Die CDU und SPD haben für all diese Themen, die ich aufgezählt habe, keine überzeugenden Lösungen.“
Lichtgut/Max Kovalenko
Sarah Bugbee, 18 Jahre, Schülerin aus Stuttgart: „Ich durfte zum ersten Mal an die Wahlurne – und ich habe die Grünen gewählt. Klar geht es mir um unsere Zukunft, und die gibt es nicht, wenn wir nichts gegen die Klimaerwärmung tun. Die Hochrechnungen zeigten, dass die CDU eine Klientel hat, die immer älter wird, um deren Zukunft geht es nicht mehr. Die Grünen vertreten die Interessen der jungen Menschen viel mehr, als es die anderen Parteien tun. Es regt auf, dass die anderen Parteien die jungen Menschen nicht ernst nehmen, damit auch all jene, die bei Fridays for Future auf die Straße gehen. Sie sind keine Schulschwänzer, sondern sie haben ein ernsthaftes Anliegen.“
Lichtgut/Max Kovalenko
Marcel Höll, 24 Jahre, Sänger aus Herrenberg: „Ich denke schon, dass man auch als junger Mensch noch CDU und SPD wählen kann. Ich habe die CDU gewählt. Der fühle ich mich eher verbunden, das hat auch mit der Kompetenz der Partei im Bereich Wirtschaft zu tun. Ich war früher auf einem Wirtschaftsgymnasium. Wesentlich ist doch, dass der Wirtschaftsstandort hier erhalten wird. Darauf baut unser Wohlstand auf. Und da hat die CDU über lange Zeit gute Arbeit geleistet. Allerdings wurden auch Fehler gemacht, die Flüchtlingspolitik Merkels im Jahr 2015 hat den Rechten Stimmen zugespielt. Leider! Rechte überhaupt zu wählen, insbesondere die AfD, das geht ja mal überhaupt nicht.“
Lichtgut/Max Kovalenko
Laura Schmitt, 23 Jahre, Cutterin aus Böblingen: „Das Video von Rezo mag an manchen Stellen sicher zugespitzt sein. Dennoch hat es dafür gesorgt – und tut es hoffentlich weiterhin – zu sensibilisieren, das Bewusstsein für die Umwelt und den Klimawandel zu schärfen. Es muss endlich eine richtige Diskussion in Gang kommen, Lösungen müssen gefunden werden. In diesem Bereich waren viele Jahre lang die CDU und die SPD Bremser, sie haben viel lange viel zu wenig für die Umwelt getan. Klar ist das mit den Wahlversprechen immer so eine Sache. Doch ich hoffe, dass die Grünen nun auf europäischer Ebene etwas bewegen können und es auch tun, also ihre Wahlversprechen umsetzen.“
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Stuttgart - Die jungen Wähler haben die CDU und die SPD abgestraft – auf europäischer Ebene und auf kommunaler Ebene. Bei den Unter-25-Jährigen dominiert bei der Gemeinderatswahl in Stuttgart die Grünen deutlich. Dies hat insbesondere mit dem Thema Klimaschutz zu tun.
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Das Thema nennen auch die meisten jungen Leute, die wir nach dem Wahlsonntag befragt haben. Sind CDU und SPD für junge Erwachsene tatsächlich nicht mehr wählbar? Und wenn ja, warum?
In unserer Bildergalerie lesen Sie die Antworten der jungen Wählerinnen und Wähler aus Stuttgart und der Region.