Jugendkunstschule Stuttgart
: Junge Künstler geben unserem Ehrenamtspreis ein neues Gesicht

In der Jugendkunstschule Stuttgart, abgekürzt Jukus, haben junge Künstlerinnen und Künstler einen neuen fröhlichen Auftritt für unseren Ehrenamtspreis Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres entworfen.
Von
Jan Sellner
Stuttgart
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Der Beitrag junger Künstlerinnen und Künstler der Jugendkunstschule zu unserem Ehrenamtspreis Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres

Jukus
  • Sechs bunte Kinderporträts der Jugendkunstschule geben dem Ehrenamtspreis ein neues Gesicht.
  • Gemalt haben Kinder von neun bis zwölf Jahren in Gruppen nach „Cadavre Exquis“.
  • Motive wie Brezeln, Fernsehturm, Autos und Fußball tauchen in den Köpfen auf.
  • Jukus arbeitet im „Kulturareal Unterm Turm“ und bespielt seit Mai 2025 das Jukus-Studio.
  • 2025: 12.901 Unterrichtseinheiten, 12.101 Teilnehmende, 31 Jahreskurse und 782 Workshops.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wir können Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, nicht sagen, wer die Stuttgarter und Stuttgarterinnen des Jahres 2026 sind - die Ausschreibung hat eben erst begonnen und Sie sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Wir können Ihnen jedoch sagen, wer die hier abgebildeten sechs bunten Köpfe gemalt hat, die dem gemeinsam von Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und Volksbank Stuttgart ausgeschriebenen Ehrenamtspreis ab sofort ein neues, frisches Gesicht geben: Es sind Schülerinnen und Schüler der Jugendkunstschule Stuttgart im Alter zwischen neun und zwölf Jahren. Gemeinsam mit mit Künstlerlinnen und Betreuerinnen haben sie diese „Visuals“ entworfen und dabei nicht vergessen, lokale Motive einzuflechten: Brezeln, der Fernsehturm, Autos, Fußball.

Entstanden sind diese naiv-fröhlichen Stuttgart-Köpfe an einem Ort, an dem die kindliche Fantasie mit Liebe und Sorgfalt gepflegt wird: in den Werkstätten der Jugendkunstschule im "Kulturareal Unterm Turm“ in der Eberhardstraße 61. Seit 22 Jahren ist die 1972 gegründete, älteste Jugendkunstschule des Landes, abgekürzt Jukus, dort untergebracht. Zuvor logierte sie im Gustav-Siegle-Haus und wiederum davor im Württembergischen Kunstverein.

Kinder an der Jugendkunstschule "Jukus" in der Eberhardstraße 61 Stuttgart

Die Jugendkunstschule bietet viel Platz für Fantasie: Theo, Anton, Elly  (hinten von links nach rechts) sowie Alexandra und Theresa (vorne) malen Fantasieköpfe, angeleitet von Künstlerin Julia Lensmann.

Kristina Michaelis

In den von der Jugendkunstschule genutzten atelierartigen Sälen im Nachbargebäude des Tagblattturms arbeiteten einst die Schriftsetzer des Stuttgarter Neuen Tagblatts und später der Stuttgarter Zeitung. Heute nehmen Kinder und Jugendliche diese Räume ein, betreut von Jukus-Leiterin Menja Stevenson, ihren Mitarbeiterinnen und Künstlerinnen, Illustratorinnen und Studierenden der Kunstakademie, die hier auf Honorarbasis arbeiten. Ein in jeder Hinsicht einladender Ort. Aktuell hängen dort rund 300 zu Gesichtern umgestaltete Schuhe an den Wänden - ein wildes Masken-Kabinett.

Daneben stapeln sich große Papierbögen mit den fröhlichen Kopfbildern, von denen die hier gezeigten sechs für unser neues Stuttgarter-des-Jahres-Design ausgewählt wurden. Theo, Anton, Elly, Alexandra und Theresa zeigen dem neugierigen Besucher, wie es geht: Zuerst werden die Umrisse der Köpfe samt Augen Nase, Mund und Haare mit schwarzer Acrylfarbe aufgetragen. Anschließend füllen Wasserfarben die weißen Flächen und lassen bunte Bilder entstehen.

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Fantasie-Köpfe, gemalt von Kinder in der Jugendkunstschule Stuttgart

Fantasie-Köpfe, gemalt von Kinder in der Jugendkunstschule Stuttgart.

Jan Sellner

Gemalt wird  übrigens in Gruppenarbeit, angelehnt an das von den Surrealisten in den 1920er Jahren entwickelte Kreativspiel „Cadavre Exquis“, bei dem mehrere Personen nach dem Zufallsprinzip ein Bild gestalten. In diesem Fall malte ein Kind die Nase, das nächste die Augen, wieder das nächste den Mund. „Den Kindern hat's große Freude gemacht“, berichtet Betreuerin Kristina Michaelis.

Das Fantasieköpfe-Malen stellt indes nur einen kleinen Ausschnitt des großen Jukus-Programms dar. Die Zahlen des Jahresberichts 2025 lassen ahnen, was hier alles geht und entsteht: „Insgesamt fanden 12.901 Unterrichtseinheiten mit 12.101 Teilnehmenden statt.“ In dieser Bilanz enthalten: 31 Jahreskurse (für Kinder ab vier Jahren), zu denen wöchentlich mehr als 300 Kinder in die Jukus-Werkstätten kamen. Außerdem: 308 Kindergeburtstage, 12 Baby- und Mini-Ateliers (fünf Kinder ab zwölf Monaten), 53 Wochenend- und 17 Ferienprogramme und die Rekordzahl von 782 Workshops.  Dazu Angebote an Grundschulen und sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren und im öffentlichen Raum.

Erwähnenswert auch: der Austausch des intensiv bespielten Open Piano an der Stadtbahn-Haltestelle am Charlottenplatz, das von der Jugendkunstschule gestaltet und aufgestellt wurde. Dort steht jetzt bereits Klavier Nummer drei.

In diesem Jahr geht's genauso weiter. Eine Veranstaltung folgt auf die nächste - mit kurzer Unterbrechung in den Sommerferien, in denen wie jedes Jahr Ferienkurse für Kinder und Jugendliche angeboten werden. „Bei alledem gilt das Prinzip des niedrigschwelligen Zugangs“, sagt Menja Stevenson. Ein gestaffeltes Preissystem soll allen Kindern die Teilnahme ermöglichen. Ziel sei es, „die Zukunftskompetenzen der Kinder zu stärken. Kreativität, kritisches Denken. Kommunikation und Kollaboration bilden die Grundlage, dafür, dass junge Menschen ihre Welt nicht nur verstehen, sondern sie auch aktiv und verantwortungsvoll mitgestalten können“, betont sie.

„Gerade in Zeiten knapper Ressourcen komme diesem Bildungsauftrag eine große Bedeutung zu.“ Und so jung der Name Jugendkunstschule auch klingt: auch Erwachsene können hier Kurse belegen. Besonders beliebt in dieser Altersklasse ist das Thema Keramik.

Das „Jukus-Studio“ bietet zusätzliche Möglichkeiten

Seit Mai 2025 ist die Jugendkunstschule in der Stadt auch gut sichtbar; sie bespielt das Erdgeschoss des Tagblattturms einschließlich der großen Schaufenster. Das dort entstandene barrierefreie „Jukus-Studio“, in dem auch eine Keramikwerkstatt und ein Fotolabor untergebracht sind, „gibt uns zusätzliche Möglichkeiten“, sagt Stevenson. Inklusive Angebote, Junggesellenabschiede, Kulturveranstaltungen, das Kreativfestival „Musenkuss“ - das und vieles mehr kann hier stattfinden. Ein kreatives Stück Stuttgart, das mit viel Engagement weiterentwickelt wird und bestens zu unserem Ehrenamtspreises Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres passt.

Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres 2026

Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten und die Volksbank Stuttgart schreiben gemeinsam den mit insgesamt 15 000 Euro dotierten Ehrenamtspreis Stuttgarter/Stuttgarterin des Jahres aus. Ausgezeichnet werden Menschen, die sich in Stuttgart in besonderer Weise bürgerschaftlich engagieren.

Wenn Sie jemanden kennen, der diesen Preis verdient, dann schicken Sie uns bitte Ihren Vorschlag und begründen Ihre Auswahl kurz. Es können auch mehrere Vorschläge eingereicht werden. Dasselbe gilt für den Schülerpreis, der Teil des Ehrenamtspreises ist, und freiwilliges Engagement von Schülerinnen und Schülern honoriert. Hier sind speziell die Stuttgarter Schulen angesprochen. Wir freuen uns über Ihre Vorschläge per Mail an: stuttgarter-des-jahres@stz.zgs.de oder per Post an Stuttgarter Zeitung, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart. Einsendeschluss ist der 18. Oktober 2026.
Weitere Infos unter www.stuttgarter-des-jahres.de